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„The Match“: Phil Mickelson sichert sich die Millionen gegen Tiger Woods

In einem unfassbar knappen Duell hatte Phil Mickelson im heiß erwarteten "The Match" die Nase vorn und triumphierte über seinen ewigen Rivalen Tiger Woods.

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Phil Mickelson gewinnt das Duell mit Tiger Woods in Las Vegas. Auf dem vierten Extra-Loch war es so weit. (Foto: Twitter/@PGATOUR)

Der Shadow Creek Golf Course war in perfektem Zustand, um das bisher vielleicht größte Duell in der Golfgeschichte auszutragen: Die ewigen Rivalen und mittlerweile zu guten Freunden gewordenen, Tiger Woods und Phil Mickelson, standen sich für ein 18-Loch-Matchplay gegenüber. Kleiner zusätzlicher Anreiz: Für den Sieger gab es neun Millionen US-Dollar. Zusätzliche Nebenwetten zwischen den beiden Größen des Golfsports machten das Match noch interessanter. Nach insgesamt 22 Löchern sicherte sich "Phil the Thrill" in der Verlängerung den prestigeträchtigen Sieg und den Geldregen.

Knapper geht's nicht: Phil Mickelson braucht vier Extralöcher

Zwei der größten Spieler aller Zeiten, Mikrofone auf dem Platz und eine ganze Menge Geld. Das waren die Zutaten für "The Match" am 23. November. Zu sehen gab es das Spektakel in Deutschland ausschließlich beim Sender Sky in einer Pay-Per-View-Variante. Um 21 Uhr deutscher Zeit war es dann endlich so weit: "The Match" beginnt. Bereits im Vorfeld war bekannt, dass die beiden Giganten auf den Löchern Nebenwetten abschließen können. So kündigte Phil Mickelson bereits vor Start des Events an, auf dem ersten Loch ein Birdie zu spielen und wettete darauf satte 200.000 US-Dollar. Loch 1 teilten sich Woods und Mickelson allerdings mit Par, sodass "Lefty" die Wette verlor. Dass der Einsatz dabei durchaus auch direkt neben den Spielern am Abschlag stand, dürfte für weiteren Druck bei den Top-Stars gesorgt haben. Bilder, die man sonst nicht auf einem Golfplatz gewohnt ist.


Besonders bei den "Closest-to-the-pin"-Wetten lief es für "Phil the Thrill" im Verlauf des Duells deutlich besser. Drei von drei Nebenwetten gewann er in dieser Kategorie gegen "The Big Cat". So auch auf dem achten Loch. Die Gelassenheit, mit der Woods und Mickelson dabei über 200.000 US-Dollar sprachen, zeigte, dass sie vom Druck all der großen Geldbeträge wenig spürten. Dennoch wollten beide Spieler gewinnen, schließlich ging es auch um's Prestige. Nachdem Woods mit seinem Abschlag etwas kurz landete, schien die Chance für Mickelson da, sich die Wette zu sichern. Aber auch sein Abschlag landete zu kurz, rollte identisch zu Tigers Ball zurück und blieb nur wenige Zentimeter näher am Loch liegen. Viel knapper ging es wirklich nicht.  Und auch das Match behielt seine Spannung, aufgrund des Kopf-an-Kopf-Rennens der beiden Spieler. Wer auf eine Machtdemonstration eines der beiden Giganten hoffte, wurde enttäuscht. Nie gab es die Situation, dass ein Spieler mit mehr als einem Loch Vorsprung führte. Während Phil auf den ersten zehn Löchern nicht einmal in's Hintertreffen geriet, hatte Tiger zu Beginn seine Probleme. Spätestens nach zwei Lochgewinnen in Folge auf den Bahnen 11 und 12 nahm das Match allerdings an Fahrt auf und wurde zum Ende hin immer dramatischer. Nach 16 Löchern lag Tiger mit einem Loch zurück und setzte seinen Abschlag auf Bahn 17 knapp neben das Grün, während Phil sich einen langen Birdie-Putt ließ. Tiger Woods wäre aber nicht Tiger Woods, wenn er nicht mindestens einen "Wow-Moment" auf einer Golfrunde hätte. Und dieser kam zum richtigen Zeitpunkt. Er trotzte dem großen Druck kurz vor Schluss, chippte zum Birdie ein und erzwang damit den entscheidenden Lochgewinn für das anschließende Playoff. Fist-Pump inklusive.




