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Woods schwingt sogar den Driver – aber was ist mit den Waden?

26. Feb 2016
Rücken grade, Tiger! Die Rekonvaleszenz des 14-fachen Majorsiegers wird im Internet heiß diskutiert. (Foto: Getty)
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Reaktionen aufs Tiger-Video: Erleichterung, Zweifel und Schwunganalysen. Rory McIlroy mit Top-Kommentar.

Die Golfbranche atmet auf, die Woods-Fangemeinde sowieso: Der Tiger lebt! Mit seinem „Gute-Fortschritte“-Video vom Mittwoch hat der marode Megastar allen Karriereende-Spekulanten den digitalen Stinkefinger gezeigt. 13 Sekunden lang ist das Filmchen, in dem Woods per Eisen neun und Dreiviertelschwung den Ball gegen die Leinwand eines Simulators kloppt, und schon wieder gehören ihm die meisten Schlagzeilen. Soviel zu Tigers Bedeutung für den Golfsport, zu seiner Medien- und Massentauglichkeit. Oder wie es Ken Kennerly, Organisationschef der Honda Classic, ausdrückt: „Tiger Woods wird man niemals ersetzen können, ebenso wenig wie einen Arnold Palmer, Jack Nicklaus und Gary Player. Ohne ihn fehlt diesem Spiel etwas!“

Rechnung übernommen, Foto gemacht

Viele hatten Woods schon abgeschrieben, zuletzt wollten Medienmensch Robert Lusetich sowie der ominöse „Secret Tour Pro“ einen finalen Nagel in den sportlichen Sarg des 14-fachen Majorsiegers treiben. Tiger gehe es schlechter, er könne nicht lange stehen und nur unter Schmerzen sitzen, selbst im Auto müsse die Rückenlehne auf Liegestellung geschraubt werden, lauteten die Tweets, zur Empörung von Woods-Manager Mark Steinberg.


Dabei war schon vor dem Erscheinen des Videos klar, dass der Rekonvaleszent sehr wohl zu aufrechter Haltung fähig ist. Tony Finau „instagramte“ ein Foto mit Woods, ein paar Nike-Pros hatten sich in dessen Restaurant in Jupiter/Florida getroffen, der Hausherr sei gar so freundlich gewesen, die Rechnung zu übernehmen.

„To pick up the bill“ heißt es im O-Ton, was Rich Hofmann, den Kolumnisten der „ Philadelphia Daily News“, in seiner „Filmkritik“ zu einem bedingt lustigen Wortspiel veranlasste: „Es wäre besser gewesen, er hätte den Schläger fallen gelassen und eine Ausgabe der heutigen Tageszeitung aufgehoben [„picked up“], wie bei einem Geiselnahme-Video.“

„Mach‘ was für die Waden“

Andere Kommentatoren hingegen argwöhnten ein Double, weil Woods‘ Gesichts nicht zu sehen sei, oder unkten: „Kamera aus, Tiger bricht zusammen, wird auf der Bahre raus getragen.“ Eine „Eins mit Sternchen“ für die beste Reaktion auf das sportliche Lebenszeichen freilich gebührt Rory McIlroy. „Wenn Du schon auf den Beinen bist, mach‘ was für die Waden, wie wär‘s?, twitterte der Nordire sinngemäß in Anspielung auf das, was die Bermudashorts unterhalb der Tiger-Knie offenbarten. Und legte kurz darauf nach: „… Großartig, Tiger Woods auf dem Weg der Besserung und wieder schwingen zu sehen. Golf kann sich glücklich schätzen, ihn zu haben.“

Ob Woods den Trainingstipp angenommen hat, ist nicht protokolliert. Dafür aber nahm er am Dinner des potenziellen US-Ryder-Cup-Kaders bei Jack und Barbara Nicklaus in deren Palm-Beach-Gardens-Wohnsitz teil und führte auch damit das Lusetich-„Gezwitscher“ ad absurdum. „Skipper“ Davis Love III lieferte mit einem Twitter-Foto den Beweis: Der Vizekapitän steht rechts im Hintergrund und dürfte beim Essen vermutlich nicht in altrömischer Manier zu Tisch gelegen haben.

„Verletzter, zusammengesetzter 40-Jähriger“

Mittlerweile hat sich zudem „Best-Buddie“ Notah Begay, übrigens Augenzeuge der morgendlichen Simulator-Session, zu Wort gemeldet. „Er macht Fortschritte und ist guten Mutes, das ist die Hauptsache. Je älter du wirst, desto schwieriger ist es, Verletzungen zu überwinden. Du musst geduldig sein, und diesbezüglich macht er einen famosen Job.“ US-Journalisten-Ikone Tim Rosaforte will sogar erfahren haben, dass Woods bereits Ende vergangener Woche wieder den Driver geschwungen hätte.

Das Schlusswort dieses Reaktionen-Reports kriegt Tigers „Chefkritiker“ Brandel Chamblee. „Ein verletzter, wieder zusammengesetzter 40-jähriger Mann“, kommentierte der Ex-Pro und TV-Experte das Woods-Video im „Golf Channel“. Wo er recht hat! Und weiter: „Ein sehr kurzer, schneller Golfschwung. Es sieht nicht aus, als sei er bereit für Turniergolf.“ Man kann ja nicht alles haben…

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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