Marcel Siem

Marcel Siem wurde 2000 zum professionellen Golf-Spieler. Seit 2001 ist er ohne Unterbrechung auf der European Tour dabei. Im aktuellen Jahr will der Golfer aus Mettmann sich dauerhaft unter den Top 50 der Weltrangliste etablieren.

Siem bei den Irish Open
Spieler Profil

Marcel Siem

  • Deutschland
  • Swings: R
  • Pro seit: 2000
  • Geburtstag 15.07.1980
  • Geburtsort Mettmann
  • Größe 1,87 M
  • Weltranglistenposition 103
  • Preisgeld ET: 7.284.717 €, PGA: $ 27.352.632
  • Letztes Turnier PGA Championship
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Ergebnisse Marcel Siem

Saison Datum Tour Turnier Pos To Par R1 R2 R3 R4 Total
2015 6.11 - 9.11 European Tour WGC HSBC Champions T48 5 72 72 76 73 293
2015 4.12 - 7.12 European Tour Nedbank Golf Challenge 4 -9 68 72 71 68 279
2015 21.1 - 24.1 European Tour Commercial Bank Qatar Masters T102 4 74 74 - 148
2015 29.1 - 1.2 European Tour Omega Dubai Desert Classic T94 1 75 70 - 145
2015 10.2 - 15.2 PGA Tour AT&T Pebble Beach National Pro-Am T18 -14 67 73 63 70 273
2015 5.3 - 8.3 World Golf Championship WGC - Cadillac Championship T38 4 78 72 75 67 292
2015 5.3 - 8.3 World Golf Championship WGC - Cadillac Championship T38 4 78 72 75 67 292
2015 26.3 - 29.3 European Tour Trophee Hassan II T73 3 68 79 - 147
2015 16.4 - 19.4 PGA Tour RBC Heritage - 2 71 73 -- -- 144
2015 21.5 - 24.5 European Tour BMW PGA CHAMPIONSHIP T77 2 74 72 - 146
2015 28.5 - 31.5 European Tour Irish Open T135 12 77 77 - 154
2015 18.6 - 21.6 Major US Open Golf 2015 - 6 73 73 -- -- 146
2015 25.6 - 28.6 European Tour BMW International Open T47 -5 71 70 70 72 283
2015 2.7 - 5.7 European Tour Alstom Open de France T24 1 69 73 74 69 285
2015 9.7 - 12.7 European Tour AAM Scottish Open T53 -3 69 67 73 68 277
2015 16.7 - 19.7 Major 144th OPEN CHAMPIONSHIP T1 0 - - - 0
2015 16.7 - 20.7 Major The Open Championship - 1 70 75 -- -- 145
2015 23.7 - 26.7 European Tour Omega European Masters T48 -1 68 70 74 67 279
2015 6.8 - 9.8 European Tour / WGC WGC – Bridgestone Invitational T37 3 70 73 69 71 283
2015 6.8 - 9.8 World Golf Championship WGC - Bridgestone Invitational T37 3 70 73 69 71 283
2015 13.8 - 16.8 Major PGA Championship T48 -1 70 70 73 74 287
2015 13.8 - 16.8 Major US PGA CHAMPIONSHIP - 0 - - - - 0

Der am 15. Juli 1980 in Mettmann geborene Marcel Siem gilt als einer der emotionalsten Golfprofis der Szene. Seine Wutausbrüche und Achterbahnfahrten auf und abseits des Grüns sind legendär. Die taz nannte ihn angesichts seiner vielen Stimmungsschwankungen „den spätreifen Punk“.

“No risk, no fun” – Marcel Siems Motto

Den Anfang machte Marcel Siem mit sechs Jahren mit einem Damengolfschläger. Seine Eltern waren Gastronomen auf der Golfanlage GC Much. Für Siem war dies der ideale Einstieg in seine Sportkarriere. Während andere Kinder Fußball spielten, beschäftige er sich mit Chips aus Bunkern oder Schlägen über Bäume. Sein Motto damals wie heute: „No risk, no fun.“

Das charakterisiert den Deutschen ziemlich genau, dessen Ehrgeiz und Ungeduld ihn schon mehrfach bessere Ergebnisse gekostet haben. Schon als Jugendlicher galt Siem als besonders aufbrausender Typ, der schon mal einen Schläger aus Wut zertrümmert oder ins Wasser geworfen hat. Sein Nervenkostüm und seine Geduld wurden lange Zeit auf die Probe gestellt. Doch sein Talent war unbestritten und so galt er als größtes Nachwuchstalent seit Bernhard Langer.

