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Zach Johnson: „Meine Kinder sind mein wahres Vermächtnis“

21. Jul 2015
Zach Johnson ist der Sieger der Open Championship 2015 in St. Andrews. (Foto: Getty)
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Der British-Open-Champion ist nur ein „Junge aus Iowa, mit ein bisschen Talent gesegnet“, und lässt sich von seinem Glauben leiten.

So wirklich hatte ihn niemand auf dem Zettel: Ja, die US-Stars, Jordan Spieth, Rickie Fowler, „D.J.“, auch Phil Mickelson. Aber nicht diesen Johnson, Vorname Zachary, kurz „Zach“, weder verwandt, noch verschwägert mit dem langen Schlaks Dustin, der zwei Tage lang die 144. Open Championship angeführt hat. Bei 80:1 stand Zach Johnson vor dem dramatischen, von Wind und Regen beeinflussten und mit einem Montagsfinale samt Stechen entschiedenen Tanz über den legendären Old Course, irgendwo im Mittelfeld der Wettquoten, noch hinter Landsmännern wie Tiger Woods und Jim Furyk. Am Ende der fünf Turniertage aber hielt der 39-jährige tiefgläubige Baptist den Claret Jug in Händen, Insignie seines zweiten Majors nach dem Erfolg beim Masters 2007.

„Stolz auf Vorbild und Freund“

Im Augenblick des Triumphs war Johnson gerührt und geschüttelt: „Ich bin dankbar, demütig, geehrt. Das ist die Wiege des Golfsports“, schluchzte er ins Mikrofon, nachdem Kontrahent Louis Oosthuizen (Südafrika) auf der 18, dem Schlussloch des Vier-Loch-Zählspiel-Stechens, auch nur zum Par geputtet hatte und der Sieger im „Home of Golf“ von 2010 Johnsons Vorsprung von einem Schlag (15:16) nicht egalisieren konnte. Dritter wurde der Australier Marc Leishman mit 18 Schlägen. Das Trio war mit einem Gesamtergebnis von 273/-15 ins Playoff gegangen.


Die Statistiker waren flugs zur Stelle. Johnson ist der erste Golfer, der seine ersten beiden Majors in Augusta und in St. Andrews gewinnt, der sechste nach Woods, Jack Nicklaus, Nick Faldo, Severiano Ballesteros und Sam Snead, der diese Konstellation in seiner Karriere überhaupt schafft, der dritte nach Woods und Rory McIlroy mit mehr als zehn PGA-Tour-Titeln und mindestens zwei Majors.

Fast genau so schnell war Jordan Spieth, von dem Zach Johnson sagt, er sei ein phänomenaler Golfer, aber ein noch besserer Mensch: „Ich bin stolz auf mein Vorbild und meinen Freund Zach Johnson“, twitterte Spieth, der am Rande des 18. Grüns gewartet hatte und zu den ersten Gratulanten gehörte, als Ehefrau Kim Barclay ihren Zach losließ.

Bibelfest zum zweiten Major-Triumph

Zach Johnson, aufgewachsen in Cedar Rapids im US-Bundesstaat Iowa, im Alter von zehn Jahren erstmals auf dem Golfplatz und Profi seit 1998, ist generell jemand, der meist unter dem Radar fliegt, sprich unterschätzt wird. Der nunmehr zwölffache PGA-Tour-Sieger ist weder ein Longhitter, noch ein begnadeter Ballstriker. Aber das Ganze ist bekanntlich mehr als die Summe seiner Teile, und mit den Wedges sowie auf den Grüns ist Zach Johnson ohnehin ein richtig Guter.

Einmal mehr hat dem vierfachen Ryder-Cupper, der auf St. Simons Island in Georgia lebt, auch sein Glaube geholfen. „Psalm 27,14 sagt: Sei geduldig, vertraue auf den Herrn. Sei beherzt und tapfer“, zitierte Johnson aus der Bibel: „Das sind die kleinen Dinge, die mir den Weg weisen und mich auch an die Prioritäten erinnern.“ Es sei der Schlüssel für den Erfolg gewesen, „geduldig und beharrlich zu bleiben“: „Ich kann nicht besser spielen, als ich es diese Woche getan habe. Ich blieb einfach nur dabei, habe auf meine Möglichkeiten gewartet und ein paar Putts gemacht.“

Zach Johnson mit Birdie auf der 18 fürs Stechen

Zach Johnson 2014 mit seinen Söhnen Will (l.) and Wyatt (r.).

Zach Johnson 2014 mit seinen Söhnen Will (l.) and Wyatt (r.). (Foto: Getty)

Vor allem den auf Loch 72 dieser Open. Johnson musste ein Birdie spielen, um auf -15 zu kommen und überhaupt auf ein Stechen hoffen zu dürfen. Hinter ihm lagen Marc Leishman noch bei -16, Spieth, Jason Day und Oosthuizen bei -14. Und er verwandelte den Viereinhalb-Meter-Putt, was Caddie Damon Green mit ein paar triumphierenden Schritten des Ententanzes quittierte. „Ich hätte es hier auch verlieren können“, sagte Johnson anschließend.

Hat er aber nicht. „Es ist mir eine Ehre, Euer Open Champion, Euer ,Champion Golfer of the Year‘ und Teil der Golf-Historie zu sein“, bekannte Johnson der britischen „BBC“. „Angesichts all der Namen auf dem Claret Jug fühle ich mich sehr klein. Dass jetzt auch ich auf diesem Stück Metall stehe, ist surreal.“

Immerhin sei er doch nur „ein Junge aus Iowa, der mit ein bisschen Talent gesegnet ist“. Und deswegen wird selbst dieses zweite Major den Vater von Will, Wyatt und Abby Jane nicht verändern: „Letztlich ist Golf nur ein Spiel. Mein wahres Vermächtnis sind meine Familie, meine Kinder!“

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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2 LESER-KOMMENTARE

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  1. Marion Holtman

    Ein toller Artikel, der einem auch Johnson noch sympathischer macht!

    Der angegebene Biblelvers steht allerdings in Psalm 27,14. Psalm 24,17 gibt es leider nicht

    Antworten

    • Michael F. Basche

      Hallo Frau Holtman,

      danke für das Kompliment und danke für den Hinweis auf den Psalm, wurde soeben korrigiert.

      Viele Grüße

      Antworten

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