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Volunteers beim Masters: Eine Ehre dabei zu sein

03. Apr 2016
Parkwächter Keisha Whitaker und Kara Lamberth. (Foto: Golf Post)
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Volunteers in Augusta sind immer mit Herzblut bei der Sache. Doch wie wird man Volunteer beim Masters?

Sie weisen Autos in die Parkplätze ein, bitten Zuschauer möglichst ruhig zu sein, wenn gerade abgeschlagen wird, oder helfen den Journalisten die Spieler zum Interview zu bringen: Es sind die Volunteers beim Masters im Augusta National Golf Club, die helfen, wo sie können. Aber, wie soll es auch anders sein, beim Masters ist es nicht wie bei den meisten anderen großen Sportevents.

Schon die Frage, wie viele Volunteers beim Masters im Einsatz sind, wird von den Verantwortlichen mit „So viele wie nötig sind“ beantwortet. Auch ist die Anzahl der Volunteers beim Masters viel niedriger als woanders. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht genug sind, es heißt nur, dass die vielen Helfer nicht Volunteers im herkömmlichen Sinne sind, sondern Helfer, die für ihre Arbeit auch bezahlt werden, selbst wenn die Bezahlung nicht sehr hoch ist. Laut Augusta National liegt das daran, dass Clifford Roberts, der den Klub und damit das Masters mit Bobby Jones ins Leben gerufen hat, wichtig war, dass Leute für ihre Arbeit finanziell belohnt werden.


Volunteers dürfen auf dem Augusta National spielen

Und auch wenn die Löhne nur knapp über dem amerikanischen Mindestlohn von 7.25 US-Dollar pro Stunde liegen, gibt es andere Vorteile, beim Masters dabei zu sein. So öffnet der Klub im Mai für vier Tage die Tore und erlaubt den Volunteers eine Runde im wohl exklusivsten Klub der Welt zu spielen.

Die wenigen wirklichen Volunteers – also die, die gar nichts bezahlt bekommen – werden unter anderem in der Presseabteilung, als Kurs-Marshalls und bei den Leaderboards eingesetzt. Allerdings ist es fast genauso schwer Volunteer zu werden, wie es ist als Normalsterblicher eine Runde im Augusta National Golf Club spielen zu dürfen. Man kann sich nicht bewerben, sondern muss jemanden kennen. Daher gibt es bei den Volunteers eine ähnliche Geheimnistuerei wie bei den Klubmitgliedern. Sie tun ihre Arbeit – meist sehr gut –, sind wahnsinnig höflich und dürfen aber eigentlich nichts sagen.

Die Männer und Frauen aus fast allen Altersklassen kommen nicht nur aus ganz Amerika, sondern auch aus anderen Teilen der Welt. So ist eine Frau extra aus Neuseeland angereist. Sie hat ihren Flug selbst bezahlt, muss für ihre eigene Unterkunft sorgen und darf dafür ohne Entgelt arbeiten. „Natürlich komme ich im nächsten Jahr wieder, ich hoffe sie nehmen mich.“

Schon die Mutter war dabei

Aber auch die ‚Halb-Volunteers‘, die etwas bezahlt bekommen, tun es mehr aus Liebe zum Masters als des Geldes wegen. Chemie-Studentin Kara Lamberth zum Beispiel tritt in den Fußstapfen ihrer Mutter. „Schon meine Mutter hat Autos auf den Parkplätzen eingewiesen und sie hat mir erzählt, wie toll die Arbeit ist. Das wollte ich dann auch mal machen. Nun bin ich schon zum siebten Mal dabei, davon fünfmal als Manager. Ich bin aus Augusta, daher bin ich mit dem Masters groß geworden. Es macht einfach Spaß dabei zu sein.“

Wie Lamberth ist auch Lauren Sterling von einer Firma angestellt, die wiederum vom Klub angestellt ist. „Ich mache dies nun seit elf Jahren,“ sagt Sterling, der Fans davon abhalten soll, zu nah an das Klubhaus zu gelangen. Der ehemalige Soldat, der ein Jahr in Deutschland gedient hat, bereitet sich sogar richtig auf seinen Einsatz beim Masters vor. „Wir stehen dort, wo Leute sich vor dem Klubhaus fotografieren lassen können. Manche stehen recht lange dort und kommen dann mit mir ins Gespräch. Sie fragen dann, was für ein Baum das ist oder wie lang die Magnolia Lane ist. Da ist es wichtig, dass ich solche Fragen beantworten kann.“

Und wo war der Eisenhower Tree?

Auch die Volunteer Marshalls am 17. Loch haben sich gut vorbereitet. Als sie an den ersten Tagen ständig gefragt werden, wo denn der berühmt-berüchtigte Eisenhower Tree war, zeigen sie auf einen kleinen Kieferzapfen, der auf einer Anhöhe steht. Warum denn der Kieferzapfen dort steht, werden die Marschalls gefragt. „Damit wir den Gästen genau zeigen können, wo der Eisenhower Tree stand.“ Mit oder ohne Bezahlung, die Volunteers beim Masters wollen eben guten Service bieten.

 

Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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