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Golf-Welttour durch die Hintertür? Briten basteln an Millionen-Serie

Rose wählt Fort Worth statt Wentworth, Woods will‘s kurz, „Beef“ zeigt Muckis und Dame Davies fordert Altmeister. Die Back Nine.

World Golf Series Back Nine
Weltweit soll die World Golf Series ausgetragen werden - und reich dotiert soll sie sein. (Fotos: NOAA/NASA GOES Project und Getty)

Kommt die nächste Dollar-Schwemme im Golfsport? Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ bastelt die britische Initiative „World Golf Group“ bereits seit einem Jahr an einer Turnierserie mit weltweit 15 bis 20 Events, die jeweils einen Preisgeldtopf von 20 Millionen Dollar haben, die Crème de la Crème der Profis anlocken und von Bluechip-Sponsoren unterstützt werden sollen. Heißen wird das Ganze demnach „World Golf Series“ und würde selbst die fetten Dollar-Weiden auf der PGA Tour eher wie karges Brachland aussehen lassen, ist doch sogar die Players Championship als derzeit global lukrativstes Turnier „nur“ mit insgesamt elf Millionen Dollar dotiert. Während „Reuters“ angibt, die entsprechenden Informationen aus zahlreichen Quellen zu beziehen, findet „World-Golf-Group“-Chef Richard Marsh „einen Kommentar zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht“. Sollten die hochtrabenden Pläne tatsächlich real werden, so wäre das die seit langem diskutiere Welttour quasi durch die Hintertür, wenngleich diese mit den Majors, den WGC-Turnieren, der Players und anderen Top-Turnieren de facto ohnehin bereits existiert.

Abgesehen vom erbitterten Widerstand der PGA Tour gegen einen solchen Rivalen, dürfte das Vorhaben noch einen weiteren Malus haben: Es würde wohl keine Weltranglistenpunkte geben. „Die Serie hat schlechte Karten, wenn sie nicht mindestens sechs Spieler aus den Top 10 verpflichten kann. Aber jeder Deal mit einem Profi kreist auch um Weltranglistenpunkte“, zitiert „Reuters“ den Spieler-Agenten Chubby Chandler. „Und weil die Turniere niemals fürs Ranking zählen werden, wird das die Leute am Ende eher Geld kosten. Ich denke, da müssen noch eine Menge Hürden genommen werden.“

Rose macht Pflichtstart zum Erfolg

Unplanmäßig: Justin Rose holte sich beim Fort Worth Invitational seinen neunten Titel auf der PGA Tour, aber eigentlich wollte der Olympiasieger in Texas gar nicht antreten, das Turnier war für ihn eher eine Pflichtveranstaltung. Denn viel lieber hätte Rose die BMW PGA Championship gespielt und damit die European Tour unterstützt, wenn da nicht jene Regel der PGA Tour wäre, jedes Turnier des Kalenders binnen vier Jahren wenigstens einmal zu spielen. Der 37-jährige Engländer hatte die Wahl: Entweder zugunsten der John Deere Classic auf die Scottish Open als Open-Championship-Präparation für Carnoustie zu verzichten, zum Auftakt der Ryder-Cup-Vorbereitung bei der Wyndham Championship anzutreten oder eben in Fort Worth statt in Wentworth an den Start zu gehen. Er traf eine – Achtung Wortspiel – „wert-haltige“ Entscheidung und belohnte sich mit dem Siegerscheck über 1,278 Millionen Dollar.

Duften wie Darren

Day and Night: Darren Clarke macht in Parfüm. Der British-Open-Champion von 2011 und Ryder-Cup-Teamchef von 2016 hat sein eigenes Riechwasser auf den Markt gebracht – „exklusiv für den Gentleman-Golfer“, wie es in der Werbung heißt. In Zusammenarbeit mit einem renommierten Hersteller  darf man(n) künftig doppelt duften wie Darren. Tagsüber gibt‘s das Eau de Parfum mit Noten von Grapefruit, leichtem Pfeffer, Zedernholz und Vanille, während „Darren Clarke Night“ mit einer Komposition von Safran, Thymian, Leder, Muskat, Moschus sowie Zedern- und Räucherholz betört. Gut, dass die splendide Melange ohne das G‘schmäckle der Niederlage von Hazeltine auskommt…