Das Playoff wurde auf Loch 18 ausgetragen, das kurzerhand zum knapp 85 Meter langen Par 3 umfunktioniert wurde, indem man den Abschlag auf des eigentliche Putting-Grün des Platzes verlegte. Vier Mal spielten sie das Zusatzloch, um den Sieger zu ermitteln. Beim ersten Versuch schob Tiger den Sieg-Putt aus weniger als drei Metern daneben. Schlussendlich war es Phil Mickelson, der sich auf dem 22. Loch zum Sieger kürte. Den Putt zum Sieg aus knapp anderthalb Metern ließ er sich nicht mehr nehmen.

Phil: "Er ist der größte aller Zeiten"

Nach dem Match hatte Phil Mickelson dennoch nur lobende Worte für seinen Konkurrenten. "Er (Tiger Woods, Anm. d. Red.) ist der größte aller Zeiten. Aber es bedeutet mir viel, in den nächsten Jahren etwas zu haben mit dem ich ihn aufziehen kann", betonte der Champion auf der anschließenden Pressekonferenz. Ob das Duell der beiden Schwergewichte nur der Anfang für weitere solche Formate war, wird sich in Zukunft zeigen. Sicher ist nur: Der Entertainment-Faktor war selten so hoch.

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3 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Christian Jakob

    Das von „brigitte“ vermisste SKY-Golfticket habe ich mir als Frühbucher für 10€ gegönnt und zusammen mit 4 golfsüchtigen Kollegen einen fantastischen Abend mit gutem Essen und single malt verbracht.; eben eine kurzfristig angesetzte Herren-Golf-Party. Wir hatten unglaublich viel Spaß bei unseren spontanen Wetten zu 2 € longest drive auf Phil, 5 € nearest to the pin Tiger, „macht er den putt“ oder „gewinnt er das Loch“ usw. Das war erstens Golf vom Feinsten und zweitens ein Format vergleichbar einem Tennismatch o. ä. nur viel besser. Beste Unterhaltung für Golfer und in jedem Fall kurzweiliger als ein 4 Tage Turnier. Würden uns über mehr solche Matches freuen. Ob dekadent oder nicht darüber mag man streiten, ist aber wenig relevant in einer ohnehin dekadenten Welt. Oder sind Fußballergehälter, Managergehälter oder der nicht wirklich verbrauchbare Reichtum Einzelner gleich welcher Ausprägung weniger dekadent?

    Allen Unkenrufen und Schlechtrednern zum Trotz stimme ich dem Fazit des Artikels zu:
    Der Entertainment-Faktor war selten so hoch.

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  2. Mich würde gern mal die Einschätzung der Autorin im Gegensatz zu der Einschätzung von SPIELTGOLF.de zu ein und dem selben Event interessieren.
    Man bekommt den Eindruck das mal abgesehen vom Golf beide etwas anderes gesehen haben.

    https://spieltgolf.de/tiger-vs-phil-6-gruende-warum-the-match-ein-desaster-war/

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  3. super Artikel. Und schade, dass sky wieder einmal eine Gelegenheit versäumt hat, Sportinteressierte für Golf zu begeistern. Warum kein Black-Friday-Golf-Ticket für 10 oder 15 EUR ? Die Lizenz scheint nicht teuer gewesen zu sein – sky GB hat es für Ticket und Abo ganz normal angeboten. Der Golfverband hat auch wieder gezeigt, dass er nicht über den Tellerrand schaut. Spaß für die Fans und Werbung für den Sport – vorbeigegangen ……

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