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Golf bei Olympia: Erst Paris, dann vielleicht Hollywood-Club

Generöser Day, vorsichtiger Thomas, gefaktes Sawgrass-Inselgrün, „beklebter“ Crane und Raketenalarm beim Turnier. Die Back Nine.

18. Sep 2017
Der Platz des Le Golf National wird neben dem Ryder Cup 2018 aller Voraussicht nach auch die Olympischen Spiele 2024 beherbergen. (Foto: Le Golf National)


Le Golf National avanciert endgültig zur ganz großen Bühne des Weltgolf: Die Austragungsstätte der Open de France nahe Paris erlebt 2018 nicht nur den zweiten je auf europäischem Festland ausgetragenen Ryder Cup. Sechs Jahre später wird der Kurs in Guyancourt auch Schauplatz des olympischen Golfturniers.

Das Internationale Olympische Komitee hat bei seiner Sitzung in Lima/Peru die Doppelvergabe der Spiele 2024 an die französischen Hauptstadt und 2028 an Los Angeles bekannt gegeben. Gleichzeitig bestätigten die IOC-Granden um den deutschen Präsidenten Dr. Thomas Bach die Empfehlung des Exekutivkomitees, Golf für 2024 im Olympia-Programm zu belassen. Für 2028 ist eine derartige Entscheidung erst nach den 2020er Spielen in Tokio zu erwarten. Sollte Golf dabei bleiben, würde im Riviera Country Club um Gold, Silber und Bronze abgeschlagen. Die Anlage, auf der die PGA Tour ihre Genesis Open abhält, gilt als Spielwiese der Hollywood-Stars.

„Jeder, mit dem ich hier in Lima gesprochen habe, war begeistert von den Golfwettbewerben in Rio und vom Spirit der Golfer für Olympia“, sagte Antony Scanlon, der beim Golf-Weltverband IGF für Olympia zuständig ist: „Wir haben bewiesen, dass Golf zu Olympia gehört. Die jetzige Entscheidung ist das Sahnehäubchen.“

Jason Day: BMW für Caddie-Stiftung gespendet

Feiner Zug: Weil‘s so schön war, hier noch einmal das Ass von Jason Day in Runde zwei der BMW Championship. Auf der 17 von Conway Farm in Lake Forest/Illinois lochte der Australier per Eisen-7 über 172 Meter ein und gewann damit einen nagelneuen Pkw des Turniersponsors. Doch weil Day zu seinen Werbepartnern auch den Automobilhersteller Lexus zählt, stiftete er den BMW M760i im Wert von rund 129.000 Euro der Evans Scholars Foundation, die Caddies eine golfunabhängige Berufsausbildung ermöglicht. Für das erste Hole-in-one hatte BMW separat eine Spende von 100.000 Dollar (83.700 Euro) ausgeschrieben.


„Ich hätte das Auto durchaus nehmen können“, sagte Day. „Aber als ich vom BMW-Engagement hörte, wollte ich nicht zurückstehen.“ Schon zuvor hatte er sich zu den Gründen für die Verbannung seines Trainers Colin Swatton vom Golfbag geäußert. Man könnte sagen, die beiden haben sich auseinandergelebt. „Ich wollte nicht, dass unser Verhältnis giftig wird und wir gar nicht mehr miteinander reden“, erklärte Day. „Er hat aus einem zwölfjährigen Jungen das gemacht, was ich heute bin, und ich liebe ihn viel zu sehr, als dass ich ihn nicht mehr in meinem Leben haben könnte.“

Wanamaker Trophy übersteht „Irma“ in Fowlers Safe

Freundschaftsdienst: Auch Justin Thomas gehört zu den Golfstars, die ihre Florida-Domizile gegen die Wucht von Hurrikan „Irma“ verrammelt und verbarrikadiert haben. Seine Wertsachen indes, allen voran die gerade gewonnene Wanamaker Trophy für die PGA Championship, wollte der 24-Jährige doch nicht in seinem Haus in Jupiter lassen. Stattdessen schaffte er das „Tafelsilber“ die Straße runter zu Kumpel Ricky Fowler. „Er hat einen größeren Safe als ich, und der ist auch in den Boden eingelassen“, erzählte Thomas. „Dort habe ich dann die ,Wanamaker‘, ein paar Uhren und andere Wertgegenstände deponiert.“

Falsches Foto vom versunkenen Inselgrün

Fake-News: Im Netz kursierte dieser Tage ein Foto vom berühmten 17. Inselgrün im TPC Sawgrass, das als Folge von Hurrikan „Irma“ angeblich nahezu abgesoffen sein soll.


