Aktuell. Unabhängig. Nah.

Schon mal an den eigenen Golf-Schlägern rumgeschraubt, gesägt oder gefeilt? Nein? Auch noch nie einen Griff selbst ausgetauscht? Ich auch nicht, daher wurde es höchste Zeit. Natürlich bin ich in der Hinsicht absoluter Anfänger und Amateur – aber warum sollte sich der Otto-Normal-Golfer nicht mit dem eigenen Spielgerät beschäftigen? Vielleicht lernt man noch was und wird unter Umständen sogar besser? Naja, bleiben wir bei vielleicht lernt man noch was. Im Nachhinein betrachtet, frage ich mich, wieso ich auf die Idee gekommen bin den Puttergriff zu wechseln.

Am Ende der letzten Saison habe ich mir einen neuen Putter gegönnt und komme eigentlich auch ganz gut damit zurecht. Eigentlich. Einem Expertenrat folgend bin ich zur der Ansicht gekommen, dass ein Griffwechsel – „Der Griff muss bei dir dicker sein“ – eine gute Idee wäre. Also auf zum Selbstversuch.

Erste Hürde: Der Griff

Wer die Qual hat, hat bekanntlich die Wahl. Oder umgekehrt. Die Auswahl an Puttergriffen auf dem Golfmarkt ist groß, aber mir war schnell klar, dass ich etwas Ausgefallenes möchte. Bei der Suche nach einem geeigneten Puttergriff bin ich auf Salty Grips gestoßen. Mir hat das Design und vor allem das Material zugesagt. Der Griff ist mit Sicherheit nicht der billigste seiner Zunft, aber ich fand das Design und das Material von Anfang an klasse. Hier gilt: Geschmack und Gefühl wählen aus.

Aller Anfang ist schwer

Die erste Frage, die sich mir aufgedrängt hat war „wie geht das, und wo kann ich das nachschauen?“. Klar, der erste Schritt ist erstmal auf zu google. Nützliche Infos habe ich in Form von Videos und Anleitungen von Self-Made-Bastlern und Co. gefunden. Nach der Videostudie war ich recht selbstsicher, das bekomme ich hin – die handwerkliche Begabung ist zumindest in Ansätzen vorhanden. Nächster Schritt: Ab in den Baumarkt und das Material für den Putter-Griffwechsel besorgen.


KW 14 Salty Grips Puttergriffwechsel

Bilder Hier geht's zur Fotostrecke

Das Material

Für den Griffwechsel habe ich mir doppelseitiges Klebeband und Universalverdünner (Anm.: Glasreiniger soll deutlich besser funktionieren) gekauft. Das benötigte Teppichmesser und natürlich den Griff hatte ich schon da. Zuerst habe ich nicht verstanden wofür der Verdünner gebraucht wird. Dann bin ich auf einen Foren-Beitrag gestoßen, der die Erleuchtung gebracht hat: Der Universalverdünner (es gibt bestimmt auch andere Lösungen, die verwendet werden können -Glasreiniger) setzt die Klebewirkung des doppelseitigen Klebebands aus. Wenn der Verdünner getrocknet ist, klebt das Klebeband und hält den Griff so schön fest. Nachdem ich also alle Materialien vor mir hatte bin ich noch auf ein weiteres Video gestoßen.

Zweifel am System

In diesem Video zeigt ein Bastler wie er seine Golfgriffe mit einem Luft-Kompressor wechselt. Das sieht natürlich viel einfacher und eleganter aus, als das ganze Geklebe. Leider ist der Puttergriff von Salty Grips aus Kork, daher musste ich die für mich schönere Lösung verwerfen und mich an den klassischen Griffwechsel wagen.

Der Putter-Griffwechsel

Den alten Griff zu entfernen war kein Problem. Ein bisschen mulmig war mir beim Aufschneiden des alten Griffs schon – schließlich ist das Zerstören des Griffs schon recht definitiv – es gab danach kein zurück mehr. Bevor ich das doppelseitige Klebeband aufgetragen habe, wurde der Griff auf den Putter gezogen und am Ende markiert. So konnte ich genau sehen bis wohin das Klebeband aufgetragen werden muss. Nachdem das Klebeband auf dem Shaft des Putters installiert war, habe ich den Universalverdünner großzügig aufgetragen. Am unteren Ende des Shafts, also Richtung Putter-Kopf habe ich zwei zusätzliche Schichten aufgetragen – den Tipp habe ich ebenfalls in einem Forum gelesen. Der Salty Grip ließ sich leicht auf den Shaft aufziehen. Das Justieren habe ich nach Augenmaß gemacht – bei der Aktion war ich mir auch sehr unsicher, denn: Was wenn ich den Griff nun schief befestigt habe? Das könnte meine gesamten (nicht vorhandenes) Puttsystem zerstören. Ich habe zur Sicherheit zwei, drei Golfkollegen drüber schauen lassen und mir die Geradlinigkeit meines Griffwechsels bestätigen lassen – es gibt hier bestimmt eine bessere Lösung.

Fazit zum Selbstversuch

Nach der ganzen Aktion war ich erstmal erleichtert, es hat geklappt. Und der Griff sieht verdammt gut aus – gut das lag nicht unbedingt an mir. Der Puttergriff ist natürlich Gewöhnungssache, er liegt gut in der Hand und der dickere Griff fühlt sich für mich besser an, als der Standard-Griff. Das Kork ist ein Traum für’s Auge und die tatktile Wahrnehmung stimmt einfach. Natürlich muss sich das Ganze auch auf der Runde in weniger Putts auswirken. Das heisst für mich jetzt erstmal: Ab auf’s Putting-Grün und mein Puttsystem trainieren.

Von dem Funfaktor abgesehen, denn es hat richtig Spaß gemacht den Griff auszutauschen, hat sich der Griffwechsel nicht gelohnt. Ich will damit sagen: Wer keinen Spaß daran hat ein bisschen rumzubasteln, der sollte die Geschichte lieber dem Pro seines Vertrauens oder einer Fitting-Werkstatt überlassen. Die Angebote dafür sind nicht schlecht, zumindest in den Ballungszentren, und die Kosten halten sich in Grenzen (ca. fünf Euro pro Griff). Ich werde definitiv meine Griffe runderneuern, nicht nur weil sie es dringend nötig haben, sondern auch weil es mir Spaß macht. Außerdem brauchen meine Schläger noch einen ordentlichen Farbtupfer. Mein Plan ist jetzt noch den Putter-Shaft in ein schönes Neon-Grün oder Neon-Rot umzufärben, dazu werde ich bei Gelgenheit wieder ein Selbstversuch starten. 

Wenn Ihr euch für den Salty Grips – Puttergriff interessiert, dann schaut mal bei PB4G vorbei.

Gewinnspiel

Pro-Am Startplatz in Hubbelrath gewinnen

Sie wollen sofort informiert werden, wenn etwas Wichtiges in der Golfwelt passiert?
Dann abonnieren Sie hier unseren Golf Post Newsletter!
Oder folgen Sie Golf Post auf Facebook und Twitter.
Matthias Kiesinger

Matthias Kiesinger - Freier Autor für Golf Post

Matthias ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er hat Schwächen bei Annäherungen, dafür kommt das Eisen 3 (teilweise) überraschend gut. Mit Bogey-Handicap ist noch viel Luft nach oben. Ziel: Single Handicap und einmal im Leben eine Par-Runde. Sein Golfvorbild ist Ivan Lendl.
Sie finden mich auch auf: Google+

Alle Artikel von Matthias Kiesinger

Schlagwörter: ,

Aktuelle News