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Tiger Woods‘ „Bag Man“ Joe LaCava: Ein Caddie im Wartestand

11. Feb 2016
Joe LaCava (li.) mit Tiger Woods beim Arnold Palmer Invitational 2012. (Foto: Getty)
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LaCava schlägt alle Jobangebote aus, „weil ich nur für ihn arbeiten möchte.“ Geld ist kein Thema und der Optimismus sehr groß.

Wissen Sie, was ein „treuer Fritz“ ist? So eine Art mobiler Haken, der sich an Tischen oder Regalen anbringen lässt, um Taschen, Bekleidung und sonstigen Kram aufzuhängen. Gibt‘s in Buche-Multiplex ab acht Euro. Joe LaCava ist ebenfalls ein treuer Fritz. In doppelter Hinsicht, nicht nur, weil Tiger Woods seine Golftasche bei dem Mann aus Connecticut „aufhängt“. Wenn der Tiger denn spielt. Keiner weiß, wann das wieder der Fall sein wird. Woods, der gerade zum wiederholten Mal eine Rückenverletzung samt OP auskuriert, wahrscheinlich selbst nicht. Alle warten. Auch LaCava.

Williams hatte Nebenjob und wurde gefeuert

Müsste er eigentlich nicht. Offerten für Interims- und Nebenjobs gibt‘s genug. „Es fragt ständig jemand an, eine Menge Leute haben sich gemeldet“, erzählte der 52-Jährige dem TV-Sender „ESPN“: „Ich nenne keine Namen, aber ich lehne jedes Mal höflich ab, habe allen gesagt, dass ich derzeit ausschließlich für Tiger arbeiten möchte.“ LaCava weiß, warum. Nicht zuletzt hat er seinen Job im September 2011 ergattert, weil Woods seinen „Looper“ Steve Williams feuerte, als der Neuseeländer während einer Verletzungspause des Chefs mit der Tasche von Adam Scott „fremd ging“. Das hat sich LaCava gut gemerkt und hält wohlweislich die Füße still.


Damals übrigens sprach er eigeninitiativ bei Woods und dessen Manager Mark Steinberg vor und verließ Dustin Johnson am Finalsonntag der Tour Championship wegen des Tigers. Jetzt wartet er ab, „bis Woods zurück ist“ und hat viel Freizeit. LaCava golft mit den beiden halbwüchsigen Kindern, 50 Runden allein im vergangenen Herbst, streicht das Haus in Southbury, repariert den Abfluss, geht seiner Frau Megan auf die Nerven („Sie hat‘s langsam satt, dass ich ständig da bin“) – was man halt so macht, wenn „Kurzarbeit“ anberaumt ist.

„Woods ist nach wie vor sehr großzügig zu mir“

Finanziell wird sich LaCava das vermutlich leisten können. Er ist seit 30 Jahren im Geschäft, war an der Seite von Fred Couples, als der ebenfalls stets rückengeplagte „Boom Boom Freddy“ 1992 das Masters gewann, kassierte beim „Barclays“-Sieg von Dustin Johnson und vor allem bei neun Turniererfolgen mit Tiger Woods einen ordentlichen Happen vom Preisgeld. Überdies dürfte sich der Rekonvaleszent die Treue seines „Bag Man“ einiges kosten lassen.

Über Geld freilich spricht LaCava nicht. „Ich verstehe solche Fragen, sage jedoch nur: Tiger hat mich vom ersten Tag an gut behandelt und ist nach wie vor sehr großzügig.“ Stattdessen erzählt er lieber „Dönekes“ aus dem Dezember, von der Herrenrunde mit Woods und etlichen Kumpels zum Football-Match der New York Giants gegen die Miami Dolphins oder von der rauschenden Party zu Tigers 40. Geburtstag.

„Tiger wird wiederkommen und wieder gewinnen“

Was keineswegs heißen soll, dass LaCava das Leben auf der Tour nicht vermisst. Seit der Wyndham Championship im August 2015 dauert die Zwangspause, da bordete die „Tigermania“ erneut kräftig über, zumal der 14-fache Majorsieger mit dem geteilten zehnten Platz so gut war wie lange nicht mehr. „Na klar fehlt es mir, die Kollegen, meine Freunde“, sagt der Caddie im Wartestand. „Vor allem indes geht mir ab, mit Tiger auf der Jagd zu sein, zu gewinnen. Wem würde das nicht fehlen!“ LaCava ist optimistisch, dass diesbezüglich das letzte Wort längst nicht gesprochen ist, dass der Tiger noch was im Tank hat: „Er wird wiederkommen und wieder gewinnen. Ich bin da absolut zuversichtlich, denn ich weiß, wozu er fähig ist. Meine Erwartung ist die selbe wie am ersten Tag mit ihm. Er ist schließlich Tiger Woods!“


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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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