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Stahl oder Graphit? Der Kampf um die Vorherr-Schaft!

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28. Jan 2016
Stahl und Graphit haben Vor- und Nachteile - es gilt zu entscheiden, was für einen selbst überwiegt. (Foto: Getty)
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Im Golf stellt sich auf der Suche nach dem perfekten Schaft zuerst die Frage: Stahl oder Graphit? Beides hat seine Vorteile.

Der Schaft ist eine der bedeutensten Einflussgrößen in der Gleichung Golf, und doch immer noch häufig eine der am wenigsten beachteten. Es gibt heutzutage unzählige unterschiedliche Schäfte, die die verschiedensten Ausprägungen von Flex, Torque und Kickpoint miteinander kombinieren und so für bestimmte Spieler besonders geeignet sind. Doch bevor Flex, Torque und Kickpoint – worüber noch zu sprechen sein wird – wichtig werden, steht erst einmal die Grundsatzfrage: Stahl oder Graphit?

Golf zwischen Stahl-Schmelze und Graphit-Bausatz

Generell haben Stahl- und Graphit-Schäfte im Golf jeweils Vor- und Nachteile, die sich hauptsächlich in zwei zentralen Eigenschaften unterscheiden: Das Gewicht und die Torsion. Während Stahlschäfte im Markt-Querschnitt aufgrund des Basismaterials naturgegeben schwerer sind, scheint es bei den Graphitschäften nach unten keine Grenze zu geben. Auch wenn durch neue Technologien und kombinierte Basismaterialien Stahl als Schaftmaterial immer leichter wird, kommen leichte Stahlschäfte nicht an das geringe Gewicht von leichten Graphitschäften ran. Während 75 Gramm für einen Stahlschaft die neuste Entwicklung im Ultra-Leicht-Bereich darstellt, spricht man bei Graphit etwa ab diesem Wert von einem „schweren“ Schaft. Heutzutage gibt es Graphitschäfte im Ultra-Leicht-Sektor, die nicht einmal mehr 40 Gramm wiegen. Der Vorteil der Leichtigkeit? Sie ist besser zu beschleunigen. Graphitschäfte erreichen durch die Gewichtsersparnis eine höhere Endgeschwindigkeit, was ein größere Distanz für den Schlag bedeuten kann.


Das ist auch der Grund, warum nahezu alle Hölzer, vom Driver bis zum kleinen Fairwayholz, auf Tour-Niveau oder im hohen Handicapbereich, mittlerweile mit Graphitschäften ausgestattet sind. Sie sind mit ein Grund dafür, dass die Schlagweiten sich in den vergangenen Jahren so signifikant gesteigert haben. Die höhere Geschwindigkeit fordert ihren Tribut allerdings in einem anderen Bereich.

Flex und Torsion – Was sagt das Gefühl?

Der Flex – also die Biegsamkeit – von Graphitschäften war in der historischen Entwicklung dieses Materials im Schaft lange höher, als bei Stahlschäften. Auf der einen Seite bedeutete das zwar, dass durch den Peitschen-Effekt viel Energie auf den Ball übertragen wird, auf der anderen Seite ging aber ein Teil der Kontrolle über den Schlägerkopf und die präzise Rückmeldung verloren. Heutzutage hat steht die Qualität der Graphitschäfte der von Stahlschäften in nichts nach, trotzdem wird sich ein Stiff-Graphitschaft (steife Biegsamkeit) nicht anfühlen wie ein Stiff-Stahlschaft. Das liegt an der Torsion.

Die Torsion, oder auch Torque, bezeichnet die Verdrehung des Schaftes um die Längsachse. Sie spielt bei der Beschleunigung des Schlägers im Abschwung und besonders im Impact – also im Treffpunkt – eine entscheidende Rolle. Im Speziellen geht es dabei um die sogenannten Off-Center-Hits. Schläge, bei denen der Golfball nicht mit der Mitte des Schlägerblattes, sondern weiter am Rand getroffen wird. Je höher der Wert, umso eher „streut“ der Schläger. Gute Stahl- und Graphitschäfte erreichen mittlerweile sehr niedrige Werte.

