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Langkawi – Ein paar Extrabälle für den Trip ins Paradies

02. Dez 2015
The Els Club Teluk Datai ist eins der Aushängeschilder für Golf in Malaysia. (Foto: Golf Post)
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Regenwald, kristallblaues Meer, interessante Tiere – Golfen in Malaysia bedeutet auf Langkawi mit der Natur in Einklang zu kommen.

Hinter mir liegen die Berge, vor mir eröffnet sich der freie Blick auf das kristallblaue Meer, rings um mich herum ragen die Bäume des Regenwaldes in die Höhe. Fernab vom deutschen Schmuddelwetter ist es bei tropischen Temperaturen doch eher ein Traum in … ring, ring, ring …

Der Wecker klingelt! Schade, bisher war alles tatsächlich nur ein Traum, aber ab morgen werde ich für eine Woche erfahren dürfen, wie es sich in Malaysia leben und golfen lässt. Schnell noch die letzten Sachen in den Koffer geschmissen – Sonnencreme, Mückenspray, Sommerklamotten – das Golfbag steht schon bereit und … ach ja, natürlich den Reisepass nicht vergessen. Auf geht’s zum Flughafen. Eine lange Reise liegt vor mir. Wer den direkten Weg wählt, für den geht es von Frankfurt in rund zwölf Stunden in die Hauptstadt Kuala Lumpur.


Via Abu Dhabi in Asiens aufstrebende Golfregion

Auf mich wartet in Düsseldorf derweil Etihad Airways. Mit der nationalen Fluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate geht es über Abu Dhabi gen Südostasien. Auch wenn es der vermeintlich längere Weg ist, der Service und die Möglichkeit eines interessanten golferischen Zwischenstopps machen diese Route für alle Golfer reizvoll, die Zeit für mehr als eine Destination im Gepäck haben.

Nach zwei Flügen und gut 11.000 zurückgelegten Kilometern lande ich schließlich in Malaysia. Schon ein Schritt aus dem Terminal am Flughafen Kuala Lumpurs reicht und ich habe den Beweiß, ich bin in den Tropen. Heiße, feuchte Luft steht den fast schon Kühlschrank-ähnlichen Verhältnissen im klimatisierten Gebäude gegenüber. Immerin, die Sonne lacht und heißt mich zu meinem asiatischen Golfabenteuer willkommen.

Eine letzte Etappe und knappe Flugstunde später bin ich dann wirklich am Ziel angekommen. Pulau Langkawi – eine Ferieninsel im Norden Malaysias auf Höhe der Grenze zu Thailand gelegen – ist ein wahres Urlaubsparadies. Interessante Landschaft mit Bergen und Regenwald bis an an die Brandung des Indischen Ozeans, eine vielfältige Tierwelt und natürlich spannende Golfplätze erwarten mich hier – sieben Zeitzonen östlich von Deutschland.

Golfen in Malaysia auf einem der besten Plätze Asiens

Luftaufnahme des The Els Club Teluk Datai.

Luftaufnahme des The Els Club Teluk Datai. (Foto: The Els Club)

Nach einer kurzen Nacht, die Sonne ist gerade aufgegangen, geht es richtig los. Unser Ziel – wir sind mittlerweile eine illustre Gruppe von Journalisten aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und eben Deutschland – ist The Els Club Teluk Datai. Häufig ausgezeichnet gehört der erst im Oktober 2014 eröffnete Kurs zu den besten Golfplätzen Asiens. Spektakulär zwischen Bergen und Meer gelegen, hat Ex-Majorsieger und Golf-Hall-of-Famer Ernie Els hier einen Platz inmitten des Regenwaldes geschaffen, der sich komplett an den natürlichen Gegebenheiten orientiert. Es wurden keine künstlichen Bunker angelegt, die Herausforderung ergibt sich trotz häufig breiter Fairways vielmehr durch häufige Auf und Abs. Spielt man auf diversen Bahnen flach und direkt am Meer entlang, mit traumhaftem Blick über das türkis-blau leuchtende Wasser hinüber zu den ersten thailändischen Inseln, geht es kurz darauf Richtung Clubhaus hinauf und weiter bis an den Fuß der nahen Gebirgszüge.

Breite Fairways und spektakuläres Panorama.

Breite Fairways und spektakuläres Panorama. (Foto: The Els Club)

Der Platz ist ideal für all jene Golfer, die nicht die schwierigsten Plätze der Welt spielen wollen. The Els Club Teluk Datai besticht vielmehr durch seine Lage und das sich daraus ergebende Panorama in Kombination mit Flora und Fauna. Gerne nimmt man sich hier einen kleinen Moment mehr Zeit, vergisst schnell vermeintliches Slow Play und saugt die Umgebung auf. Affen jagen übers Faiway oder sitzen als interessierte Zuschauer in den Bäumen entlang der Golfbahnen. Im Unterholz auf der Suche nach einem verirrten Ball überrascht mich sogar ein Waran. Irritiert gucken wir uns an, bevor er die Flucht ergreift.

The Els Club ist definitiv etwas für's Auge.

(Foto: The Els Club)

Für mich ist der Traum, aus dem ich vor meiner Abreise gerissen wurde, schon wahr geworden. So ist der Score am Ende nebensächlich, als wir nach Stunden in praller Sonne und einzigartiger Kulisse endlich bei erfrischendem Kaltgetränk und Mittagessen im Clubhaus sitzen. Ausgesprochen freundliches Personal, guter Service mit kompetenten Caddies, die auf der Runde eine wirkliche Hilfe sind, und ein Kurs, der ideal für eine Runde Golf in faszinierender Umgebung ist … Für The Els Club Teluk Datai hat sich die Reise schon gelohnt.

