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Sechs Schwungtipps von ‘The Big Easy’ Ernie Els

Ernie Els (Foto: Getty)
Ein Meister seiner Zunft. Ernie Els, Titelverteidiger bei der British Open 2013, gibt sechs Schwungtipps. (Foto: Getty)

Mal schwingt er ruhig, mal haut er drauf. Ernie Els “ölt” seinen Schwung und greift den Schläger situativ bedingt kürzer. 

Köln, Deutschland

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Ernie Els wird als Titelverteidiger nicht an der BMW International Open in Köln teilnehmen, das steht seit gestern fest. Das ist schade. Denn jeder, der ‘The Big Easy” in live oder vor dem Fernseher schwingen sieht, ist begeistert, wie locker und leicht der 43-Jährige die Bälle davonzischen lässt.

“Schwing locker, um kraftvoll zu schlagen”

Ernie Els berichtet auf seiner Homepage davon, dass er das beste Golf spielt, wenn er über nichts nachdenkt. Seine Arme hängen locker herunter, seine Hände umschließen sanft den Griff, seine Brust und die Schultern können frei drehen. Alles andere ist nur noch eine Frage des Tempos und des Rhythmus. Alles müsse “von selbst geschehen – wie eine unterbewusste Kettenreaktion”. Im Frühjahr sei es wichtig dieses Gefühl, diese Leichtigkeit wiederzufinden. “Größerer Aufwand wird niemals ein besseres Ergebnis erzielen.”

Lockere Unterarme “ölen” den Schwung

Dieser Schwungtipp ist leicht umzusetzen. Ernie Els empfiehlt die Unterarme während des kompletten Schwungs locker und entspannt zu halten. Ein verkrampfter oder angespannter Arm sei kontraproduktiv. Dieser einfache Gedanke fördere einen ruckfreien und flüssigen Rhythmus und verhelfe zu einem sauberen und wiederholbareren Treffmoment, sowie einer besseren Kontrolle über den Ballflug. Auch bei Pitches, Chips und Bunkerschlägen macht er hier keine Ausnahme.

Tipp für lange Schläge

Wenn Ernie Els einen weiten Ball schlagen will, trifft er folgende Vorkehrungen: Er vergrößert seine Standbreite um bis zu fünf Zentimeter und holt langsam und weit aus. Der breitere Stand gibt ihm die nötige Grundstabilität und mit dem rhythmischen  Rückschwung widersteht er der weit verbreiteten Annahme, für weite Schläge mehr Kraft und Geschwindigkeit anwenden zu müssen. Speziell davon rät er strikt ab.

Darüber hinaus habe seine Erfahrung gezeigt, dass viele versuchen, den Kopf krampfhaft unten zu halten. Das führe nur dazu, dass das Kinn auf die Brust gepresst würde und die linke Schulter keinen Platz für die Drehung habe. Und genau diese sei ausschlaggebend für genug Power im Treffmoment. Also solle vielmehr versucht werden, das Kinn hochzuhalten, einen ruhigen, großen Radius zu schwingen und mit kontrolliertem Krafteinsatz zuzuschlagen.

Im Fairwaybunker ein Eisen mehr

Im Fairwaybunker, so Ernie Els, stehe an erster Stelle, den Ball aus dem Hindernis zu bekommen. Deshalb rät er zu genug Loft, damit der Ball über die Bunkerkante fliegt. Hierzu gräbt der Südafrikaner seine Füße leicht in den Sand ein, um für genügend Stabilität im Durchschwung zu sorgen. Damit der Ball sauber, und vor allem nicht zu fett getroffen wird, müsse der Schläger ein wenig kürzer als gewohnt gegriffen werden. Apropos Schläger: Els empfiehlt immer ein Eisen mehr zu verwenden und diesen mit einer ruhigen, dreiviertel Bewegung zu schwingen.

Gelingt der Bunkerschlag wie beschrieben, sei der starke Spin zu beachten, den der Ball dadurch bekommt. Deshalb sei es wichtig, den Ball etwas hinter der Fahne aufkommen zu lassen, damit dieser Raum für das Zurückrollen hat. Bei einem Steckschuss, oder leicht eingegrabenen Ball, nimmt Ernie Els zwei Eisen mehr und spricht den Ball etwas weiter rechts im Stand an, auch hier schwingt er dann kürzer und ruhiger als vom Fairway.

Rough: Vier Regeln und aggressiv schwingen

“Selbst aus dem dichten Rough bei einer US Open ist es möglich, einen anständigen Schlag und eine gute Distanz zu erzeugen.” Ernie Els rät davon ab einen Schlag aus dem Rough genauso anzugehen wie jeden anderen und zu hoffen, dass es klappt: “Das wird nicht funktionieren.” Wenn der Ball tief im im hohen Gras liegt, helfen diese Ansprech- und Schwung-Regeln: Zunächst sollte man einen Schläger mehr nehmen, diesen etwas kürzer greifen, den Ball etwas weiter rechts ansprechen, den Stand etwas links vom Ziel ausrichten und mit einer leicht offenen Schlagfläche agieren. Mit dieser Vorbereitung werde der Ball etwas steiler von oben getroffen und mit einem etwas aggressiverem Durchschwung könne der Ball wiederholbar und sauber getroffen werden.

Ruhe und Geduld bei Wind

Bei starkem Wind, wie es ihn häufig auf Schottlands Plätzen gibt, nimmt Ernie Els etwas Tempo und Höhe aus seinem Spiel. Grundsätzlich sei es sehr effektiv, zum nächst weiteren Schläger zu zücken und diesen mit einer Dreiviertelbewegung zu schwingen. Nicht nur bei großen Distanzen, sondern auch bei den Pitches sei es ratsam, anstelle eines vollen Wedges, einen halben Schwung mit dem 8er- oder 9er Eisen flach Richtung Fahne zu spielen. Selbst beim Putten achtet Ernie auf den Wind. Er stellt sich etwas breiter an den Ball, damit er weiterhin einen stabilen und konstanten Roll umsetzten kann. Zudem solle man bei Wind nicht die Geduld verlieren und sein Spiel unaufgeregt über die Bühne bringen.

 

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