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Tiger Woods nimmt Auszeit: „Ich will zurück auf den Zenit“

12. Feb 2015
Tiger Woods meldet sich auf unbestimmte Zeit ab. "Ich spiele Turniere, um zu gewinnen. Sobald ich wieder dazu bereit bin, komme ich zurück." (Foto: Getty)
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„Mein Spiel und meine Ergebnisse sind derzeit nicht akzeptabel für Turniergolf“. Für die PGA Tour ein herber Schlag ins Kontor.

Die PGA Tour muss endgültig um ihre Galionsfigur bangen. Tiger Woods hat sich erneut vom Wettspielgeschäft abgemeldet. Fürs erste. „Mein Spiel und meine Ergebnisse sind derzeit nicht akzeptabel für Turniergolf“, verlautbart der 39-Jährige auf seiner Website. „Ich habe stets gesagt, dass ich auf höchstem Level spielen will, und ich komme erst zurück, wenn ich das wieder kann!“

In den US-Medien wurde in Anspielung auf Tigers Aussage in Torrey Pines über die nicht mehr zu aktivierenden Glutaeus-Muskeln schon geulkt, er habe jetzt auch „sein Spiel deaktiviert“. Andere Kommentatoren sprechen gar vom „Teil-Ruhestand“. „Ich brauche eine Menge Arbeit an meinem Spiel und Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind“, schrieb Woods selbst über seinen temporären Ausstieg und betont, dass seine jüngste Verletzung nichts mit der Rücken-OP zu tun habe. „Ich bin täglich in physiotherapeutischer Behandlung und es wird von Tag zu Tag besser.“


Tiger Woods: „Für den Rest des Jahres bereit sein“

Die schier endlose Vorgeschichte ist bekannt: Seine anhaltenden Probleme im Rücken seit 2014, die Bandscheibenoperation, zwei abgesagte Majors, der unter Schmerzen verpasste Cut bei der PGA Championship, die Absage für den Ryder Cup, das unsägliche kurze Spiel seit der Rückkehr im vergangenen Dezember, die bitterste Runde seiner Karriere bei der Phoenix Open (82 Schläge), die anschließenden „Yips“-Mutmaßungen, seine „Shanks“ auf der Driving Range und der Rückzug bei der „Farmers“ samt daraus resultierendem Sturz auf Weltranglistenplatz 62.

„Er muss das verdauen und für sich selbst arbeiten, fernab der Öffentlichkeit“, erklärt Manager Mark Steinberg. Er trainiere im heimischen Golfclub „The Medalist“ und zuhause, schreibt Woods dazu, „um für den Rest des Jahres bereit zu sein“. „Bestbuddie“ Notah Begay glaubt nicht, dass die Probleme physischer Natur sind: „Es geht darum, die Schwierigkeiten beim kurzen Spiel zu bereinigen und das dann ins Turniergolf zu übertragen.“

„Erwarte, dass ich bald wieder spiele“

Woods äußert in seiner Mitteilung, dass er gerne bei der Honda Classic Ende Februar in Palm Beach Gardens antreten würde. Doch nur, „falls mein Spiel wieder turnierreif ist, das wäre sonst niemandem gegenüber fair“: „Ich erwarte allerdings, dass ich sehr bald wieder spiele!“

Der nächste Termin wäre Arnold Palmers Bay Hill Invitational Mitte März. Aber Woods hat ohnehin nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihn im Frühjahr letztlich nur das Masters interessiert. Und sei’s nur, „um zu verhindern, das sich Rory McIlroy ein grünes Jackett überzieht“, wie er mal flachste. Dafür will er „wieder auf den Zenit meines Spiels kommen“. Viele meinen indes, dass er den längst überschritten hat.

Für die PGA Tour ist die erneute Auszeit des schwächelnden Superstars im Wortsinn ein herber Schlag ins Kontor. Woods ist bares Geld wert, seit er im August 1996 mit der Bemerkung „Hello World“ die Bühne des professionellen Golfsports betrat. Er befeuerte Siegprämien und Preisgelder, mit ihm stehen und fallen Zuschauerzahlen, Sponsoren-Engagements, TV-Einschaltquoten und Werbe-Einnahmen. Die Tour ist auf einen Ausfall ihrer „Cashcow“ (noch) nicht vorbereitet.

Kein Ersatz für die Wirkweise des Tigers

Es gibt keinen anderen Golfer von Woods’scher Polarisation. Rory McIlroy ist nämlich viel zu nett. Als er nach seinem Wechsel zu Nike nicht in Schwung kam, tat er den meisten einfach nur leid. Als „Rors“ seiner Verlobten Caroline Wozniacki den Laufpass gab, hieß es: „Ab sofort kann er sich wieder auf Golf konzentrieren.“ Was er sehr erfolgreich tat. Jetzt, als der Weltranglistenerste für zig Millionen den Streit mit Ex-Manager Conor Ridge in letzter Minute außergerichtlich beilegte, sagt jeder: „Nun hat er den Kopf wieder frei.“

In der Causa Woods hingegen war von Mitgefühl nirgends die Rede. Das passt auch nicht zu Tigers Aura. Als „Seitenspringer“ war er ein Sexmonster und keiner sprach über die psychischen Deformationen eines zuvor nur auf Golf getrimmten Individuums. Seit Woods Rücken hat, ist er auf der Zielgeraden seiner Karriere. Für „Yips“ und „Shanks“ gab‘s zuvorderst Spott. Ganz allmählich freilich regt sich hier und da Mitleid angesichts der fast verzweifelten Suche nach einstigem Glanz und Gloria. Dafür freilich kann sich im Haifischbecken Golfbusiness niemand was kaufen.


Historie: Die Schwung-Stationen von Tiger Woods

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Schade! Ich hoffe sehr, dass Tiger wieder zu alter Form findet und bald zurück kehrt.
    http://www.paeonia-golf.com

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