Steuerfreie Abwechslung abseits der Golfplätze

Wie es sich für eine gute Ferieninsel gehört, bietet Langkawi mit verschiedenen Wasserfällen, einem Wildlife Park oder einer Krokodil Farm über Strand und Golf hinaus vielfältige Abwechslungen. Frisch gestärkt und mit neuen Eindrücken im Gepäck geht es für uns jedoch zur Langkawi Cable Car, einem absoluten Muss für jeden schwindelfreien Besucher der Insel. Per Gondel – für die ganz Mutigen wahlweise sogar mit Glasboden ausgestattet – geht es in zehn Minuten schwebend in über 700 Meter Höhe. Von hier eröffnet sich ein atemberaubender 360° Blick über die Inselwelt … wenn nicht gerade der nachmittägliche Regen mit seinen tiefhängenden Wolken einen Strich durch die Rechnung macht.

Naja, dafür entschädigt schon bald darauf ein ausgiebiges, typisch malaysisches Abendessen. Variationen von Meeresfrüchten, viel Fisch aber natürlich auch Hühnchen und Gemüse in unterschiedlichsten Soßen werden serviert. Für europäische Zungen häufig schaf bis sehr scharf gewürzt sollte man sich vorsichtig an die für uns ungewohnte Küche herantasten. Wer erwartet seinen Brand schnell mit einem kühlen Bier runterspülen zu können, der sei gewarnt! Malaysia ist ein islamisches Land. Rund 60% der Bevölkerung sind Muslime, weshalb nicht jedes Restaurant Alkohol zum Essen ausschenkt. Den bekommt man an anderer Stelle dafür umso günstiger. Langkawi und seine Touristen profitieren bis heute von einer interessanten Sonderregelung innerhalb Malaysias, welche die Insel zu einer steuerfreien Zone erklärt. Um das auszukosten, muss ich allerdings wohl nochmal wiederkommen.

Sonnenaufgang über trügerischem Rough

Mein Reisegrund ist mit den vielseitigen Golfplätzen des Landes schließlich ein anderer, also schnell noch eine Mütze Schlaf, bevor um 6:30 Uhr bereits im Hotel ausgecheckt werden muss. Der Dunkelheit angemessen versammeln wir uns noch etwas schlaftrunken in aller Frühe an der Rezeption, bevor es mit Kleinbussen ins Gunung Raya Golf Resort geht. Ein idealer Ort, um bei einem kleinen Frühstück aus dem Lunchpacket den Sonnenaufgang über den Bergen und dem Golfplatz mitzuerleben und langsam richtig wach zu werden.

Schnell noch die Schuhe anziehen und schon wartet der erste Abschlag, ohne Ortskenntnisse und diesmal auch ohne Caddie. Das kann ja was werden. Immerhin, die Bahnen wirken noch breiter, als am Tag zuvor. Auch dieser Platz ist harmonisch in die Landschaft zwischen Bergen und Regenwald integriert, diesesmal jedoch ohne angrenzendes Meer. Nach starken Regenfällen in den vorangegangenen Tagen haben die Bunker zwar sichtbar gelitten, die will man aber ja ohnehin im besten Fall umgehen. Der erste Eindruck stellt sich dann allerdings als etwas trügerisch herausstellen. Schon auf der ersten Bahn merken wir in unserem Viererflight: Acht Augen haben genau gesehen, wo der Ball gelandet sein muss und trotzdem ist er nicht zu finden – sehr ärgerlich! Schuld daran ist ein ausgesprochen unangenehmes Rough. Nur ungefähr vier Zentimeter hoch, verschluckt es Bälle die das Fairway nicht finden regelrecht.

Tja, so müssen also trotz vermeintlich einladender Bahnen eine Reihe von Bällen der Natur überlassen werden. Davon abgesehen bietet der Kurs des Gunung Raya Golf Resorts, im Osten Langkawis gelegen, große Abwechslung. Welliges Terrain wird vor allen Dingen auf der Back Nine von etlichen Bahnen abgelöst, die um einen größeren See verlaufen. Damit ergeben sich interessante Kombinationen, auch unter Einbezug verschiedenster Wasserhindernisse. Diese sind definitiv fairer, als sich uns das Rough an diesem Tag präsentiert.

Lieber ein paar Bälle mehr ins Bag packen

Bei weitem nicht so luxuriös und elitär wirkend wie The Els Club Teluk Datai, ist der Golfplatz im Gunung Raya Golf Resort trotzdem eine gute Alternative oder Ergänzung zur Runde auf Ernie Els‘ Anlage. In Punkto Service und Verpflegung im Clubhaus kann unser zweiter Gastgeber auf Langkawi ebenfalls überzeugen. Kleiner Tipp für diejenigen, die sich selbst dort versuchen wollen: Lieber ein paar Bälle mehr ins Bag packen … man weiß ja nie, wie gierig das Rough ist.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge steige ich ein paar Stunden später schließlich wieder in den Flieger. Eine die Reise definitiv lohnende Ferieninsel Langkawi mit interessanten Golfplätzen liegt hinter mir, spannende Tage mit weiteren namhaften und teilweise elitären Plätzen sowie die bekannten Petronas Twin-Towers warten auf mich und meine Reisegruppe in Kuala Lumpur. Also, Augen zu, den kurzen Flug nutzen, um etwas zu entspannen und dann erleben wir in und um die Hauptstadt herum vermutlich ein ganz anderes Malaysia.

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Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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