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Stress, Schwung, Frust: Top-Drei stolpern durch die US Open

18. Jun 2016
Neben Rory McIlroy (l.) und Jordan Spieth hat auch der Weltraglistenführende Jason Day bei der US Open 2016 zu kämpfen. (Foto: Getty)
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Allerlei aus Oakmont: Day wackelt, McIlroy übt, Spieth hadert, Johnson trifft, Landry wäscht, Hoffman motzt und Donaldson wütet.

Was ist los mit den Favoriten? Durch den Zeitplan ist alles ein wenig durcheinander geschüttelt, aber dennoch darf man sich die Frage stellen. Jason Day hatte die schlechteste Runde seiner US-Open-Karriere, Rory McIlroy spielte zum Auftakt mit 77 Schlägen so schwach wie zuvor nur zwei Mal (2010 und 2012), auch Jordan Spieth hat sich zum Start in Oakmont nicht mit Ruhm bekleckert. Weltranglistenprimus Day bekannte schon im Vorfeld des Majors, dass er sich gestresst fühle wie nie zuvor: „Ich bin auch hier die Nummer eins, das ist eine Menge Druck.“ In Zahlen schlägt sich das so nieder: Der Australier absolvierte bislang 33 Loch, verfehlte neun von 26 Fairways und 13 Grüns, brauchte 54 Putts, präzises Spiel sieht anders aus. Mit +5 wird’s in Sachen Cut haarscharf.

Auch bei McIlroy ist die Statistik mau. Fünf von 14 Fairways, acht Grüns „in regulation“ und 34 Putts stehen für Runde eins zu Buche. „Ich habe schon während der Einspielrunden gemerkt, dass mit meinem Schwung ‘was nicht stimmt“, bekannte der Nordire, der gestern Nachmittag mit Trainer Michael Bannon am Feintuning schliff. „Das Schwierigste ist jetzt, eine positive Einstellung zu behalten“, sagte McIlroy, für den Cut muss er sich ordentlich strecken.


Titelverteidiger Spieth hat vor seiner zweiten Runde mit Zwei über Par halbwegs den Rücken frei, schiebt aber dennoch Frust: „Ich hatte das Gefühl, gut zu spielen, wurde von den Scores jedoch nicht belohnt“, wunderte sich der 22-Jährige. Und dann ist da noch Phil Mickelson. Der sechsfache US-Open-Zweite liegt nach 34 Loch bei +7 und wird wohl erstmals seit Oakmont 2007 (!) wieder den Cut verpassen – da kann er gucken wie er will:

„D.J.“ der Mann, der zu schlagen ist?

Alle Majors wieder: Dustin Johnson ist vorne dabei. Der „Longhitter“ setzt die Marken bei dieser US Open. Er schlägt die längsten Drives (290 Meter im Schnitt), hat dabei den höchsten Ball-Speed (299 km/h), traf 20 von 28 Fairways und 31 von 36 Grüns „in regulation“, spielte auf 36 Löchern nur ein Bogey. „Johnson ist der Spieler, den es zu schlagen gilt“, schreibt die „New York Times“. Wenn er sich in der Finalrunde nicht wieder selbst schlägt, siehe 2015 …

Oakmont trocknet zum „Oakmonster“

Regeneration: Während der Gewitterpausen am Donnerstag hat ein Blitz die Beregnungsanlage im Oakmont Country Club teilweise außer Gefecht gesetzt. Aber Wasser hatte der Platz ohnehin genug, spielte sich untypisch weich. Deswegen wurden am Freitag Morgen sogar die Fans erst reingelassen, als der Spielbetrieb bereits begonnen hatte, um die matschigen Zuschauerbereiche etwas trocknen zu lassen. In Runde eins lag der Durchschnitt des Felds bei 74,24 Schlägen, es wurden 284 Birdies, 1.699 Pars, 707 Bogeys, 116 Doppelbogyes und zehn noch schlechtere Ergebnisse gespielt. Am Wochenende liegt das Regenrisiko bei Null, es werden Temperaturen von bis zu 28 Grad und leichter Wind erwartet: Der Parcours dörrt zu dem „Oakmonster“, das sich die USGA wünscht. Übrigens: Mit 625,4 Metern war Loch 12 (Par 5) in der ersten Runde die längste Bahn der US-Open-Historie.

Andrew Landry nutzte Pause für Wäsche und Rasur

Was macht eigentlich Andrew Landry? Der Spitzenreiter des ersten Tages und Mitführende nach Tag zwei in Oakmont verwandelte gestern morgen den 3,2-Meter-Birdieputt auf seinem Schlussloch, der Neun, zur besten Auftaktrunde einer US Open „ever“ und erzählte nach der 66: „Ich mache jetzt meine Wäsche und halte ein Nickerchen.“ Nachmittags tauchte der Weltranglisten-624. zum Training wieder auf – frisch rasiert, ohne Dreitagebart. Seine zweite Runde startet der Texaner aus Austin heute um 13.11 Uhr deutscher Zeit.

Henrik Stenson: Und der Ball fällt doch

Länger als gedacht: Da war Henrik Stenson schon auf dem Weg zum Loch, als der Ball noch rollte, ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Spieler seinem Putt nicht traut. Doch die weiße Kugel fiel doch noch. Das war am Ende von Runde eins, dafür schmiss es den Schweden bei seinen 16 absolvierten Löchern von Runde zwei richtig aus der Spur: acht Bogeys und ein Doppelbogey ergaben Neun über Par und den vorläufigen geteilten 117. Platz.

Erziehungshelfer Jordan Spieth

Pädagogisch wertvoll: Als Vater kann man sich schon mal den Mund fusselig reden bei den Kids. Wohl dem, der einen Erziehungshelfer wie Jordan Spieth hat. Der zweifache Majorsieger sendet hier eine Botschaft an Eli und Ethan Tillery, die offenbar golffaulen Söhne von Schwungtrainer John Tillery, der unter anderem Kevin Kisner und William McGirt betreut: „Ihr solltet auf Euren Dad hören und jeden Tag üben.“

Charley Hoffman schimpft über USGA-„Amateure“

Dampf abgelassen: Charley Hoffman ist offenkundig sauer auf den amerikanischen Verband USGA und dessen US-Open-Organisation und machte sich via Instagram „mal Luft“. Er könne kein Profi-Event spielen, das von Amateuren veranstaltet werde, schrieb der Texas-Valero-Open-Sieger nach seiner zweiten Runde und lobte die PGA Tour: „Das Personal ist jede Woche großartig. Hoffentlich können wir uns irgendwann [vom Verband] trennen.“ Stein des Anstoßes war vermutlich der Umgang mit den Regenpausen und der Zeitplan.

Falscher Score: Peter Hanson disqualifiziert

Frühes Aus: Obwohl sich der Cut erst heute entscheidet, war die 116. Open für Peter Hanson bereits gestern zu Ende. Der Schwede, Ryder-Cupper von 2010 und 2012, wurde nach Runde zwei disqualifiziert, weil er für Loch 11 eine Vier statt einer Fünf notiert und die fehlerhafte Scorekarte unterschrieben hatte. Mit 12 über Par wäre Hanson indes ohnehin am Cut gescheitert.

Hitzkopf Jamie Donaldson

Das Letzte: Jamie Donaldson war 2014 in Gleneagles eiskalt und machte den entscheidenden Punkt zum europäischen Ryder-Cup-Sieg über die USA. Gestern indes verlor der Waliser die Nerven und ließ seinen Unmut an Schläger und Bag aus, ein übler Ausraster:

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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