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European Tour: „Golf-Professor“ führt in Hamburg, Lokalmatador mischt mit

Bryson DeChambeau zeigt die beste Runde zum Auftakt der Porsche European Open. Ein Hamburger ist ihm dicht auf den Fersen.

Bryson DeChambeau bei der Porsche European Open auf der European Tour. (Foto: Gttey)
Bryson DeChambeau bei der Porsche European Open auf der European Tour. (Foto: Gttey)

Bei der Porsche European Open, dem zweiten Turnier der European Tour in Deutschland in diesem Jahr, ist überraschend Benedikt Staben als bester Deutscher gestartet. Der Hamburger, der auch Mitglied im gastgebenden Club der Green Eagle Golf Courses ist, zeigte eine 67er Runde (-5). Doch auch Max Kieffer, Marcel Siem und Florian Fritsch liegen aussichtsreich im Rennen um den Cut. An der Spitze des Leaderboards platziert sich vorerst Bryson DeChambeau.

Der Amerikaner, der nach der Open Championship der Einladung des Turnierveranstalters folgte und nach Deutschland kam, zeigte zum Auftakt des European-Tour-Turniers in Winsen (Luhe) eine starke Leistung und brachte eine 66er Runde ins Clubhaus: "Das müsste eine meiner niedrigsten Runden auf der European Tour sein", freute sich DeChambeau anschließend. "Ich habe es geschafft, meine Fehlschläge an den richtigen Stellen zu spielen und einige Putts zu machen - wenn einem das hier gelingt, dann spielt man oben mit."

Trotz seines sehr guten Auftaktes vergaß der 24-Jährige, der einen sehr wissenschaftlichen Ansatz des Golfspielens verfolgt und daher gern als "Golf-Professor" bezeichnet wird, nicht zu erwähnen, wie gut der Platz in Schuss sei, obwohl es schon so lange nicht geregnet habe. Man könne dem Team gar nicht genug danken, so der zweimalige PGA-Tour-Sieger. Und auch über die zahlreichen Zuschauer, die seinen Flight begleiteten, habe er sich sehr gefreut. "Der Platz ist wunderschön und ich bin sehr dankbar für die vielen Fans, die uns auf der Runde begleitet haben."


Benedikt Staben nutzt Gastspiel auf der European Tour

Nur einen Schlag hinter dem Ryder-Cup-Aspiranten aus Kalifornien liegt Lokalmatador Benedikt Staben. Für den 28-Jährigen geriet der Auftakt der Porsche European Open zu einer sehr emotionalen Angelegenheit. Der Hamburger, der normalerweise auf der Pro Golf Tour antritt, hatte bei seinem Gastspiel an selber Stelle im letzten Jahr noch seinen Vater als Caddie dabei. Anfang 2018 verstarb dieser, nun zeigte Staben seine beste Runde auf der European Tour und liegt auf dem geteilten zweiten Platz. Anfangs habe er Probleme gehabt, seinen Fokus zu finden, doch ab der dritten Bahn sei es ihm gelungen, sich zu konzentrieren und in sein Spiel zu finden.

Max Kieffer: "Ich habe versucht, mein Spiel ein bisschen weniger zu kontrollieren"

Max Kieffer gelang hingegen gleich zum Auftakt ein Birdie, drei weitere sollten auf den ersten 18 Löchern der Porsche European Open bei nur einem Bogey folgen. "Morgens zu spielen ist schon ein kleiner Vorteil", konstatierte der 28-Jährige anschließend. "Ich habe gut gespielt. Ich habe versucht, mein Spiel ein bisschen weniger zu kontrollieren und es mehr laufen zu lassen." Scheinbar gelang dem Düsseldorfer dies - mit einer 69er Auftaktrunde liegt Kieffer derzeit in den Top 20.

Auch Marcel Siem und Florian Fritsch unter Par

Marcel Siem und Florian Fritsch spielten ebenfalls unter Par, hatten aber im Gegensatz zu Kieffer beide mehr als nur einen Schlagverlust auf der Scorekarte. Siem notierte zwei Bogeys und drei Birdies und meinte anschließend, er sei dennoch zufrieden mit sich und dem Platz, der ob seiner Länge bei Temperaturen von über 30 grad im Schatten zu einer echten Herausforderung werde.



Fritsch lud sich nach einem Schlag ins Wasser auf Bahn 3 ein Doppelbogey auf. Der 32-Jährige war auf der Back Nine gestartet und lag zuvor schon drei unter Par. Anschließend gelang ihm aber kein Schlaggewinn mehr. "Ich habe nach dem Doppelbogey schon wieder in die Spur gefunden, konnte aber leider nichts mehr daraus machen. Es war aber eine gute eins unter und nichts 'Zusammengekratztes' mit viel Glück. Das stimmt mich positiv für morgen."

Sebastian Heisele fast mit Heimat-Hole-in-One, Amateur John in den Top 10

Sebastian Heisele gelang derweil beinahe das erste Ass des Turniers. An der 17 verfehlte der 29-Jährige das Loch haarscharf, das resultierende Birdie allerdings sorgte mit einigen anderen Schlaggewinnen dafür, seine Runde nach einem Doppelbogey-Rundenstart wieder in die richtigen Bahnen zu lenken und mit seiner 71 die Weichen für den Cut nach dem morgigen Turniertag zu stellen.



Beeindruckend geriet auch die Runde des deutschen Amateurs Allen John, der dank eines fulminanten Endspurts mit vier Birdies auf den letzten sechs Löchern hervorragend in das Turnier startete. Mit seiner 68er Auftaktrunde ließ der 30-jährige schwerhörige Golfer, der vor sechs Jahren schon einmal eine Saison lang Profi auf der Challenge Tour gewesen war und sich wegen einer Verletzung hatte reamateurisieren lassen, manchen Landsmann von der European Tour erblassen und ist mit vier Schlägen unter Par derzeit geteilter Sechster. Ebenso wie seinen Rang muss er sich Titel des bestgestarteten Amateurs muss allerdings mit dem Norweger Viktor Hovland teilen, dem ein ebenso fliegender Start gelang.

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Peter Maier-Borst

    Allen John startete auf der 10, es war also kein Schlussspurt sondern ein Zwischenspurt auf beeindruckende -4 nach 9 Löchern, die Allen dann scheinbar recht locker heimgebracht hat. Ich hoffe, er ist morgen öfters zu sehen – und natürlich am späten Sonntagnachmittag.

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