Stahlschäfte bei den Eisen

Der unter Profis mit Abstand am häufigsten genutzte Schaft für die Eisen ist der Stahlschaft. Stahl bietet Vorzüge, die gerade für spielstarke Spieler in einem Eisensatz nützlich sind. Karbonstahl oder Edelstahl als Material ist relativ dick und bietet einen konstanten Drehmoment. Bezüglich Flex und Torsion wirkt sich Stahl als Material gefühlsmäßig sehr direkt aus. Bei Treffern außerhalb der Mitte bekommt der Spieler unvermitteltes und deutliches Feedback über seinen Impact. Bei einem hohen Spielniveau kommen schlechter getroffene Bälle seltener vor und die direkte Rückmeldung ist meistens erwünscht. Ein weiterer Vorteil: Der günstige Preis und die hohe Haltbarkeit des Metalls. Die beschriebenen Eigenschaften machen Stahl zu einer beliebten Schaftwahl bei Golfern.

Graphitschäfte bei den Eisen

Auf Tour-Niveau selten gesehen, im Breitensport immer häufiger anzutreffen, kann Graphit bei den Eisen einen großen Vorteil als Schaftmaterial bringen. Der Gewichtsvorteil bietet Golfern auch bei den Eisen die Chance, die Schwunggeschwindigkeit zu erhöhen und damit eventuell größere Distanzen zu erreichen. Ob die Eigenschaften von Graphit Vor- oder Nachteil sind, liegt im Gefühl: Ein Stiff-Flex-Schaft aus Graphit wird sich nicht anfühlen wie ein Stiff-Stahlschaft, da die Rückmeldung eben nicht so direkt ist. Die Materialeigenschaften von Graphit sorgen dafür, dass die Vibrationen bei nicht ganz sauber getroffenen Bällen gedämpft werden. Das eignet sich vor allem bei etwas schwächeren Spielern, um das Gefühl beim Schlag zu optimieren.

Direkte Rückmeldung ist auf niedrigerem Niveau, wo es häufiger zu unsauberen Treffmomenten kommt, nicht vordergründig nötig. Vielmehr geht es darum, ein gutes Gefühl beim Schlag zu haben, das den Trainingsprozess unterstützt. Wichtiger Aspekt: der Preis. Graphitschäfte herzustellen ist schlicht teurer als bei Stahlschäften, was sich auch im Ladenpreis niederschlägt. Die Qualitätsunterschiede von Graphitschäften können eklatant sein. Ein guter Graphitschaft besteht aus etwa zwölf oder mehr Lagen, die mit möglichst wenig Kleber aufwendig übereinander geklebt sind. Das hat seinen Preis. Billige Graphitschäfte liegen, was Anzahl der Lagen und Menge sowie Qualität des Klebers angeht, oft deutlich darunter.

Grundsätzlich gilt, wenn die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind: Lieber ein hochwertiger Stahlschaft als ein minderwertiger Graphitschaft.

Multi-Material-Schäfte

Eine neuere Entwicklung auf dem Schaft Markt ist der Multi-Material-Schaft. Diese Art des Schafts kombiniert beides, Stahl und Graphit in einem Schaft. Typischerweise handelt es sich dabei um einen Stahlschaft mit einer Graphitspitze. Der Bereich des Stahls bietet einen soliden Flex, der mehr Kontrolle bietet und es dem Spieler erlaubt, mehr Einfluss auf die Flugkurve zu nehmen. Die Graphitspitze erlaubt dem Schläger mit einer gewissen Dynamik durch den Ball zu gehen, was zu mehr Länge führen soll. Außerdem dient die Graphitspitze dazu, die unerwünschten Vibrationen im Treffmoment herauszufiltern und das Gefühl bei jedem Schlag zu Verbessern.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Hallo, ich bin gerade auf den interessanten Artikel gestoßen und wollte Euch mitteilen, dass es eine Firma namens ACS Schaftmanufaktur gibt, welche Schäfte aus Aluminium Carbon herstellen und ich aus meiner Erfahrung heraus nur sagen kann, dass ich es liebe mit diesen zu spielen. Sie sind derart präzise und genau, dass ich diese Produkte absolut weiterempfehlen kann. Meine Empfehlung: Spielen und den Unterschied einfach selbst spüren. Beste Grüße, ein Amaturgolfer

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