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Eisenhower Tree in Augusta: Ist er überhaupt weg?

03. Apr 2016
Der Eisenhower Tree ist auf der 17 nicht mehr zu sehen. Stört aber auch niemanden. (Foto: Getty)
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Dem berühmten Eisenhower Tree weint mittlerweile keiner mehr eine Träne nach. Unser Autor hat sich umgehört.

Im Februar 2014 gelang einem heftigen Unwetter etwas, was sogar dem Präsidenten der Vereinigten Staaten verwehrt geblieben ist. Das Unwetter schaffte es nämlich das Komitee des Augusta National Golf Clubs zu überzeugen eine Weihrauch-Kiefer (Pinus taeda) – auch Amerikanische Terpentin-Kiefer genannt – die inmitten des 17. Fairway stand, zu entfernen.

Schon 1956 soll der damalige US Präsident Dwight Eisenhower das Komitee gefragt haben ob sie die Kiefer fällen können. Grund für diese Bitte soll die Tatsache gewesen sein, dass Eisenhower, der mit einem Handicap von so um die 14 spielte, immer wieder in den Baum schlug. Es gibt zwei Geschichten wie der Klub reagierte: Zum einen wird behauptet dass der Vorschlag entrüstet abgelehnt wurde, zum anderen sagt man, dass der damalige Vorsitzende Clifford Roberts die Sitzung abbrach um dem Präsidenten eine Niederlage zu ersparen.


Berühmteste Kiefer der Welt

Welche Geschichte auch immer wahr ist, Tatsache ist, das der Baum stehen blieb und fortan Eisenhower Tree genannt wurde. Bis eben zu jenem Februar 2014, als der Klub eine kurze Presseerklärung verschickte in der der Vorsitzende Billy Payne vier Zeilen zu der wohl berühmtesten Kiefer der Welt schrieb: „Die Nachricht über den Verlust des Eisenhower Tree ist nicht leicht zu akzeptieren. Wir haben uns bei den besten Baumpflegern erkundigt und uns wurde leider mitgeteilt, dass der Baum sich nicht mehr erholen kann. Wir haben Überlegungen gestartet wie man am besten die Zukunft des 17. Loches gestaltet und wie man diesem ikonischem Symbol unserer Geschichte gerecht werden kann.“

Eisenhower hätte sich vermutlich gefreut, auch wenn sein Freund Arnold Palmer, der das Mastes vier Mal gewinnen konnte, der lokalen Zeitung sagte, dass er glaube das der Präsident doch traurig gewesen wäre, wenn er erlebt hätte wie der Baum gefällt wurde. „Er liebte Augusta und ich denke tief im Inneren liebte er den Baum wohl auch, weil er ihn so irritierte.“

Tiger Woods verletzt sich unter dem Eisenhower Tree

Tiger Woods 2011 unter dem Eisenhower Tree. (Foto: Getty)

Tiger Woods 2011 unter dem Eisenhower Tree. (Foto: Getty)

Einer der dem Baum nicht nachweinen wird, ist Tiger Woods. Immerhin hat er sich 2011 bei einem recovery shot unter dem Baum so verletzt, dass er die nächsten zwei Majors verpasste und erst im August wieder an Turnieren teilnehmen konnte. „Ich kann nicht sagen, dass wir ihn vermissen werden. Aber wir werden bestimmt einen Unterschied merken. Daran gibt es keine Zweifel.“

Für den Südafrikaner Charl Schwartzel, der das Masters gewann, als Woods seine schmerzhafte Begegnung mit dem Eisenhower Tree hatte, ist der größte Unterschied auch ein optischer. „Optisch macht es natürlich einen Unterschied. Aber wenn, wie bei der ersten Runde der Wind von rechts kommt, dann machte der Baum keinen großen Unterschied aus. Aber wenn der Wind von links kam, musste man den Baum schon berücksichtigen“

Nichts lebt für immer

Bernhard Langer, der das Masters zwei Mal gewinnen konnte, gab sich philosophisch: „Der Eisenhower Tree ist Teil von Augustas Geschichte, aber diese Dinge passieren. Nichts lebt für immer. Das 17. Loch wurde ein sehr schwieriges Loch, daher glaube ich nicht, das die Profis den Baum zu sehr vermissen werden. Die Klub Mitglieder vermissen ihn vielleicht aus sentimentalen Gründen. Ich weiß nicht ob das 17. Loch dadurch besser wird, aber es wird zumindest normaler. Es gibt nicht viele Golf Löcher die einen Baum in der Mitte des Fairways haben.

Nur die Optik ist anders

Auch für Martin Kaymer hat der Verlust des Baumes hauptsächlich mit der Optik zu tun. „In der Vergangenheit habe ich schon immer drüber schlagen können, von daher ist es von der Länge her kein großer Unterschied. Halt nur von der Optik her. Man muss da eigentlich auch wieder draw hin schlagen. Und für mich ist es einfach linke Seite und einfach Gas geben. Für mich ist es also kein großer Unterschied.“

Für Präsident Eisenhower wäre es vermutlich schon ein großer Unterschied. Der ist allerdings 1969 verstorben – fast 55 Jahre bevor ’sein‘ Baum endlich gefällt wurde.

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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