Aus dem TPC Sawgrass selbst verlautete allerdings, dass man vom Sturm betroffen sei und Aufräumarbeiten auf der gesamten  Anlage begonnen hätten, aber keinerlei Bilder Fotos von irgendwelchen Schäden gemacht worden seien. Keine Falschmeldung freilich sind diese Fotos von Carts und Maschinen aus Texas, die das Golfanlagen-Managementunternehmen Kemper Sports rechtzeitig vor den Auswirkungen von „Harvey“ auf erhöhten Flächen des Kurses in Sicherheit brachte.

Ben Crane und die bizarre Etiketten-Disqualifikation

Klebrig: Es gibt für alles eine Premiere, und Ben Crane geht vermutlich als erster Spieler in die Golfgeschichte ein, der wegen Etiketten auf seinen Schlägern disqualifiziert wird. Der US-Pro bestritt die erst Runde der Albertsons Boise Open auf der Web.com-Tour und hatte aus dem Training noch Sticker als Messhilfen für Schwunganalyse-Geräte auf seinem Driver und auf seinem 6er Eisen, die damit unerlaubte „Attachments“ aufwiesen.


Folglich erhielt Crane für die ersten beiden gespielten Löcher pro Schläger jeweils zwei Strafschläge, also insgesamt acht. Vor der zweiten Runde dann wurde der 41-Jährige sogar disqualifiziert, weil er anfangs nur den Aufkleber am Driver gemeldet und somit wissentlich einen weiteren nicht regelkonformen Schläger gespielt hatte. Kommentar des 41-Jährigen: „Ein neuer Fall von  ,That‘s Golf‘.“

Sang-Moon Bae: Bei Rückkehr am Cut gescheitert

Comeback-Versuch: Sie erinnern sich an Sang-Moon Bae, den südkoreanischen Golf-Profi, der sein Bag für zwei Jahre komplett in die Ecke stellen musste, weil er trotz Anrufung eines Gerichts seinen Wehrdienst abzuleisten hatte? Er ist wieder da. Doch das Comeback fiel eher unbefriedigend aus. Bae (31) spielte die Shinhan Donghae Open, ein Turnier der Asian Tour und der Korean PGA, und scheiterte mit sieben über Par um fünf Schläge am Cut. Der zweifacher PGA-Tour-Gewinner startet im Herbst mit einer Ausnahmegenehmigung in die neue Saison der PGA Tour.

17-jähriger egalisiert Birdie-Serien-Weltrekord

Weltrekord eingestellt: Der 17-jährige Amateur und Lokalmatador Rayhan Thomas hat bei der Dubai Creek Open auf der Mena Tour in seinem Heimatclub Dubai Creek Golf & Yacht Club auf dem Weg zu einer 61er Runde (-10) ab dem zweiten Loch neun Birdies in Serie gespielt. Als einziger hielt diese Bestmarke in einem Weltranglisten-Turnier bislang US-Pro Mark Calcavecchia bei der Canadian Open 2009 im Glen Abbey Golf Club. Neun Birdies in Serie erzielte auch Österreichs Top-Golfer Bernd Wiesberger bei der Maybank Open 2017, aber es zählt nicht als Rekord, weil mit Besserlegen gespielt wurde.

Nordkorea „bedroht“ Golfturnier

Störmanöver: Nordkoreas Raketenprogramm beeinflusst nicht nur die Weltpolitik, sondern sogar Golfturniere. Wegen des jüngsten, von Machthaber Kim Jong-un veranlassten Raketenabschusses wurde die zweite Runde der Ana Open auf der Japan Golf Tour unterbrochen, die Spieler mussten den Platz in Sapporo verlassen. Der Flugkörper war über Japan hinweg geflogen und in den Pazifik gestürzt.

Mit Putter-Salto den Ball versenkt

Zum Schluss wird eingelocht: Und zwar so kurz und bündig und gleichzeitig kunstvoll, wie es Joshua Kelley von „holein1trickshots“ hier zeigt. Wie oft mag er das probiert haben, bis es klappte:

Tag a friend that would have 3 putted 😂 #LetThePutterDoTheWork #golf #TeamHiTS #thisisgolf

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on/off

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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