Marcel Siem wurde 2000 zum professionellen Golf-Spieler. Seit 2001 ist er ohne Unterbrechung auf der European Tour dabei. Der Golfer aus Mettmann hat sich zum Ziel gesetzt, sich dauerhaft unter den Top 50 der Weltrangliste zu etablieren.

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Siem bei den Irish Open
Geburtstag: 15.07.1980
Geburtsort: Mettmann
Land: Deutschland
Schwung: R
Pro seit: 2000
Größe: 1,87 M
Weltranglistenposition: 367
Preisgeld: ET: 7.737.239 €, PGA: $ 700.898
Letztes Turnier: Nedbank Golf Challenge
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Ergebnisse

Saison Datum Tour Turnier Pos To Par R1 R2 R3 R4 Total

Der am 15. Juli 1980 in Mettmann geborene Marcel Siem gilt als einer der emotionalsten Golfprofis der Szene. Seine Wutausbrüche und Achterbahnfahrten auf und abseits des Grüns sind legendär. Die taz nannte ihn angesichts seiner vielen Stimmungsschwankungen „den spätreifen Punk“.

„No risk, no fun“ – Marcel Siems Motto

Den Anfang machte Marcel Siem mit sechs Jahren mit einem Damengolfschläger. Seine Eltern waren Gastronomen auf der Golfanlage GC Much. Für Siem war dies der ideale Einstieg in seine Sportkarriere. Während andere Kinder Fußball spielten, beschäftige er sich mit Chips aus Bunkern oder Schlägen über Bäume. Sein Motto damals wie heute: „No risk, no fun.“

Das charakterisiert den Deutschen ziemlich genau, dessen Ehrgeiz und Ungeduld ihn schon mehrfach bessere Ergebnisse gekostet haben. Schon als Jugendlicher galt Siem als besonders aufbrausender Typ, der schon mal einen Schläger aus Wut zertrümmerte oder ins Wasser warf. Sein Nervenkostüm und seine Geduld wurden lange Zeit auf die Probe gestellt. Doch sein Talent war unbestritten und so galt er als größtes Nachwuchstalent seit Bernhard Langer.

„Lieber grandios scheitern, als langweilig Erfolg zu haben“

1987 nahm er als jüngster Golfer im Rahmen der Sony Jugendförderung an Thomas Gottschalks Sendung „Na sowas!“ teil und versuchte vergeblich, dem Moderator das Golfen näherzubringen. Nach zahlreichen Erfolgen wechselte Siem 2000 ins Profilager. Die Umstellung war hart, denn ab hier galt nur das Ergebnis. Jede Woche an einem anderen Ort, in einem anderen Hotel, zudem das Messen mit den Topstars – der Heißsporn brauchte seine Zeit, um sich zurechtzufinden. Außerdem musste er seine Nerven im Zaum halten.

Erst 2004 kam der ersehnte erste Profierfolg: der Deutsche siegte bei der Dunhill Championship im südafrikanischen Johannesburg. 2006 gewann Marcel Siem zusammen mit Bernhard Langer den World Team Cup – sein bis dato bestes Ergebnis. Danach stagnierte sein Golf: Drei Jahre lang trat der Publikumsliebling auf der Stelle. Bei Siem galt seit jeher das Lustprinzip: Lieber grandios scheitern, als langweilig Erfolg zu haben. Mit dieser Methode sammelte der Golfer zwar Respekt, aber keine Top-Platzierungen. Zudem schienen ihm die Sonnenseiten des Lebens angenehmer zu sein. Beim ersten European-Tour-Sieg seines Landsmanns Martin Kaymer stand Siem Zigarette rauchend und mit einer großen Champagner-Flasche bewaffnet am Rand, um den Erfolg mit Kaymer zu feiern.

Marcel Siem in den Top 100 der Welt

2012 konnte Marcel Siem die Alstom Open de France auf dem Le Golf National in Paris, Frankreich, gewinnen. (Foto: Getty)

2012 konnte Marcel Siem die Alstom Open de France auf dem Le Golf National in Paris, Frankreich, gewinnen. (Foto: Getty)

2010 änderte Siem seine Einstellung. Mit seinem neuen Coach Günter Kessler, der auch Martin Kaymer betreut, arbeitete er an seinem Schlagstil und seiner Konstanz. Zudem redete Vater Heinz dem Lebemann ins Gewissen. Statt viel und oft zu feiern, hieß es: Kondition verbessern! Zudem übernahmen seine Eltern das Management des Ratingers. Langsam aber stetig ging es wieder bergauf. In der Weltrangliste kletterte der Deutsche allmählich empor, ehe 2012 der Knoten platzte. Nach über 226 Turnieren und 8 Jahren und 165 Tagen ohne Titel siegte Marcel Siem bei den Alstom Open de France und katapultierte sich bis auf Rang 58.

Seine alte Schwäche ist seine neue Stärke: Marcel Siem ist ruhiger geworden, lässt sich durch Tiefschläge nicht mehr so leicht runterziehen. Das liegt sicherlich an seiner kleinen Familie: Siem ist seit 2010 fest mit Freundin Laura liiert und 2011 Vater von Tochter Viktoria geworden.

Der deutsche Pro träumt vom Masters

Nachdem Marcel Siem im Jahr 2013 die Trophée Hassan II gewinnen konnte, begann für ihn 2014 ein wirklich erfolgreiches Jahr. Der deutsche Pro wurde bei der BMW PGA Championship Siebter und schloss die US Open auf dem T12. Rang ab. Außerdem gewann er das BMW Masters in China, so dass er im Race-to-Dubai-Ranking weit nach vorne rutschte, was ihm erstmals die Teilnahme an der WGC Cadillac Championship 2015 ermöglichte. Bei dem Turnier im März vergangenen Jahres konnte er sich dann, nachdem er am dritten Tag weit über Par war, noch auf den geteilten 38. Rang schieben.

2015 gestaltete sich für Siem sehr durchwachsen. Nach einem geteilten 48. Platz beim Omega European Masters in der Schweiz flog er aus der Top 100 der Weltrangliste, spielte aber bei der PGA Championship Anfang August mit, obwohl er die eigentlichen Qualifikationskriterien nicht erfüllt hatte. Außer seinem vierten Platz bei der Nedbank Golf Challenge zu Saisonanfang und einer vereinzelten Top-25-Platzierung blieben die Erfolge aus. Siem träumt außerdem immernoch davon, am Masters in Augusta teilnehmen zu dürfen. Um sich wie ersehnt unter die besten 50 Spielern der Welt zu mischen, muss er allerdings in der neuen Saison Gas geben.


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