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Qualität statt Quantität: Die Deutsche Vergangenheit beim Ryder Cup

13. Sep 2012
Bernhard Langer geht voraus: Mit elf Ryder-Cup-Teilnahmen hinterlässt er große Fußstapfen (mit Martin Kaymer; Foto: Getty)
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In der gesamten Ryder-Cup-Geschichte waren nur zwei Deutsche am Wettbewerb beteiligt – mit einer stolzen Bilanz.

Bernhard Langer geht voraus: Mit elf Ryder-Cup-Teilnahmen hinterlässt er große Fußstapfen (mit Martin Kaymer; Foto: Getty)


Deutsche Golfer beim Ryder-Cup? Man muss nicht alle Ryder-Cup-Jahrbücher durchwälzen, denn bisher haben es nur zwei Spieler aus Deutschland am prestigeträchtigsten Duell der neuen gegen die alte Welt teilgenommen.

Der erste deutsche Teilnehmer war die Golflegende Bernhard Langer. Alleine elf Ryder-Cup-Teilnahmen hat er auf seinem Buckel, einmal fungierte er auch als Captain. Dabei waren Langers Anfänge nicht von Erfolg gekrönt. 1981 und 1983 verlor er mit Team Europa, ehe er 1985 als frischgebackener Masters-Champion erstmals erstmals den großen Pott in die Höhe reckte. Dieses Kunststück gelang ihm zudem 1987, während zwei Jahre später beide Teams nach einem Remis den Titel teilen mussten.

„War by the Shore“ – Langer vs. Irwin

Beim „War on the Shore“ 1991 auf Kiawah Island war Langer das Zünglein an der Waage. Nach zahlreichen Scharmützeln und einer Privatfehde zwischen José Maria Olazábal und Paul Azinger endete der Wettkampf in einem wahren Showdown: Langer musste seine Partie gegen Hale Irwin gewinnen.

Beide gingen gleichauf ins letzte Loch und schlugen an den Rand des Grüns. Nachdem Irwins Schlag – sehr zum Entsetzen des Amerikaners – zu kurz war, versuchte sich Langer am langen Putt. Der Ball näherte sich Stück für Stück dem Loch, das Ziel verfehlte er aber um wenige Zentimeter. Irwins vierter Schlag reichte bis wenige Handbreit vor das Loch und war ein sicherer Tap-in, sodass Langer den ganzen Druck der Entscheidung auf sich spürte. Und dann passierte das aus europäischer Sicht Schlimmste: Der erste Weltranglistenerste der Geschichte schob nach langer Konzentrationsphase den Putt hauchdünn am Ziel vorbei. Der Jubel der Amerikaner kannte keine Grenzen, das US-Team feierte, Langer und Team Europe waren am Boden.

Noch Jahre später war dieser Putt Gesprächsthema und der zweimalige Masters-Sieger Bernhard Langer bezeichnete diesen Moment als die schlimmste sportliche Niederlage seiner Laufbahn.

Langer, der Rekorddeutsche

Trotz dieses einen bitteren Ryder-Cup-Ausgangs gehört Langer zu den erfolgreichsten Ryder-Cup-Spielern. Insgesamt sechsmal konnte der Anhausener triumphieren. Sein schönster Erfolg war sicherlich der als Captain 2004, als Langer eine eingeschworene Einheit präsentierte, die mit einem 18,5 : 9,5-Rekordsieg bis dato als bestes europäisches Team in die Geschichte einging. Der zweifache Major-Sieger ist mit seinen zehn Teilnahmen eine Ikone. Mit 42 Spielen und 24 Punkten ist er nach Nick Faldo zweitbester Spieler der Geschichte. Im Foursome-Game holte Langer 11,5 von 18 Punkten – der beste Score der Ryder-Cup-Historie.

Kaymer bügelt den Fehler aus

Sein erster und bisher einziger deutscher Nachfolger ist 2010 der damals 25-jährige Martin Kaymer geworden, der seither auch 2012 und 2014 mit im europäischen Team war. Kaymer konnte gleich bei seiner Premiere mit seinen europäischen Kollegen den Ryder-Cup nach Europa zurück holen. Als frischgebackener PGA-Championship-Sieger verhalf der Ryder-Cup-Rookie mit 2,5 Punkten zum Sieg.

Doch sein großer Moment folgte zwei Jahre später beim „Mircacle of Medinah“. Die Amerikaner gingen mit einer haushohen Führung von 10:6 in den letzten Tag, ein Zwischenstand, der bis dato noch nie wett gemacht werden konnte. Nach unfassbaren Leistungen seiner Teamkollegen stand Martin Kaymer in der vorletzten Partie des Tages vor einem knapp über zwei Meter langen Putt, der den entscheidenden Punkt zum Sieg einbringen konnte.

Kaymer zog seine gewohnte Routine durch, stellte sich über den Ball, und hunderttausende europäische und US-amerikanische Fans hielten den Atem an. Der Ball fiel mittig ins Loch und das europäische Team sich in die Arme – das „Wunder von Medinah“ war geschafft. Auf der Pressekonferenz nach der Entscheidung wurde Kaymer gefragt, ob er in der Situation an die Geschichte um Bernhard Langer von 1991 gedacht habe. Sergio Garcia, sein spanischer Teamkollege, rief dazwischen: „Ich ja!“ – Und auch Kaymer gestand ein, dass es ihm kurz in den Kopf kam, aber nicht weiter irritierte. So bügelte er, historisch betrachtet, den Fehler Langers Jahre später aus.

Thorsten Nagel

Thorsten Nagel - Freier Autor für Golf Post

Als Diplom-Sportwissenschaftler und Ex-Handballer kannte er sich bisher nur mit den großen Kugeln aus. Doch mit dem Aufstieg Martin Kaymers verfolgt er das Golfgeschehen genauer und erste Nachahmungsversuche waren von Erfolg gekrönt. Ein neuer Angriff folgt 2013.

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