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Open Championship: R&A schiebt Trumps Turnberry vor sich her

23. Feb 2016
Im Jahr 2009 fand die letzte Open Championship in Turnberry statt, 2014 kaufte Donald Trum dann das Resort an der schottischen Küste. (Foto: Getty)
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Das britische Major ist bis 2021 vergeben. Auf Portrush 2019 folgen ein englischer Platz und der Old Course. Fragezeichen stehen hinter Doral.

Vorerst keine British Open für Donald Trump: Gestern Abend verkündete Martin Slumbers, der neue Chef des R&A, die nächsten Austragungsorte der Open Championship – und Trumps schottisches Turnberry-Resort war nicht dabei. Nach Royal Troon in diesem Jahr, Royal Birkdale 2017 und Carnoustie 2018 wird der Claret Jug 2019 zum zweiten Mal nach 1951 im nordirischen Royal Portrush Golf Club vergeben, das war unlängst bei der Bekanntgabe eine kleine Sensation. Im Jahr drauf, so Slumbers nun, findet die Open definitiv in England statt. Royal St. Georges wäre mal wieder dran, kam 2011 beim Sieg von Darren Clarke letztmals zum Zug. Oder Royal Lytham & St Annes, wo Ernie Els 2012 gewann.

„R&A kann an Turnberry nicht vorbei!“

Dabei gab es allerhand Spekulationen, dass 2020 erneut unter dem Leuchtturm von Turnberry gespielt wird. 2009 fand die bislang letzte Open an der Küste von Ayrshire statt, Stewart Cink vereitelte dem 59-jährigen Tom Watson im Playoff einen sechsten Majorsieg auf britischem Boden. Dann kaufte Trump 2014 das Resort und verpasste der Anlage samt Platz die dringend benötigte Generalüberholung. 250 Millionen Euro soll der US-Magnat investiert haben, letztlich ging es um den begehrten Ritterschlag eines Herren-Majors für Trumps Golfbusiness und für sein Ego.


Trump hat zwar 2022 die PGA Championship in Bedminster/New Jersey, aber fürs Renommee zählen ihm vor allem die US oder die British Open, am liebsten beide. Turnberry übertreffe alle Erwartungen, ließ er während der Umbauten via Architekt Martin Ebert ausrichten, der Kurs werde so „unwiderstehlich, dass der R&A nicht an ihm vorbei kann“.

Turnberry bleibt auf jeden Fall in der Rota

Kann er wohl! Obwohl R&A-Chef Slumbers kein direktes Wort darüber verlor, dürften die Hetzreden und rassistische Äußerungen des Polit-Pöblers Trump bei seiner Kampagne um die republikanische Präsidentschaftskandidatur auch in St. Andrews Wirkung gezeigt haben. Bezeichnend ist eine Aussage von Slumbers, die sich eindeutig auf die Women‘s British Open 2015 bezog, als Trump in Turnberry förmlich Hof gehalten hatte: „Ich sehe den Fokus bei Meisterschaften doch eher auf Golf und dem Spielgeschehen. Wir veranstalten die Open nämlich, um am Sonntag den ,Champion Golfer of the Year‘ zu krönen, dafür sind wird da!“

Dennoch wollen die Open-Gralshüter Turnberry, „einen der feinsten Linkskurse des Landes“, nicht gänzlich außen vor lassen, der Platz gehöre weiterhin zur Rota, die dank Royal Portrush nunmehr zehn Plätze zählt. Allerdings war „Turnberry zu keinem Zeitpunkt ein Aspekt unserer aktuellen Überlegungen und Verhandlungen, weil wir eine Balance zwischen englischen und schottischen Plätzen halten müssen,“ betonte Slumbers. 2021 ist ohnehin wieder der Old Course in St. Andrews dran, wo sonst sollte die 150. Open Championship ausgetragen werden! Für Slumbers ist das bis auf Weiteres genug Planung: „Über 2022 und danach müssen wir uns in den nächsten Jahren keine Gedanken machen.“


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„Ich habe den großartigsten Platz in Florida“

So hat sich der R&A ebenfalls elegant aus der „Affäre Trump“ gezogen. Man spielt auf Zeit, ebenso wie die Kollegen bei der USGA und der PGA Tour, schiebt Trump in die Warteschleife, lässt den unliebsam gewordenen Tycoon zappeln. Zeigt jedoch keine klare Kante, vielleicht wird der Großsprecher ja doch US-Präsident und damit Amerikas „First Golfer“. Wenigstens fand Slumbers („Wir halten es nicht für angemessen, politische Angelegenheiten zu kommentieren“) noch generell deutliche Worte, indirekt natürlich an Trumps Adresse: „Golf sollte für alle offen sein, ungeachtet von Geschlecht, Rasse, Nationalität oder Religion.“

Demnächst steht die WGC-Cadillac Championship in Trumps Doral-Resort in Florida an. Die PGA hatte angesichts der Ausfälligkeiten ihres Partners vorsorglich wissen lassen, man werde nach der diesjährigen Austragung Anfang März alle Optionen in Erwägung ziehen, was flugs zu Spekulationen über einen Abzug führte. Doch Trump weiß von nichts: „Mit mir hat niemand gesprochen. Und sie werden das Turnier auch nicht abziehen. Es gibt nichts besseres als Doral. Ich habe den großartigsten Turnierplatz in ganz Florida.“ Mal sehen, ob die Tour das genau so sieht, irgendwann demnächst wird sie sich erklären müssen.

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Helmut Otto Faust

    Wer sagt, daß der „Trump Doral Country Club“ der beste Golfclub in Florida sei, hat nun wirklich keine Ahnung. Wir spielten dort kürzlich auf dem „Blue Monster“ und innerhalb der 18-Löcher Runde landeten doch tatsächlich 74 (vierundsiebzig) Flugzeuge in nur etwa 150 bis 200 Meter Höhe über unseren Köpfen auf dem Miami-Airport. Der Lärm war unerträglich und das Spiel erst recht nicht besonders erfreulich. Man sieht uns dort mit Sicherheit NIE wieder, auch wenn Trump Präsident der USA werden sollte und vielleicht den Miami-Airport kauft und verlegen läßt!

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