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US Open 2018: Brooks Koepka verteidigt den Titel gegen neuen Rekordhalter

Das Finale der US Open 2018 war großartig. Ein Rekord, die Chance auf Back-to-Back Majors und die Titelverteidigung sorgten für Spannung bis zum Schluss.

Brooks Koepka verteidigt den Titel bei der US Open 2018 und lässt Tommy Fleetwood trotz Rekordrunde hinter sich. (Foto: Getty)
Brooks Koepka verteidigt den Titel bei der US Open 2018 und lässt Tommy Fleetwood trotz Rekordrunde hinter sich. (Foto: Getty)

Tommy Fleetwood schreibt Geschichte, Patrick Reed nimmt kurzzeitig das zweite Major in Folge ins Visier und am Ende macht es Brooks Koepka einfach erneut. Das Finale der US Open 2018 im Shinnecok Hills Golf Club war lange Zeit spannend und offen.

Brooks Koepka gewinnt US Open 2018 dank starker Putts

Der alte Sieger der US Open ist gleichzeitig auch der neue. Brooks Koepka sichert sich nach seinem Sieg in Erin Hills im vergangenen Jahr direkt den nächsten Majortitel und macht die US Open damit zu "seinem" Turnier. Mit einem Ergebnis von eins über Par kann der junge Amerikaner damit den heranrauschenden Engländer Tommy Fleetwood knapp abwehren und sich die gesamte Runde über besonders auf seinen Putter verlassen. Ihm gelingt es damit erst als siebtem Profi überhaupt eine US Open zu verteidigen.

Im Anschluss an die Sieger-Zeremonie zeigte sich Koepka schwer beeindruckt mit der Situation. So gestand er sich ein, niemals auch nur davon geträumt zu haben, die US-Open-Trophäe zu verteidigen. Es sei einfach ein großartiges Gefühl, dass aber erst einmal richtig sacken müsse, so Koepka. Er dankte darüber hinaus den seiner Aussage nach frenetischen Fans und auch den Verantwortlichen der USGA und des Shinnecock Hills Golf Clubs für diesen extrem harten "Test of Golf".

Der 28-Jährige zeigte auf dem viel diskutierten Platz des Shinnecock Hills Golf Clubs bei erneut schwierigen, aber längst nicht mehr so harten Bedingungen wie noch am Vortag eine bärenstarke Performance auf den Grüns. Sehr wichtige Pars und Bogeys aus zwei bis vier Metern lochte Koepka sicher und hielt damit nach seinem starken Auftakt die Führung und den Score beisammen. Genau diese Putts begeisterten Koepka im anschließenden Interview auch an seinem Spiel. So sagte er, dass die acht Putts innerhalb von zehn Fuß für ihn viel, viel besser und wertvoller waren als eine Hand voll Birdies.  So war der Vorjahressieger aus Florida auf den ersten fünf Löchern direkt mit drei Birdies gestartet und hatte zwischenzeitlich drei Schläge Vorsprung. Dieser wurde jedoch schon früh angegriffen und wackelte lange Zeit, obwohl der ärgste Verfolger bereits im Clubhaus weilte.

Tommy Fleetwood schreibt bei der US Open 2018 Geschichte

Der Verfolger war niemand geringeres als der Race-to-Dubai-Sieger des vergangenen Jahres, Tommy Fleetwood. Der junge Vater schwang sich zu einer historisch tiefen Runde im Shinnecock Hills GC auf und verpasste den alleinigen Rekord bei einer US Open nur haarscharf. Am Ende lochte Fleetwood mit einem Par an Bahn 18 zur 63er Runde. Dies gelang bei einer US Open erst sechsmal zuvor und im Shinnecok Hills GC noch nie. Platzrekord also und die Chance auf den Titel. Mehr als zwei Stunden beobachtete Fleetwood das Treiben auf dem Platz und genoss die Zeit im Clubhaus am amerikanischen Vatertag standesgemäß mit seinem kleinen Sohn auf dem Schoß. Am Ende sollte es schließlich nicht reichen, doch der Tag wird auch so unvergesslich für ihn bleiben.

Patrick Reed und Dustin Johnson mischen ebenfalls lange oben mit

Ist die Spannung an der Spitze mit Koepka und Fleetwood noch nicht genug gewesen, mischten auch noch die Nummer eins der Welt und der amtierende Masters-Champion lange ganz oben mit. Patrick Reed legte dabei los wie die Feuerwehr und spielte seine ersten neun Löchern in vier Schlägen unter Par. Zwischenzeitlich sogar in geteilter Führung liegend, musste Reed zu Beginn seiner Back Nine jedoch zwei Rückschläge hinnehmen, die er nicht mehr ausmerzen konnte.


Anders verlief die Finalrunde von Dustin Johnson, der durchweg in der Spitzengruppe mitspielte, doch immer wieder nach Schlaggewinnen zurückstecken musste und unglückliche Putts einstreute. Gleich drei Mal "lippte" dem US-Open-Sieger von 2016 der Ball aus weniger als einem Meter aus und warf ihn immer wieder zurück auf Even Par. Ein Score, der schlichtweg am Finaltag nicht reichte, spielten schließlich Reed, Koepka und allen voran natürlich Tommy Fleetwood unter Par.

Finaltag der US Open 2018 sieht viele tiefe Scores

Allgemein wurde der Platz des Shinnecock Hills Golf Clubs am Finaltag von einigen Profis "auseinandergenommen". Neben Fleetwood gelang es gleich fünf weiteren Spielern mehr als zehn Schläge besser zu spielen als am Vortag. Rickie Fowler sorgte dabei mit seiner 65er Runde neben Fleetwood für das größte Ausrufezeichen und verbesserte sich um mehr als 30 Plätze. Auch Phil Mickelson, der am Vortag noch für einen der größten Skandale in der US-Open-Geschichte gesorgt hatte, zählte zu diesen Spielern und rehabilitierte sich zumindest was den Score anging.

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