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Von wegen 0,5 Prozent: Englische Golfclubs blühen gerade auf

SUV-„Geschoss“ für Justin Thomas, „Sperrstunde“ in China, ein Logo für „Lefty“ und Donald Trump will den Goldfinger geben. Die Back Nine.

Englische Golfclubs verzeichnen deutliche Anstiege bei den Mitgliederzahlen.
Englische Golfclubs verzeichnen deutliche Anstiege bei den Mitgliederzahlen. (Foto: Getty)

0,5 Prozent oder knapp 3.000 deutsche Clubgolfer mehr in 2016, darüber können die Engländer gerade eher schmunzeln. Der organisierte englische Golfsport erlebt eine Renaissance, die Golfclubs blühen auf und verzeichnen so viele Mitglieder wie seit 15 Jahren nicht mehr, genauer gesagt einen Zuwachs von rund 80.000 Mitgliedern in den vergangenen 36 Monaten. Derzeit werden 520.600 Clubgolfer gezählt, ein Anteil von über 46 Prozent am Gesamtaufkommen golfender Engländer, 2011 noch waren es bloß 37 Prozent. Allein von Oktober 2015 bis Oktober 2016 schlossen sich rund 32.000 Aktive einem Golfclub an.

Dabei galt die Szene jenseits des Ärmelkanals 2013 angesichts eines historischen Tiefstands von nur 442.500 Clubgolfern als „englischer Patient“ und symptomatisch für den Niedergang des Golfsports. Auch wenn das generelle Golfinteresse nach wie vor stagniert, ist beispielsweise die Zahl der Gelegenheitsgolfer über 16 Jahre, die ein Mal pro Monat auf den Platz gehen, im vergangenen Jahr von 1,09 auf 1,31 Millionen Menschen gestiegen, der beste Wert seit 2012. Die zahlreichen Programme, die in England zur Belebung des Clubsports initiiert worden sind, sie tragen offenbar Früchte.

Justin Thomas belohnt sich vierrädrig

Neues Spielzeug: Zwei Turniersiege hintereinander, 2,3 Millionen US-Dollar Preisgeld binnen zwei Wochen, da kann man sich schon mal belohnen. Hawaii-Dominator Justin Thomas hat sich dieses ziemlich „sonderausgestattete“ SUV-„Geschoss“ von Range Rover geleistet. Wenn der derzeitige Weltranglistenachte so weitermacht, dürften Ferrari-„Fetischist“ Ian Poulter, McLaren-Lenker Danny Willett und Co. bald ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Now accepting all requests to drive people places Thanks @dreamworksmotorsports for the sick ride!

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China schließt 111 Golfplätze

Sperrstunde: Chinas Machthaber machen ernst in Sachen Golfplätze. Nachdem bereits 2004 ein Moratorium für den Bau neuer Anlagen erlassen wurde – an das sich freilich niemand hielt – oder Parteimitgliedern das Golfspiel wegen des Korruptionsrisikos verboten wurde, wurde jetzt die Schließung von 111 der offiziell 683 Kurse angeordnet. Begründet wird das mit Umweltschutzaspekten, Wasserverbrauch oder Verletzung von Naturschutzzonen. Außerdem sollen 18 Plätze illegal genutztes Gelände zurückgeben, 47 weitere Projekte dürfen nicht fertig gestellt werden.

Die Spieth-Brothers beim Basketball

Korbjäger: Dass Jordan Spieth ein famoser Golfer ist, weiß jeder Fan des Spiels. Vielen ist auch bekannt, dass sein Bruder Steven ein Basketball-Ass und Star des Teams der renommierten Brown University in Providence/Rhode Island ist. Für den Sportsender „ESPN“ haben sich die Spieth-Brothers zu einem Duell unterm Korb getroffen – und Jordan schlägt sich nicht schlecht:

Mickelson ist jetzt eine Marke

Markenzeichen: Phil Mickelson gibt‘s jetzt auch als Logo. Der bislang „Brandzeichen“ lose Linkshänder überraschte bei der CareerBuilder Challenge nach seinen beiden Leisten-Operationen nicht nur mit gewohnt spektakulären Schlägen, sondern auch mit einem Signet. Es stellt Mickelsons Jubelsprung beim Masters 2004 dar, als er mit dem Gewinn seines ersten von nunmehr fünf Majors auch den endgültigen Durchbruch schaffte. Vermutlich wird nun auch eine „Lefty“-Kollektion nicht mehr lange auf sich warten lassen.



