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Nützliche Apps auf dem Golfplatz: Welche sind erlaubt?

15. Mrz 2015
Ob Tiger Woods sich da wohl gerade einer App bedient? (Bild: Getty)
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Für fast jede Situation auf dem Golfplatz gibt es eine Golf-App – doch welche dürfen überhaupt genutzt werden?

Wo ist denn der nächste Golfplatz? Schnell das Handy gezückt, im Internet gesucht – und nach wenigen Sekunden gefunden. Wer kennt das nicht? Smartphones sind mittlerweile aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Und auch die Zeiten, in denen man wenigstens auf der Golfrunde einige Stunden ungestört vom Klingeln und Vibrieren blieb, sind längst vorbei. Die kleinen Mobiltelefone sind inzwischen echte Alleskönner – von der GPS-Messung über die Scorekarte bis hin zur Unwetterwarnung. Anfang 2014 hat der R&A entschieden, dass auch iPhones und Smartphones beispielsweise zur Distanzmessung eingesetzt werden dürfen – vorausgesetzt, die Platzregeln erlauben Distanzmessgeräte.

Auch Rory McIlory benutzt das Handy bei seiner Übungsrunde auf dem Golfplatz. (Bild: Getty)

Auch Rory McIlory benutzt das Handy bei seiner Übungsrunde auf dem Golfplatz. (Bild: Getty)

Smarte Apps für den Golfplatz

Das ist heutzutage aber ohnehin in den meisten Clubs der Fall, weiß Golfprofessional und Clubmanager Christian Montén: „Die Regelung des Handys muss auf jeden Fall in die lokalen Platzregeln, sonst ist im Turnier ein Verstoß kaum zu regeln.“ Das Handy als Begleiter auf dem Golfplatz hat seiner Meinung nach Vor- und Nachteile. Doch nicht alles, was nützlich ist, ist letztlich auch regelkonform. Ein Überblick über Handyfunktionen, die Golfern zur Verfügung stehen:

  • Golfregeln: Apps zu den Golfregeln gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und es ist erlaubt, sie zu verwenden. Beispielsweise dann, wenn Fragen zu Golfregeln im Allgemeinen oder Platzregeln und Wettspielbedingungen im Speziellen auftreten. Auch als Birdiebook ist das Smartphone generell gestattet. „So erkennt man etwa Hindernisse auf fremden Plätzen einfacher“, sagt Montén.
  • Scorekarte: Mit dem Handy die Spielvorgabe oder errungene Stablefordpunkte auszurechnen, geht schnell und einfach. Und es ist regelkonform. Viele Smartphone-Applikationen bieten darüber hinaus umfangreiche Rundenanalysen an. „Einerseits hat man dadurch die Möglichkeit, die Runde strategisch wie spielerisch perfekt zu durchleuchten. Andererseits können Amateure häufig mit den Daten nichts anfangen oder ziehen falsche Schlüsse daraus“, erklärt der Professional.
  • Kamera: Die schönsten Momente auf der Runde und tolle Blickwinkel mit der Kamera zur Erinnerung aufzunehmen, ist gestattet. Doch Vorsicht: Wer während des Spiels beispielsweise den Schwung filmt, um ihn umgehend zu analysieren, riskiert eine Disqualifikation.
  • GPS: „Diese Funktion bietet heutzutage relativ genaue Entfernungsangaben und kann daher eine Hilfe sein“, meint Christian Montén. Eine richtige Alternative zur GPS-Uhr oder dem Lasermessgerät sei ein Handy diesbezüglich aber nicht. Wie bereits erwähnt, ist es seit 1. Januar des vergangenen Jahres auch offiziell erlaubt, solche GPS-Apps zu verwenden, um sich beispielsweise die Entfernung zum Grün oder zum nächsten Bunker angeben zu lassen. Wenn dieser Einsatz eben in den jeweiligen Platzregeln freigegeben ist. Doch auch diesbezüglich sollte man auf dem Golfplatz aufpassen. Denn, die meisten GPS-Applikationen geben neben den Distanzen auch Empfehlungen zur Schlägerwahl – und das wiederum ist in einem Wettspiel verboten. Alles in allem sagt der Golf-Pro aber auch: „Um nicht komplett das Gefühl für Entfernungen zu verlieren, sollte man den Einsatz der Messgeräte stark einschränken. Denn sonst verlässt man sich nur noch auf diese Daten und denkt nicht mehr selbst.“
  • Telefon: Ja, es ist die noch immer wohl simpelste Funktion eines Mobiltelefons. Grundsätzlich lassen es die Regeln zu, mit dem Handy zu telefonieren – sofern man sich nicht beim Golf-Pro Ratschläge für den weiteren Spielverlauf einholt. „Ein Handy lenkt aber durch seine Handhabung auch vom Spiel ab“, sagt Christian Montén. Und so ist es eine Frage der Etikette. Denn auf vielen Golfplätzen ist das Telefonieren noch immer unerwünscht.

Weitere Funktionen: Egal, welche weiteren Funktionen ein Smartphone heutzutage noch alles unterstützt – die meisten davon sind Golfern gestattet. Sie dürfen sich demnach also sorgenfrei über Wetterprognosen und Unwetterwarnungen informieren, mit dem Kompass die Windrichtung bestimmen oder im Notizbuch Erkenntnisse der Runde niederschreiben.

Störenfried Handy auf dem Golfplatz

Das Handy ist auf dem Golfplatz aber nicht immer ein guter Begleiter – so mag es wohl keiner gern:

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Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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