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Kuala Lumpur – Als Amateur auf den Spuren der Profis

16. Jan 2016
Der Kuala Lumpur Golf & Country Club ist regelmäßig Gastgeber hochklassiger Profi-Golfturniere. (Foto: klgcc.com)
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In Malaysias Hauptstadt geben sich Amateure und Profis auf den besten Golfplätzen zwischen Boomerang und Sahara die Klinke in die Hand.

Puh… was waren das für Eindrücke! Ich sitze in meinem Hotelzimmer, lasse den Abend über den Dächern Kuala Lumpurs sowie die vergangenen Tage meiner Malaysiareise vorm geistigen Auge dahinziehen. Ferieninsel und Urlaubsparadies Langkawi, Malaysias Hauptstadt mit seinen golferischen Highlights sowie kulinarischen Höhenflügen an ganz besonderen Orten… Südost-Asien ist schon ein verdammt vielfältiges und interessantes Fläckchen auf Erden und ich bin mittendrin.

Wenig später ist es mit der Ruhe und Erholung abrupt zu Ende – der Wecker reißt mich viel zu früh aus dem Schlaf. Was soll’s, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. War im bisherigen Reiseverlauf ja nicht anders und der entpuppte sich als ausgesprochen interessant und erlebnisreich. Also schnell die Sachen schnappen und runter in die Lobby. Dort trifft sich die Reisegruppe, trotz Müdigkeit voller Erwartung auf das, was uns wohl geboten wird.


Kuala Lumpur als Gastgeber großer Amateur-Turniere

Es ist der letzte Tag unseres offiziellen Programms und es verspricht der Höhepunkt zu werden. Immerhin steht zum krönenden Abschluss eine Turnierrunde im Sungai Long Golf & Country Club auf dem Programm. Dieser war in den vergangenen Tagen zusammen mit dem “The Mines” Resort & Golf Club Schauplatz der World Amateur Inter-Team Golf Championship (WAITGC). Beim Grand Final des bereits zum 22. Mal ausgetragenen Amateur-Wettbewerbs trafen sich die 25 besten Teams der Qualifikationsturniere. Insgesamt hatten in den Monaten zuvor 126 Teams mit 504 Golfern an unterschiedlichen Orten in Malaysia versucht, sich ein Ticket für Kuala Lumpur zu sichern.

Auch wenn die Teilnehmer bislang vorrangig aus allen Teilen Asiens, Arabiens und Australiens kamen, die WAITGC steht auch interessierten Golfern aus Europa offen. Sicher ein Anreiz, sich auf den schönsten Golfplätzen Malaysias mit der internationalen Konkurrenz zu messen. 2016 geht das Event in seine 23. Runde, vielleicht ja mit deutscher Beteiligung.

Wir dürfen derweil erstmal ein Medienturnier mit lokalen Journalisten, Sponsoren und Mitgliedern aus dem Kreis der Veranstalter spielen. Und wir werden nicht enttäuscht.

Golfen in Malaysia: Von „Boomerang“ bis „Sahara“

Schon bei der Anfahrt – der Sungai Long Golf & Country Club liegt südöstlich von Kuala Lumpur – macht sich ein Unterschied im Vergleich zu den vorherigen Tagen bemerkbar. Die Gegend in der wir dieses Mal golfen, ist nicht sonderlich hügelig. Also… raus aus dem Bus, rein ins Golfoutfit, schnell noch zwei, drei Putts für das gute Gewissen, sich „vorbereitet“ zu haben, ein Gruppenfoto und ab geht es mit den Golfcarts auf den Platz.

Der Kurs des Sungai Long Golf & Country Clubs vereint viele positive und angenehme Charakteristiken der unterschiedlichen Plätze, auf denen wir an den Tagen zuvor Station gemacht haben. Die große Straße liegt beispielsweise hinterm Clubhaus, auf der Runde ist es demzufolge wie in einer Oase der Ruhe. Die Grüns und Fairways präsentieren sich in hervorragendem Zustand – ob dies nur der Tatsache eines großen Turniers geschuldet ist, kann leider nicht bewertet werden. Die unterschiedlichen Löcher, die häufig nach ihrem Layout benannt sind, bieten vielfältige Abwechslung.

Vom „Boomerang“ mit eben einer solchen Form, über „Sahara“ mit einem durchgehenden, flachen Bunker entlang des gesamten Fairways, „Waterfall“, „Mongolian Desert“, „Challenger“, bis hin zum „Beach Hole“, einem Grün quasi mit eigenem Sandstrand am See – der Sungai Long Golf & Country Clubs hält für nahezu jede Spielstärke golferisches Vergnügen und gleichzeitig kleine, nicht zu übertriebene Herausforderungen bereit. Ich begnüge mich trotzdem mit ein paar persönlichen spielerischen Highlights, nehme dafür aber die umso größere Erinnerung an einen ausgesprochen empfehlenswerten Golfplatz mit ins Hotel und zurück nach Deutschland.