Ein von Golf Digest (@golfdigest) gepostetes Foto am

Obamas Clubproblem wird zum Politikum

Ruhestand: Wo findet man einen begeisterten Golfer am ersten Tag des Ruhestands? Richtig, auf dem Golfplatz. Nach 333 Runden als „POTUS“ gönnte sich Ex-US-Präsident Barack Obama auch direkt nach der Amtsübergabe an Donald Trump 18 Loch auf Porcupine Creek, dem privaten Kurs von Software-Milliardär Larry Ellison. Obamas angestrebte Aufnahme in den Woodmont Country Club indes wird mittlerweile zum Politikum. Jeffrey Slavin, Bürgermeister von Somerset in Maryland, zu dessen Gemeinde der Club gehört, hat seine lebenslange Mitgliedschaft aufgekündigt, er wolle keiner „intoleranten Gemeinschaft“ angehören. Woodmont mit seinen starken jüdischen Wurzeln will Obamas Antrag wegen dessen jüngster Anti-Israel-Politik ablehnen.

Schneeschippen mit dem „Trackman“

Zweckentfremdet: Es ist Winter, und in weiten Teilen Deutschlands schlägt sich das auch als weißer Belag nieder. Endlich also Gelegenheit zu zeigen, dass ein „Trackman“ nicht nur auf der Driving Range, sondern auch beim Schneeschippen durchaus hilfreich sein kann:





Trump will „007“-Golfschauplatz kaufen

Chronistenpflicht: Seit Freitag ist Amerikas neue Regierung im Amt, und nicht nur Donald Trump hat was mit Golf „am Hut“. Sein Außenminister, der Ex-Öl-Magnat Rex Tillerson, ist Mitglied im Augusta National Golf Club. Derweil wird gemunkelt, dass der Chef von „T-Rex“ seine Fühler ausgestreckt hat, um den englischen Golfclub Stoke Park zu kaufen, wo das weltberühmte Golfduell zwischen Sean „007“ Connery und Gert Fröbe für den James-Bond-Thriller „Goldfinger“ gedreht wurde. Irgendwie passt das zu Trump…

Plastik-Birdies

Zum Schluss: Unterhaltung für trübe, golflose Wintertage liefern die Jungs von „Dude Perfect“ – und das Fazit könnte lauten: Besser Plastikschläger als gar kein Golf!

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2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Engländische Golfclubs blühen auf.
    Liegt es vielleicht daran, dass hier für Gelegenheitsgolfer bessere Preise oder Pakete angeboten? Oder was ist der Grund?
    Leider gibt es hier in Deutschland bzw. Allgäu keine zielgerichte Angebote von den Golfclubs. Das Problem dürfte doch auch dem DGV bekannt sein, aber es ändert sich bis zum heutigen Tage NICHTS.
    Ich selbst habe unterschiedliche sportliche Aktivitäten, aber leider gehört Golfen derzeit nicht dazu, weil es einfach zu teuer ist und die richtigen Angebote fehlen. Ich habe eher den Eindruck, man will das ALLES in Deutschland nicht. Der Verband müßte sich entscheiden, ob er zukünftig hier immer nur auf die Golfvereine rücksicht nimmt oder aktiv bessere Angebote definiert.

    Ich freue mich auf eine Rückantwort.

    mit sportlichen Grüßen

    STefan Fleck
    on

    Antworten

    • @Stefan,

      das mit den englischen Clubs hat mehrere Gründe.
      Zum einen hat Golf in UK nicht den Status und die Vorurteil, die wir hier in D zurecht mit Golf verbinden.
      Zum anderen ist Golf in UK um einiges günstiger als in Deutschland, meist bekommt man ein Tagesgreenfee für £20-25.
      Es gibt genügend Clubs und die liegen fast immer noch innerhalb oder direkt an der Stadt/Dorf.
      Die Mitgliedschaft in einem Durchschnitts Golfclub ist meist schon für £250 zu haben und das ist eine Vollmitgliedschaft, wie man hier in D sagen würde.
      Das alles bitte als Durchschnitt sehen, es gibt natürlich auch genug Nobelclubs, wo das Geenfee £200 kosten kann.

      Dazu kommt noch, der schottische Verband rührt ordentlich die Werbetrommel, Landesweit. Ich gehe mal davon aus, das es der englische auch macht.

      bis denne

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