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„Debütantenball“: Jason Day jagt acht Major-Aspiranten

19. Jun 2016
Jason Day hat noch Chancen bei der US Open 2016 seinen zweiten Majorsieg zu holen. (Foto: Getty)
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Vor dem US-Open-Finale: Ehrlicher Lowry, überraschender Landry, ambitionierter Spieth, schweigender McIlroy, verdächtiger Stenson.

Ist das die Truppe, die den US-Open-Triumph 2016 unter sich ausmacht? Jason Day jagt heute acht majorlose Konkurrenten rund um Spitzenreiter Shane Lowry, davon drei, die es zusammen auf 170 Majors bringen und bei denen der ganz große Wurf wahrhaft überfällig ist. Die Rede ist von Dustin Johnson, Lee Westwood und Sergio Garcia. Johnsons Trauma sind 40 erste und zweite Runden unter Par in den letzten neun Majors, während es am Wochenende nie zum „Finale furioso“ reichte, bloß zum Drama, der Drei-Putt-Kollaps auf dem 18. Grün von Chambers Bay lässt grüßen.

Lee Westwood ist der Profi mit den meisten Top-3-Majorplatzierungen (neun) ohne letztlichen Sieg, und Sergio Garcia war bei 71 Majors 20 Mal in den Top-10 und zehn Mal unter den besten Fünf. Die Drei haben wie 22 andere erstmal ihre dritte Runde beendet, bevor der finale „Debütantenball“ im Oakmont Country Club beginnen kann. Und vielleicht macht es ja auch Jason Day selbst. Der Weltranglistenerste wünscht sich für heute: „Je härter, desto besser, so wie ein US-Open-Sonntag halt sein sollte.“


Sportsmann Shane Lowry brockt sich Strafschlag ein

Selbstanzeige: Mit zwei Schlägen Vorsprung führt Shane Lowry das US-Open-Feld an, und es hätten drei sein können, wenn der Ire nicht so ein fairer Sportsmann wäre. Während der zweiten Runde bewegte sich sein Ball auf dem Grün der 16 beim Ansprechen, Lowry meldete den Fauxpas, notierte den fälligen Strafschlag und spielte überdies ein Bogey. Heute muss der Führende noch vier Löcher absolvieren und seinen Score zusammenhalten, bevor‘s in die Finalrunde geht: „Das ist doch genau die Position, in der man sein will“, sagte ein müder Lowry am Samstag Abend: „Dafür habe ich mich speziell in den vergangenen sechs Monaten abgerackert. Jetzt bin ich hier und will es genießen.“

„Nobody“ Andrew Landry schlägt sich mehr als wacker

Stabile Leistung: Andrew Landry bleibt die Überraschung dieser US Open. Der 28-jährige Texaner hielt sich auch am Samstag wacker in der Spitzengruppe, spielte unauffällig, doch vor allem fehlerlos. Seine Bilanz addiert sich mittlerweile auf 66 Prozent getroffener Fairways, 71 Prozent getroffener Grüns „in regulation“ und – besonders wichtig – 1,59 Putts im Schnitt. Der letzte Spieler, der sein US-Open-Debüt gewonnen hat, war übrigens der berühmte Francis Ouimet 1913.

Jason Dufner macht auf schräge Hose

Hingucker: Von John Daly und Billy Horschel kennt man ja Beinkleider, die manchmal das Geschmacksempfinden arg strapazieren, allerdings hat Jason Dufner in Sachen Golfhose ebenfalls ‘was drauf:

Der US-Open-Samstag in der Statistik

Zahlenwerk: Für die abgeschlossene Runde zwei haben die Statistiker folgende Werte ermittelt: Sechs Eagles, 396 Birdies, 1.553 Pars, 686 Bogeys, 118 Doppelbogeys und 13 „andere“ ergeben einen Durchschnitt von 73,60 Schlägen. Oakmont war also immer noch vergleichsweise brav. In der noch nicht abgeschlossenen dritten Runde liegt das Feld aktuell bei 71,98 Schlägen. Zum Finale wird sich der Platz, vor allem für die Spitzengruppen nochmals härter spielen, denn es werden Höchsttemperaturen von über 31 Grad erwartet.

Jordan Spieth braucht einen „Johnny Miller“

Remake? 1973 schoss US-Pro Johnny Miller in Oakmont eine 63, die als beste Golfrunde aller Zeiten gehandelt wird, obwohl der Platz nach tagelangem Regen extrem aufgeweicht war. Das will Jordan Spieth heute wiederholen: „So einen ,Johnny Miller‘ brauche ich im Finale“, sagte der Titelverteidiger nach seiner ausgeglichenen „Moving-Day“-Runde, in die der Texaner mit drei Birdies auf den ersten vier Löchern gestartet war. Miller lag damals sechs Schläge zurück und gewann die US Open mit einem Schlag Vorsprung, Spieth freilich liegt aktuell neun Schläge hinter Shane Lowry. Am intensiven Austausch mit Caddie Michael Greller scheitert es jedenfalls nicht:

Rory McIlroy verdrückte sich kommentarlos

Kommentarloser Abgang: Der trotz starken Starts doch noch verpasste Cut, der erste bei einem Major seit Muirfield 2013, hat Rory McIlroy tief getroffen. Die Journalisten ignorierend und jeden Kommentar verweigernd, verließ der Nordire am Samstag Nachmittag den Oakmont Country Club. Dabei schien es, als habe „Rors“ dank der „ambulanten“ Arbeit mit Trainer Michael Bannon am Vortag seinen Schwung wieder gefunden, als er auf seinen ersten sieben Löchern vier Birdies erzielte und mit +3 komfortabel innerhalb der Cut-Linie zu liegen schien. Doch nach allerhand Patzern, beispielsweise einem Vier-Putt auf Loch 3, und vor allem wegen des Doppelbogeys an seinem Schlussloch, der Neun, wurde es dann doch nur eine 71. Acht über Par waren zwei Schläge zu viel.

Zum Vatertag: Dad am Bag

Vatertags-Geschenk: Nick Hardy hatte am Samstag Vormittag ein ganz besonderes Präsent für seinen Vater John. Der 20-jährige Amateur aus Illinois gab Caddie Eric Markus früher frei und ließ für die beiden letzten Löcher den Dad ans Bag. Es war eine vorgezogene Geste für den US-Vatertag am Finalsonntag der US Open, den die Hardys wegen der zehn über Par des Juniors nicht aktiv erleben können.

Was Henrik Stenson von Edmondson lernen könnte

Eine Frage der Ehre? Knie- und Nackenprobleme gab Henrik Stenson am Samstag als Grund für seinen überraschenden Rückzug an. Es gibt Leute, die das bezweifeln, und den Verdacht haben, dass der Schwede beim Stand von +10 schlicht „keinen Bock“ hatte, früh aufzustehen, die letzten beiden Löcher seiner zweiten Runde zu spielen und dann doch am Cut zu scheitern. Eine ganz andere Moral bewies Zach Edmondson. Der 25-jährige Tingel-Pro lag nach 30 Löchern schon 28 über Par. Auf den letzten sechs Löchern indes riss sich der Mann aus North Carolina noch mal richtig zusammen („So sollte es nicht zu Ende gehen“), „schoss“ drei Birdies und zwei Pars, das dritte verpasste er durch ein „Lip-out“ auf der 18: „Es gab ja keinen Druck mehr und nichts zu gewinnen, aber ich wollte zeigen, was ich kann.“ Hochachtung!

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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