“Lieber grandios scheitern, als langweilig Erfolg zu haben”

1987 nahm er als jüngster Golfer im Rahmen der Sony Jugendförderung an Thomas Gottschalks Sendung „Na sowas!“ teil und versuchte vergeblich, dem Moderator das Golfen näherzubringen. Nach zahlreichen Erfolgen wechselte Siem 2000 ins Profilager. Die Umstellung war hart, denn ab hier galt nur das Ergebnis. Jede Woche an einem anderen Ort, in einem anderen Hotel, zudem das Messen mit den Topstars – der Heißsporn brauchte seine Zeit, um sich zurechtzufinden. Außerdem musste er seine Nerven im Zaum halten.

Erst 2004 kam der ersehnte erste Profierfolg: der Deutsche siegte bei der Dunhill Championship im südafrikanischen Johannesburg. 2006 gewann Marcel Siem zusammen mit Bernhard Langer den World Team Cup – sein bis dato bestes Ergebnis. Danach stagnierte sein Golf: Drei Jahre lang trat der Publikumsliebling auf der Stelle. Bei Siem galt seit jeher das Lustprinzip: Lieber grandios scheitern, als langweilig Erfolg zu haben. Mit dieser Methode sammelte der Golfer zwar Respekt, aber keine Top-Platzierungen. Zudem schienen ihm die Sonnenseiten des Lebens angenehmer zu sein. Beim ersten European-Tour-Sieg seines Landsmanns Martin Kaymer stand Siem Zigarette rauchend und mit einer großen Champagner-Flasche bewaffnet am Rand, um den Erfolg mit Kaymer zu feiern.

Marcel Siem in den Top 100 der Welt

2012 konnte Marcel Siem die Alstom Open de France auf dem Le Golf National in Paris, Frankreich, gewinnen. (Foto: Getty)

2012 konnte Marcel Siem die Alstom Open de France auf dem Le Golf National in Paris, Frankreich, gewinnen. (Foto: Getty)

2010 änderte Siem seine Einstellung. Mit seinem neuen Coach Günter Kessler, der auch Martin Kaymer betreut, arbeitete er an seinem Schlagstil und seiner Konstanz. Zudem redete Vater Heinz dem Lebemann ins Gewissen. Statt viel und oft zu feiern, hieß es: Kondition verbessern! Zudem übernahmen seine Eltern das Management des Ratingers. Langsam aber stetig ging es wieder bergauf. In der Weltrangliste kletterte der Deutsche allmählich empor, ehe 2012 der Knoten platzte. Nach über 226 Turnieren und 8 Jahren und 165 Tagen ohne Titel siegte Marcel Siem bei den Alstom Open de France und katapultierte sich bis auf Rang 58.

Seine alte Schwäche ist seine neue Stärke: Marcel Siem ist ruhiger geworden, lässt sich durch Tiefschläge nicht mehr so leicht runterziehen. Das liegt sicherlich an seiner kleinen Familie: Siem ist seit 2010 fest mit Freundin Laura liiert und 2011 Vater von Tochter Viktoria geworden.

Der deutsche Pro träumt vom Masters

Nachdem Marcel Siem im Jahr 2013 die Trophée Hassan II gewinnen konnte, begann für ihn 2014 ein wirklich erfolgreiches Jahr. Der deutsche Pro wurde bei der BMW PGA Championship Siebter und schloss die US Open auf dem T12. Rang ab. Außerdem gewann er das BMW Masters in China, so dass er im Race-to-Dubai-Ranking weit nach vorne rutschte, was ihm erstmals die Teilnahme an der WGC Cadillac Championship 2015 ermöglichte. Bei dem Turnier im März konnte er sich dann, nachdem er am dritten Tag weit über Par war, noch auf den T38. Rang schieben.

2015 ist bisher ein sehr durchwachsenes Jahr für Siem. Im Juli flog er nach einem geteilten 48. Platz beim Omega European Masters in der Schweiz aus der Top 100 der Weltrangliste, spielte aber bei der PGA Championship Anfang August mit, obwohl er die eigentlichen Qualifikationskriterien nicht erfüllt hatte. Siem träumt außerdem immernoch davon, am Masters in Augusta teilnehmen zu dürfen. Dieses Jahr ist er nur knapp gescheitert und noch nicht unter den besten 50 Spielern der Welt angelangt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.


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