SPD-Parteivorstand uneinsichtig nach offenem Brief an Martin Schulz
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SPD-Parteivorstand uneinsichtig doch Martin Schulz nimmt Platzreife-Gutschein an

Die SPD hat nicht vor Martin Schulz' Aussage über Golfspieler "richtig zu stellen", doch bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bochum geht Schulz auf die Golfer zu.

Martin Schulz sorgte mit seiner Rhetorik über Golffahrer und Golfspieler für Aufregung. (Foto: Getty)
Martin Schulz sorgte mit seiner Rhetorik über Golffahrer und Golfspieler für Aufregung. (Foto: Getty)

Mit seiner Aussage "Mir sind die Golf-Fahrer näher als die Golf-Spieler" und dem Zusatz "Die Arroganz dieser Leute gefährdet einen ganzen Industriezweig" hat SPD-Kanzlerkanditat Martin Schulz einen Großteil der Golfergemeinde gegen sich aufgebracht. In einem offenen Brief forderte DGV-Präsident Claus M. Kobold die Relativierung und Richtigstellung dieser Aussage, die "die öffentliche Diffamierung offensichtlich vollkommen unbeteiligter Bevölkerungsgruppen aktiv betreibt". Auf Nachfrage bekam eine Golf Post Leserin eine Antwort von Robin Leger vom SPD-Parteivorstand, der sich nicht einsichtig zeigt und schreibt, die Aussagen von Kobold seien "unredlich."

SPD bleibt bei Aussage von Martin Schulz

Trotz des Aufschreis der von den Golfspielern kam, die sich durch Martin Schulz' Aussage über Golffahrer und Golfspieler angegriffen fühlten, scheint die SPD keine Pläne zu haben, diese Aussage zurückzuziehen. Robin Leger forderte nur, das Zitat müsse "im ganzen Kontext gesehen werden" und wiederholte die Aussage von Schulz:

“Die Manager der Automobilindustrie, die interessiert der kurzfristige Profit deutlich mehr als der langfristige Erfolg. Allerdings sorgen sie immer für die Boni. Sie sind immer, kurzfristig wie langfristig abgesichert. Wir sorgen allerdings dafür, dass die nicht auch noch von der Steuer abgesetzt werden können. Wir wollen keine Fahrverbote in diesem Land. Wir wollen schnelle Umrüstung. Und den schnellen Umstieg auf neue Motorentechnologien. Allerdings sorgen wir auch dafür, dass die Verbraucher und die Pendler nicht die Zeche zahlen müssen und schon gar nicht die Beschäftigten in der Betrieben für das schlechte Management in den Automobilkonzernen. Ich will es deutlich sagen, mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler. Die Arroganz dieser Leute gefährdet einen ganzen Industriezweig.”

Außerdem setzte er hinzu: „Die Sätze sind doch klipp und klar. Und wer da etwas Böses oder Anderes hineininterpretieren will, wie zum Beispiel die Bild-Zeitung oder der Golf-Verbandschef, der ist einfach nur unredlich!“

Anzumerken ist jedoch, dass entgegen der Forderung von Leger das Zitat von Schulz auf dessen offiziellem Facebook-Kanal aus dem Kontext gerissen und als eigenstehendes Motto präsentiert wird, ohne den ausführlichen Zusammenhang, in dem Schulz diese Äußerung traf.

Rudert Martin Schulz zurück?

Während eines Wahlkampfauftrittes in Bochum akzeptierte der Kanzlerkandidat der SPD einen Golfschnupperkurs-Gutschein, nahm einen Handschuh an und signierte einen Golfball. Ob diese symbolische Geste das angespannte Verhältnis zwischen der golfenden Gemeinde und des SPD Chefs wieder beschwichtigen kann, bleibt abzuwarten.



Eine Äußerung oder Entkräftung seiner Aussage lieferte Schulz in seiner Wahlkampf-Rede jedoch nicht. Trotzdem verzichtete er auf seinen vielumstrittenen Golf-Fahrer und Golf-Spieler Vergleich.

Sportjournalist Thomas Gerres äußerte sich zu dem kurzen Treffen und dem Wahlkampfauftritt in einem Facebook-Post:

+++ Update 28. August 2017 +++

Martin Schulz zeigt sich versöhnlich

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2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Jörg-Peter Alfes

    „Die Golfer“ haben das falsch verstanden: Herr Schulz hat ausschließlich seien Kanditatenvorgänger Steinbrück gemeint, der sein Glück als Golfer seit letztem Jahr im GC Bonn-Godesberg versucht. Unwahr ist natürlich, daß Herr Steinbrück nur einem Industriezweig geschadet hat.

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  2. Dr. Reinhardt

    Sich mit Herrn Schulz ernsthaft zu befassen, lohnt nicht.

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