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Tiger Woods: Bloß ein „Hacker“, bei dem „die Luft raus“ ist?

17. Jul 2015
Tiger Woods auf der Suche nach der Form. Er selbst hat sich noch nicht aufgegeben. Oder doch? (Foto: Getty)
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Allerlei von der British Open: Bei Medien und im Netz wird Woods zur Lachnummer, Mickelson ging spazieren, Faldo ist einsichtig.

Tiger Woods wird allmählich zur Lachnummer: Nach seiner 76er-Auftaktrunde über den Old Course, wo er immerhin 2000 mit 19 unter und 2005 mit 14 unter Par gewonnen hat, gießen Medien und das Netz den Spott fast kübelweise über den Superstar. Vor allem die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Woods‘ Aussagen und seinen Vorstellungen auf dem Platz bietet Steilvorlagen für Häme. Der 39-Jährige, der gesagt hat, er könne diese Open gewinnen und sei noch längst „nicht erledigt und begraben“, laufe jetzt herum wie „ein Geist, der nicht weiß, dass er von uns gegangen ist“, schrieb beispielsweise „Golf Digest“. „Er sieht aus wie jemand, der besiegt und bei dem die Luft raus ist“, notierte Bloggerin Stephanie Wei, die in St. Andrews auch für „Sports Illustrated“ unterwegs ist: „Wir sind an dem Punkt, wo es nur noch traurig und kaum mehr mitanzusehen ist.“

Paul Azinger, Amerikas Ryder-Cup-Kapitän 2008, nannte Woods bei ESPN schlichtweg einen „Hacker“. Das Portal „Sports Pickle“ ulkte „Tiger Woods feuert seinen Schwungtrainer Charles Barkley“ und spielt damit auf den merkwürdigen Schwung des früheren Basketball-Stars an. Einen echten Treffer landete die Amerikanische Vereinigung der Ruheständler AARP, die nach Woods‘ Kommentar, er denke nicht an Ruhestand, er habe ja noch keinen Rentnerausweise, twitterte: „Besser über 50 als über Par“. Und Ex-Pro Aaron Oberholser riet Woods (14 Majors, 79 PGA-Tour-Siege), er solle die Jagd auf Jack Nicklaus‘ 18 Majors einfach vergessen und sich besser auf Sam Sneads Rekord von 82 Turniererfolgen konzentrieren.


„D. J.“ freut sich auf den Wind

Heute wird‘s stürmisch auf dem Old Course: Nach dem heftigen Regen am Morgen erwartet der Wetterbericht für den Nachmittag Windgeschwindigkeiten von 40 Stundenkilometern, in der Spitze kann es sogar über 60 km/h gehen. Keine guten Aussichten für Jordan Spieth, Dustin Johnson und Co., die gestern in der Morgensession die Akzente setzten. „D. J.“ jedoch ist gewappnet: „Golf wird dann sehr interessant“, sagte der Open-Spitzenreiter: „Ich freue mich darauf, denn ich mag solche Herausforderungen. Du musst halt sehr kreativ sein, wenn der Wind so stark bläst.“

Road Hole fast als Par-fünf-Bahn

Böse: Das Road Hole, die 17 des Old Course, ist eines der berühmtesten Golflöcher der Welt, gestern war es durch den Wind und die Fahnenposition nahe am gefürchteten Road-Hole-Bunker auch die schwierigste Bahn auf dem Platz. Für das 452 Meter lange Par 4 wurde ein Durchschnittsscore von 4,83 ermittelt, seit Beginn der entsprechenden Statistik 1982 hatte die Open kein „schlimmeres“ Loch. Auf der 17 gab’s 54 Pars, kein Birdie, dafür 102 Bogeys und Doppelbogeys. Deswegen  hier noch mal der exzellente Bunkerschlag von Luke Donald, mit dem er das Par rettete:

Phil Mickelson: Muirfield-Inspiration hat geholfen

Wetterfest: Angesichts der starken Böen, die nachmittags über den Old Course pfiffen, war die 70 von Phil Mickelson zweifelsohne eine der besten Runden des Tages. Inspiration für die Open hat sich „Lefty“ am vergangenen Wochenende geholt, als er mit Ehefrau Amy, Caddie Jim „Bones“ Mackay und Manager Steve Loy nach Muirfield fuhr, anderthalb Stunden über die Stätte seines Triumphs von 2013 flanierte und dabei mit seiner Entourage eine Flasche Wein leerte.

Sir Nick Faldo: „Ich bin kein Golfer mehr“

156. und letzter nach Runde eins, Elf über Par zum Auftakt: Sir Nick Faldo, der dreifache Open- und sechsfache Major-Champion hat sich bei seinem letzten Auftritt in St. Andrews wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. „Du kannst halt nicht aus einem TV-Turm fallen und denken, Du könntest hier bestehen“, sagte der englische Sir, der morgen 58 Jahre alt wird und seit geraumer Zeit nur noch als Fernsehexperte an großen Turnieren teilnimmt: „Ich bin kein Golfer mehr! Nicht mal mehr ein Teilzeit-Golfer.“

Open-Rekordler war auch Deutscher Meister

Wussten Sie eigentlich, dass Harry Vardon, der seit 1914 den Rekord von sechs British-Open-Siegen hält und uns den überlappenden Vardon-Griff hinterlassen hat, 1911 auch internationaler Deutscher Golfmeister war? Der Engländer von der Kanalinsel Jersey gewann die erste Auflage der „German Open“ im Golfclub Baden-Baden, damals ein Einladungsturnier, und erhielt dafür 500 Dollar Preisgeld. Bester „German-Open“-Starter der Neuzeit ist Bernhard Langer, der zwischen 1981 und  1993 fünf Mal siegte.

Letzte Open Championship für „Die Stimme“ Ivor Robson

Bestätigung: Wir haben es nach der BMW Open in München schon vermeldet, jetzt ist es Gewissheit. Ivor Robson, die Stimme der British Open und der European Tour am ersten Abschlag, hört auf. Nach St. Andrews, seiner 41. Open Championship, ist Schluss für den weißhaarigen Schotten aus Moffat, dessen Alter niemand kennt und der durch seinen falsettartigen Kiekser in der Stimme beim Ansagen der Golfstars selbst zum Star wurde. Das Video aus 2014 dokumentiert einen der seltenen Momente, in denen Robson dienstlich mal plaudert:

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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