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Umfrage im Vorfeld der DGL: „Geben wir der Sache eine Chance“

14. Mai 2013
Ziel der KRAMSKI Deutsche Golf Liga ist die Stärkung der nationalen Wettspielkultur. (Bild: Golf Post)
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Golf Post hat zum Start der Deutschen Golf Liga eine Umfrage unter Aktiven und Involvierten angestellt – die Stimmen hier.

Auf die KRAMSKI Deutsche Golf Liga haben im Vorfeld des ersten Spieltages viele Spieler mit Vorfreude geblickt, einige zeigten sich jedoch skeptisch ob der neuen Version des Ligasystems. Golf Post hat in einer anonymen Umfrage* die Stimmung unter den Golfern abgetastet. Die Ergebnisse sind sehr gemischt.


Gemischte Gefühlslage zur Deutschen Golf Liga (DGL)

So bestätigen 70 Prozent der Befragten, dass die Einführung eines richtigen Ligasystems „genau das ist, was dem Golfsport […] gefehlt hat“. Allerdings gibt es unter den befragten Golfern Bedenken bezüglich der logistischen und personellen Anstrengungen, die die Clubs für die DGL betreiben müssen: „Die deutsche Golf Liga bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand, den nicht jeder Club betreiben kann.“

Damit die Mannschaften zusammenfinden können, hat der Deutsche Golf Verband (DGV) den Tag ausgesucht, an dem die meisten frei haben – den Sonntag. Trotzdem ist auch dieser Tag für Mannschaften, die in einer höheren Liga spielen, ein schwieriges Thema: „Den Sonntag als Spieltag für jeweils Einzel und Vierer ausgewählt zu haben, ist Blödsinn. Nehmen An- bzw Abreise mehr als zwei Stunden in Anspruch, wird es ein sehr langer Sonntag, den man montagmorgens beim Aufstehen zur Arbeit oder Uni – es gibt ja viele junge Spieler – ziemlich bereuen wird.“ Hierzu passt auch die Aussage eines anderen Befragten: „Die Deutsche Golfliga wird am Ende nur für einige wenige (reiche) Clubs interessant sein.“ Seine Auffassung ist: „Die meisten Spieler wollen sich eher im Umkreis von 100 km messen – ist ja alles auch eine Zeitfrage.“

Nicht nur der Sonntag, auch die Auswahl einiger Spieltermine bereitet manchen Eltern Kopfzerbrechen, da in Hessen zwei Spieltage mitten in den Sommerferien liegen. „In einer jungen Mannschaft mit vielen Schülern kann man dadurch kein junges Team konsequent aufbauen – das mag in den hohen Leistungsklassen anders sein, in der Gruppenliga geht es aber darum, junge Spieler an den Sport heranzuführen.“

Lieber Lochspiel als Zählspiel

Einige der Befragten merken an, dass sie personelle Engpässe erwarten: „Gerade im Frauenbereich ist es äußerst schwierig, immer genügend Spielerinnen zusammen zu bekommen.“ In Bezug auf die unteren Ligen wird z.T. der Spielmodus infrage gestellt: „Der Ansatz vor allem junge Spieler zu fördern wird wahrscheinlich gerade in den unteren Klassen das Gegenteil bewirken. Denn durch die Umstellung auf Zählspiel wird manche Mannschaft eher einen älteren erfahrenen Spieler aufstellen.“ Der Vorgänger der DGL, die deutschen Mannschaftsmeisterschaften, wurde noch im Lochspiel-Format ausgetragen. Für den Liebhaber des Lochwettspiels ist die Umstellung auf Zählspiel ein herber Verlust: „Wir würden gerne wieder Lochwettspiel spielen. Das hatte bislang den Mannschaftsgedanken stark gefördert.“

„Geben wir der Sache eine Chance“

Aber es gibt auch positives Feedback. Insgesamt begrüßen die meisten eine Anpassung an Ligaverhältnisse anderer Sportarten. Einer resümiert: „Die DGL ist auf hohem Leistungsniveau durchaus sinnvoll.“ Einige Befragte erhoffen sich vom neuen Ligasystem mehr Aufmerksamkeit. Dass die Deutsche Golf Liga noch in den Kinderschuhen steckt, ist den Befragten bewusst: „Nach der ersten Saison kann man mehr dazu sagen, aber ich denke das System wird sich bewähren.“

Sogar an eine Ausweitung der Liga auf alle Altersklassen wurde bereits vor dem ersten Spieltag angesprochen: „Wenn die Deutsche Golf Liga sich etablieren sollte, wäre es auch schön, über die Einrichtung einer Golfliga männlicher und weiblicher Sennioren und Junioren nachzudenken. Denn Golf ist als Breitensport eher etwas, was überwiegend von Menschen ‚gesetzteren‘ Alters betrieben wird.“

Der Grundtenor wird klar; die Spieler sind etwas skeptisch aber nicht abgeneigt. Der Appell eines Befragten geht an alle: „Geben wir der Sache eine Chance.“


* Die Befragung ist nicht repräsentativ. Sie erfolgte anonym sowohl durch geschlossene (siehe Abbildungen) als auch offene Fragestellungen (Text).

Sie wollen mehr Informationen zur deutschen Golf Liga? Dann schauen Sie auf unserer Übersichtsseite zur DGL vorbei.

Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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