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Fabrizio Zanotti gewinnt BMW Open 2014 im Playoff

29. Jun 2014
Fabrizio Zanotti mit dem ersten Sieg seiner Karriere. (Foto: Getty)
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Fünf Extralöcher musste Zanotti gegen Stenson bestehen, dann war der Triumph da: Der bisher wohl verdienteste Sieg auf der European Tour 2014.

Was war das für ein Krimi am Finaltag der BMW International Open 2014! Erst am fünften Extraloch hat Fabrizio Zanotti den Sack zumachen und seinen ersten Sieg auf der European Tour feiern können. Er ist damit der erste Paraguayer, dem dieser Erfolg gelingt.

Für seinen ersten European-Tour-Titel musste Zanotti allerdings mehr leisten als die meisten bei ihrem ersten Sieg: 72 Löcher mit zwei 65er und einer 67er Runde reichten dafür nicht. Im Laufe des Sonntages waren die Scores auf -19 gefallen, und bald hatte sich abgezeichnet, dass es auf jeden Fall ein Stechen geben würde. Mit Fabrizio Zanotti und Grégory Havret waren bereits zwei Spieler bei -19, als Rafael Cabrera-Bello am letzten Loch ebenfalls zu -19 einlochte. Zeitgleich im Flight hinter Cabrera-Bello: Henrik Stenson lochte an der 17 ein Birdie und spielte sich damit vor seinem letzten Loch ebenfalls auf -19 runter.


Alle anderen hatten ihre Runden schon beendet, es lag einzig in Stensons Händen, mit einem Birdie auf der 18 (Par 4) direkt zum Sieg einzulochen. Doch der Putter von Stenson war im Kölner Regen nicht heiß genug: Sein Drei-Meter-Putt zum Birdie blieb auf der Lochkante liegen – Stenson musste sich auf seinen Putter stützen, weil er es nicht fassen konnte. Dann gab er seinem Ball den letzten Schubser auf der regulären Bahn – und auf ging’s ins Stechen.

Fabrizio Zanotti: Achter Premierensieger 2014

Vier Profis starteten daraufhin erneut auf die 18 und nach fünf Extralöchern stand der Sieger fest: Fabrizio Zanotti sichert sich seinen ersten European-Tour-Triumph in seiner 181. Turnierteilnahme. Damit ist Zanotti nicht nur der vierte Emporkömmling der Qualifying School 2013, sondern auch der erste Paraguayer, dem auf der European Tour 2014 ein Sieg gelingt.

Ein Riesenerfolg, vor allem wenn man bedenkt, dass es in Paraguay lediglich fünf Golfplätze gibt. Dass es im Gut Lärchenhof endlich geklappt hat, freut den kürzlich 31 Jahre alt gewordenen Paraguayer; es war bereits seine siebte Teilnahme an der BMW International Open. „Und in Paraguay ist man bestimmt sehr stolz auf mich“, so der überwältigte Premierensieger.

James Heath gewinnt mit Hole-in-One einen BMW i8

Ein anderer Glückspilz des Tages heißt James Heath. Dem 31-jährigen Engländer gelang an der Par-3-Sechzehn ein Hole-in-One – ausgerechnet an dem Loch, an dem ein BMW i8 als Belohnung wartete. Für Heath, der zwar eine passable Runde spielte, aber trotz Hole-in-One nicht über den geteilten 45. Rang hinauskam, ist der 138.000 Euro teure Wagen der wertvollste Gewinn seiner bisherigen Karriere.

Alex Cejka schließt als bester Deutscher auf T12 ab

Alex Cejka glänzte am Finaltag nach bis dato souveränem Auftreten mit einer weiteren Runde unter 70 (69) und  zeigt sich „sehr zufrieden“ mit seinem Turnier. „Wenn mir zu Beginn der Woche, als ich noch keine Schläger und keine Klamotten hier hatte (Anm. d. Red.: verspätet eingetroffenes Reisegepäck), jemand gesagt hätte ‚Du spielst hier eine -16‘, da hätte ich gesagt ‚Nehme ich!'“, gibt Cejka zum Besten, der mit -16 geteilter Zwölfter wurde.

„Zwischenzeitlich habe ich schonmal an den Sieg gedacht, vor allem nach dem Eagle auf der 13. Ich bin zwar müde, weil ich letzte Nacht nicht schlafen konnte. Ich habe noch Fußball geschaut – Kolumbien – und dann lange wach gelegen. Jetzt gerade bin ich etwas enttäuscht. Gestern hatte ich an der 18 schon ein ärgerliches Doppelbogey, heute wieder ein Bogey. Aber ich habe insgesamt gut gespielt an diesem Wochenende. Jetzt freue ich mich auf einen Tag Urlaub“, sagt er und lacht. „Es ist eine lange Saison.“ Für Cejka geht es am Dienstag weiter nach Nordamerika, wo er in den nächsten Wochen weitere Turniere spielen wird.

Siem und Kieffer nicht zufrieden

Marcel Siem war am Moving Day mit einer 73er Runde 36 Plätze im Leaderboard zurückgefallen und konnte diesen Verlust am Finaltag nicht mehr wettmachen. Mit -7 für das Turnier schließt Siem auf dem geteilten 57. Rang ab. „Am Wochenende lief bei mir nichts mehr. Es kommt eine gewisse Langeweile auf, wenn man merkt, dass keine Putts fallen. Da wurde dann auch der Schwung und der Rhythmus schlechter. Schade, dass kein Deutscher ganz vorne mit dabei ist“, so Siem, der zu Beginn der Woche Nachwuchs in der Familie bekommen hat; die kleine Tochter Carlotta-Sophie und viele Interviewanfragen deutscher Journalisten haben den Deutschen sicher einiges an Fokus und Schlaf gekostet.

Gelungene Generalprobe für Max Röhrig

Ebenfalls bei -7 beendet Maximilian Röhrig sein Turnier, der als einziger im Turnier verbliebener deutscher Amateur mit vier Birdies in die Finalrunde startete und sie schließlich auch bei -2 abschließen konnte. Max Röhrig wird demnächst ins Profilager wechseln und kann die BMW International Open 2014 als gelungene Generalprobe betrachten.

Der ehrgeizige Max Kieffer hingegen zeigte sich von seinem Heimspiel nicht erfreut. Der gerade 24-jährige Tourprofi hätte als gebürtiger Düsseldorfer bei seinem Auftritt im GC Gut Lärchenhof gern ein besseres Ergebnis erspielt – und auch insgesamt habe er sich seine zweite Saison auf der Tour „einfacher vorgestellt“.

Nächster Halt: Alstom Open de France

Martin Kaymer hatte am Freitag als frisch gebackener US-Open-Champion den Cut verpasst. “Es tut mir leid für die Zuschauer und die Fans, aber ich habe viel Golf gespielt in den letzten sieben Wochen und zwei große Titel gewonnen. Es ist einfach sehr anstrengend“, hatte sich Kaymer wie als Entschuldigung für sein Ausscheiden nach seiner Runde am Freitag geäußert. Für die kommende Woche steht für ihn bereits das nächste Turnier in Europa auf dem Plan: Kaymer reist mit Siem und Kieffer nach Paris zur Alstom Open de France. Für Marcel Siem ein Ort voller guter Erinnerung: In Paris hat er 2012 seinen bisher größten Sieg errungen.

Zum Leaderboard der BMW International Open 2014


Marathonstechen um den Sieg der BMW International Open 2014

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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