„Trotz meiner Hühnerstelzen“: Woods für Shorts

Kniefrei: Tiger Woods hat sich für kurze Hosen auf der PGA Tour, nach Vorbild der European Tour zumindest bei Trainingsrunden und Pro-Ams, ausgesprochen und dabei eine schöne Portion Selbstironie an den Tag gelegt. „Wir reisen mit der Sonne und spielen in einigen der heißesten Klimabereiche auf diesem Planeten“, sagt der 14-fache Majorsieger in einem Facebook-Talk mit Ballausrüster Bridgestone. „Es wäre klasse, Shorts zu tragen. Selbst ich mit meinen Hühnerstelzen würde sie anziehen.“ Bei Woods‘ nächster Hero World Challenge auf den Bahamas darf übrigens ein Tiger-Fan in kurzen Hosen an der Seite des Superstars über den Platz laufen – und ihm die Tasche tragen. Für 50.000 Dollar hatte der noch Unbekannte beim „Tiger Jam“ den Caddie-Job fürs Pro-Am ersteigert und verschafft damit dem etatmäßigen Bag-Man Joe LaCava einen freien Tag…

„Beef“ an der Langhantel

Viertelpfünder? Andrew „Beef“ Johnston ist eher dafür bekannt, dass er abseits des Golfplatzes Biergläser und Hamburger hebt, nicht nur als Testimonial für eine Fastfood-Kette. Auch wenn alle Welt gegenteiliges behauptet, gibt das offenbar doch Muckis – jedenfalls bei Johnston. Das „Performance Institut“ der European Tour zeigt den 29-jährigen Engländer an der Langhantel, 220 Kilogramm sind aufgelegt:



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Mit 15 auf der European Tour

Jugend forsch: Tom McKibbin ist 15 Jahre alt, kommt aus Nordirland und wie sein großes Vorbild sogar aus dem Holywood Golf Club, gilt aber nicht allein deswegen als nächster Rory McIlroy. Beim Shot Clock Masters vom 7. bis 10, Juni im österreichischen Atzenbrugg darf McKibbin nun sogar im Reigen der European Tour aufteen; der Veranstalter gab den Start des Talents bekannt, das bereits 16. Turniere im Juniorenbereich gewonnen hat.

Logisch: „Klampfe“ für den Nashville-Sieger

Klingendes Siegeszeichen: Was gibt es nicht alles an Trophäen im Golfsport, Pokale von elegant bis potthässlich, mittlerweile fast eine Inflation an Sakkos, dazu Dolche und jede Menge Staubfänger mehr. Mal ganz was Neues freilich ist die Gewinner-Gitarre, die Cameron Davis dieses Wochenende auf der Web.com-Tour in die Höhe recken durfte. Der australische Pro gewann nämlich die Nashville Golf Open, und weil die Hauptstadt des US-Bundesstaats Tennessee nun mal als Zentrum der Country-Musik gilt, ist eine „Klampfe“ wohl ebenso folgerichtig wie unvermeidlich.





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Laura Davies fordert die Ü50-Herren

Herausforderung: Laura Davies ist Englands beste Golferin, die von der Queen zur „Ritterin“ des Order of the British Empire geschlagene und mit Titel Dame Commander belehnte Proette holte vier Majors, war erste nichtamerikanische Gewinnerin der LPGA-Geldrangliste und dominierte sieben Mal die Ladies European Tour Order of Merit. Anfang Juni stellt sich Davies einer neuen Herausforderung. Die 54-Jährige nimmt als erste Frau an einem Turnier des europäischen Ü50-Circuits teil, der seit dieser Saison Staysure Tour heißt. Beim Shipco Masters im dänischen Simon‘s Golf Club misst sie sich mit Altmeistern wie Colin Montgomerie oder Ian Woosnam. „Du bekommst nur eine Chance, etwas zum ersten Mal zu machen, und diese Zeit ist jetzt gekommen“, sagte Davies.

Autsch: Frühförderung geht ins Auge

Zum Schluss: Manchmal kann die frühkindliche Golfförderung ganz schön ins Auge gehen – erst recht, wenn Papa Blewett eine Art Trickshot im Sinn hat. Dabei hat der dreijährige Sam an anderer Stelle schon bewiesen, dass er durchaus mit einem Schläger umgehen kann. Ansonsten gibt es zu diesem Video nur eins zu sagen: Autsch!

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