Kuala Lumpur G & CC – Heimat der Golfprofis

Mit einem aufkeimenden Gefühl von Wehmut darüber, dass am nächsten Tag bereits der Rückflug ins wenig tropische Deutschland ansteht, sitze ich einige Zeit später bei der WAITGC-Siegerehrung. Malaysia hatte wirklich viel zu bieten und auch wenn ich nur noch wenige Stunden im Land bin – ein Höhepunkt steht ja noch aus.

Auf individuellen Wunsch unserer Reisegruppe geht es deshalb für fast alle früh ins Bett und ein letztes Mal mindestens ebenso früh wieder aus den Federn. Der Bus bringt uns zu einem der besten und vielleicht bekanntesten Golfclubs Asiens. Unser Ziel ist der Kuala Lumpur Golf & Country Club, das westlich der Innenstadt gelegenen Golf-Vorzeige-Objekt. Zwei 18-Loch-Championship-Anlagen, der East und West Course, dazwischen ein Clubhaus, welches mit großem Swimming-Pool-Bereich sicher seinesgleichen sucht. Staunend begeben wir uns auf eine ausgiebige Erkundungstour.

Tee Times sind im Kuala Lumpur Golf & Country Club schwer zu bekommen. Häufig – so auch an diesem Tag – finden Turniere, bevorzugt auf dem West Course statt. Dieser wird Jahr für Jahr von den Profis bespielt, wenn die PGA Tour mit ihren Stars zur CIMB Classic einen Abstecher nach Malaysia macht oder auch die European Tour hier gastiert. Tiger Woods hat hier in der Vergangenheit ebenso seinen Schläger geschwungen wie zuletzt Adam Scott, Jason Dufner oder auch der Deutsche Alex Cejka.

East Course vs. West Course – Ein ausgeglichenes Duell

Der West Course beeindruckt durch eine interessante Kombination teils breiter und langer Fairways, geschickt angelegter Wasserhindernisse – auch wenn diese für Profis und ihre Schlaglängen eher weniger relevant sein dürften als für Amateurgolfer – weitläufiger Bunker und welligen Terrains. Der East Course ist unterdessen Schauplatz der LPGA Tour, wenn die Proetten auf ihrer jährlichen Asienreise zur Sime Darby LPGA Malaysia antreten. Er vereint in weiten Teilen seines Designs die charakteristischen Züge seines bekannteren Bruders. Hier erlangen jedoch ein spektakuläres Inselgrün und zwei Bahnen mit weitläufigen Wasserflächen in Grünnähe besondere Aufmerksamkeit.

Insgesamt versprechen beide Teile des Kuala Lumpur Golf & Country Clubs ein Golferlebnis auf höchstem Niveau – auch preislich. Wer es sich gönnt, hier abzuschlagen und die Angebote der riesen Anlage ausgiebig nutzt, der bekommt schnell das Gefühl, wahrlich auf den Spuren der Profigolfer zu wandeln.

Für mich ist dieser bemerkenswerte Abstecher leider wirklich der letzte golferische Programmpunkt meiner Reise nach Malaysia. Mit einem Gepäck voller Eindrücke sitze ich kurze Zeit später an der Seite eines dänischen Kollegen im Taxi gen Innenstadt. Wir wollen Kuala Lumpur nicht verlassen, ohne wenigstens auf seinem Wahrzeichen gewesen zu sein. Als unser Fahrer stoppt, stehen wir bereits direkt unterhalb der imposanten Petronas Twin Towers. Die Tickets für die Aussichtsplattform beinhalten einen kurzen Besuch der im 41. Stockwerk die Türme verbindende Glasbrücke. Sie sind begehrt und für jeden Tag ausgesprochen begrenzt verfügbar. Daher empfiehlt es sich, die Karte vorab im Internet zu buchen.

Malaysia: Wiederholung unbedingt erwünscht

Persönlich bleibt festzuhalten: Der im zweiten Teil meiner Reise beschriebene Abend im Kuala Lumpur Tower war wirklich den Besuch wert, die Zwillingstürme hingegen wurden ihrem Ruf nicht ganz gerecht. Der Blick von unten und außen reicht völlig. Eine abschließende Erkenntnis reicher geht es für mich zurück zum Internternationalen Flughafen der malaysischen Hauptstadt.

Da sitze ich nun… Es ist noch Zeit bis zum Abflug, Zeit über die vergangene Woche nachzudenken. Ich bin mit großen Erwartungen angereist, Malaysia hat diese noch übertroffen. Golferisch ein absolutes Highlight im asiatischen Raum, ist das Land auch kulturell und kulinarisch ein interessanter Mix und definitiv eine Reise wert. Ich steige in den Flieger von Etihad Airways, der mich via Abu Dhabi wieder zurück in die Heimat bringen wird. Bei allem, was ich hinter mir lasse, eins bleibt – hierher muss ich irgendwann nochmal. Schließlich gibt es noch fast 200 weitere Golfplätze zu erkunden.

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Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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