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Stahl oder Graphit? Kampf um die Vorherr-Schaft – Der große Golfschaft Test

Im Golf stellt sich auf der Suche nach dem perfekten Schaft zuerst die Frage: Stahl oder Graphit? Beides hat seine Vorteile.

Stahl und Graphit haben Vor- und Nachteile - es gilt zu entscheiden, was für einen selbst überwiegt. (Foto: Getty)
Stahl und Graphit haben Vor- und Nachteile - es gilt zu entscheiden, was für einen selbst überwiegt. (Foto: Getty)

Der Schaft ist eine der bedeutensten Einflussgrößen in der Gleichung Golf, und doch immer noch häufig eine der am wenigsten beachteten. Es gibt heutzutage unzählige unterschiedliche Schäfte, die die verschiedensten Ausprägungen von Flex, Torque und Kickpoint miteinander kombinieren und so für bestimmte Spieler besonders geeignet sind. Doch bevor Flex, Torque und Kickpoint - worüber noch zu sprechen sein wird - wichtig werden, steht erst einmal die Grundsatzfrage: Stahl oder Graphit?

Vor dem Golfschaft Test: Golf zwischen Stahl-Schmelze und Graphit-Bausatz

Generell haben Stahl- und Graphit-Schäfte im Golf jeweils Vor- und Nachteile, die sich hauptsächlich in zwei zentralen Eigenschaften unterscheiden: Das Gewicht und die Torsion. Während Stahlschäfte im Markt-Querschnitt aufgrund des Basismaterials naturgegeben schwerer sind, scheint es bei den Graphitschäften nach unten keine Grenze zu geben. Auch wenn durch neue Technologien und kombinierte Basismaterialien Stahl als Schaftmaterial immer leichter wird, kommen leichte Stahlschäfte nicht an das geringe Gewicht von leichten Graphitschäften ran.

Während 75 Gramm für einen Stahlschaft die neuste Entwicklung im Ultra-Leicht-Bereich darstellt, spricht man bei Graphit etwa ab diesem Wert von einem "schweren" Schaft. Heutzutage gibt es Graphitschäfte im Ultra-Leicht-Sektor, die nicht einmal mehr 40 Gramm wiegen. Der Vorteil der Leichtigkeit? Sie ist besser zu beschleunigen. Graphitschäfte erreichen durch die Gewichtsersparnis eine höhere Endgeschwindigkeit, was ein größere Distanz für den Schlag bedeuten kann.

Das ist auch der Grund, warum nahezu alle Hölzer, vom Driver bis zum kleinen Fairwayholz, auf Tour-Niveau oder im hohen Handicapbereich, mittlerweile mit Graphitschäften ausgestattet sind. Sie sind mit ein Grund dafür, dass die Schlagweiten sich in den vergangenen Jahren so signifikant gesteigert haben. Die höhere Geschwindigkeit fordert ihren Tribut allerdings in einem anderen Bereich.



Flex und Torsion - Teste beim Golfschaft das Gefühl

Der Flex - also die Biegsamkeit - von Graphitschäften war in der historischen Entwicklung dieses Materials im Schaft lange höher, als bei Stahlschäften. Auf der einen Seite bedeutete das zwar, dass durch den Peitschen-Effekt viel Energie auf den Ball übertragen wird, auf der anderen Seite ging aber ein Teil der Kontrolle über den Schlägerkopf und die präzise Rückmeldung verloren. Heutzutage hat steht die Qualität der Graphitschäfte der von Stahlschäften in nichts nach, trotzdem wird sich ein Stiff-Graphitschaft (steife Biegsamkeit) nicht anfühlen wie ein Stiff-Stahlschaft. Das liegt an der Torsion.

Die Torsion, oder auch Torque, bezeichnet die Verdrehung des Schaftes um die Längsachse. Sie spielt bei der Beschleunigung des Schlägers im Abschwung und besonders im Impact - also im Treffpunkt - eine entscheidende Rolle. Im Speziellen geht es dabei um die sogenannten Off-Center-Hits. Schläge, bei denen der Golfball nicht mit der Mitte des Schlägerblattes, sondern weiter am Rand getroffen wird. Je höher der Wert, umso eher "streut" der Schläger. Gute Stahl- und Graphitschäfte erreichen mittlerweile sehr niedrige Werte.

Stahlschäfte bei den Eisen

Der unter Profis mit Abstand am häufigsten genutzte Schaft für die Eisen ist der Stahlschaft. Stahl bietet Vorzüge, die gerade für spielstarke Spieler in einem Eisensatz nützlich sind. Karbonstahl oder Edelstahl als Material ist relativ dick und bietet einen konstanten Drehmoment. Bezüglich Flex und Torsion wirkt sich Stahl als Material gefühlsmäßig sehr direkt aus. Bei Treffern außerhalb der Mitte bekommt der Spieler unvermitteltes und deutliches Feedback über seinen Impact. Bei einem hohen Spielniveau kommen schlechter getroffene Bälle seltener vor und die direkte Rückmeldung ist meistens erwünscht. Ein weiterer Vorteil: Der günstige Preis und die hohe Haltbarkeit des Metalls. Die beschriebenen Eigenschaften machen Stahl zu einer beliebten Schaftwahl bei Golfern.