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Wahlsieger Donald Trump: Mehr Golf war nie im Weißen Haus

16 Golfkurse im Portfolio, Handicap 3,6 und bester Golfer aller bisherigen US-Präsidenten? Diese Statistik sprach gegen Hillary Clinton.

Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten und mit ihm zieht auch ein weiterer Golfer ins Oval Office ein. (Foto: Getty)
Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten und mit ihm zieht auch ein weiterer Golfer ins Oval Office ein. (Foto: Getty)

Wer hätte wirklich gedacht, dass die lange Reihe der „First Golfer“ sich dergestalt fortsetzt: Am 20. Januar 2017 wird Donald J. Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt, der 70-jährige Immobilien-Spekulant, Golfplatz-Tycoon und Selbstvermarkter, den der britische „Independent“ mal einen „unternehmerischen Adonis von unvorstellbarer Blondheit“ nannte, avanciert vom Politpöbler zum „Commander in Chief“. Auch wenn „The Donald“ aus dem Weißen Haus wohl keinen „Palazzo Protzi“ mit angeschlossenem Golfplatz machen wird, wie im Internet schon allenthalben geunkt wurde: Mehr Golf war nie im Oval Office, das wenigstens ist eine halbwegs gute Nachricht.

„Golf muss man sich leisten können!“

16 Plätze nennt der künftige US-Präsident mehr oder weniger sein Eigen, drei davon in Europa, Aberdeen und Turnberry in Schottland sowie das irische Doonbeg. Samt und sonders sind es Anlagen von pompösem Putz, mindestens was die Klubhäuser und angeschlossenen Hotels betrifft. Für Trump ist Golf ein „elitäres Vergnügen“, dessen man sich würdig erweisen sollte. Vor allem mit dem Bankkonto: „Die Leute müssen es sich leisten können, Golf zu spielen.“ Er selbst wird mit einem Handikap von 3,6 geführt und rühmte sich schon vor geraumer Zeit in gewohnter Selbstdarstellung als bester Golfer aller US-Präsidenten.


Vielleicht hat Hillary Clinton auch deswegen verloren, immerhin obsiegte seit 1981 kein nicht-golfender Kandidat mehr. Und die einstige Außenministerin wurde lediglich während der Präsidentschaft ihres Mannes Bill auf der Ostküsteninsel Martha‘s Vineyard, dem traditionellen Präsidenten-Hideaway, gelegentlich am Schläger gesichtet. Überhaupt gab es in den vergangenen 100 Jahren mit Harry S. Truman (1945 bis 1953) und Jimmy Carter ('77 bis '81) nur zwei US-Präsidenten, die keine Golfer waren.



„Waisenknabe“ Barack Obama

Den Nimbus des Top-Golfers an der Spitze der USA indes muss sich Trump wohl mit einem seiner ganz großen Vorgänger teilen: John F. Kennedy (1961 bis 1963) spielte ebenfalls ein einstelliges Handikap, machte gleichwohl wenig Aufhebens darum. Als Senator noch gehörte er nämlich zu den Golf-Kritikern seines republikanischen Vorgängers Dwight D. Eisenhower (1953 bis 1961). Die heftigen öffentlichen Beschimpfungen hinderten diesen jedoch nicht daran, während seiner Amtszeit über 200 Runden, oft mit Arnold Palmer, auf dem Masters-Kurs in Augusta zu spielen und beim Diktat Probeschwünge zu absolvieren.


Vorwürfe gegen golfende „Chiefs“ waren und sind in den USA vor allem politisch motiviertes Gezänk. Als bislang Letzter kann Barack Obama ein Lied davon singen. Über 300 Runden haben seine Kritiker gezählt, im Vergleich zu Woodrow Wilson (1913 bis 1921) ist der Noch-Präsident freilich ein „Waisenknabe“. Wilson, der die USA in den Ersten Weltkrieg führte und wie Obama den Friedensnobelpreis erhielt (1919), soll in seinen zwei Amtsperioden über 1.000 Runden gespielt haben.

Putting-Grüns für „Ike“ und Clinton

Für „Ike“ Eisenhower pflanzte Architekt Robert Trent Jones Sr. übrigens auch das erste Putting-Grün in den Garten des Weißen Hauses, Kennedy ließ es später zuwachsen, Nixon ('69 bis '74) dann ganz entfernen. Heute ist dort der Hubschrauber-Landeplatz. 1995 gab Bill Clinton ('93 bis 2001) ein neues Grün in Auftrag, Robert Trent Jones Jr. baute es nahe der Hoover-Eiche, rund 180 Quadratmeter groß. Nur den gewünschten „Sandkasten“ bekam Clinton nicht. Der Secret Service fürchtete wegen des lausigen präsidialen Bunkerspiels um die Fensterscheiben im Weißen Haus.

Wie reagieren die Golforganisationen?

Mal sehen, ob Donald Trump das Grün in seinem neuen „Vorgarten“ nutzt und wie oft es ihn künftig auf einen seiner Golfplätze verschlägt? Irgendwer wird schon mitzählen. Wesentlich interessanter allerdings dürfte die Reaktion der Golforganisationen sein, sei es PGA of America, PGA Tour oder R&A. Der missliebige Partner, dem sie – wenngleich durchaus halbherzig und eher lau – wegen seiner rassistischen Tiraden bedeutenden Turniere wie das WGC-Event in Doral oder den Grand Slam of Golf in Los Angeles entzogen und dessen Turnberry sie vorerst von der British-Open-Rota gestrichen haben, ist demnächst der mächtigste Mann der Welt.

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