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Nike Golf: Der Aufstieg und Fall des Equipmentriesen im Golf

Nach verlustreichen Jahren auf dem Schlägermarkt, zog sich Nike Golf 2016 zurück. Nun sorgt der "Swoosh" nur noch auf Apparel für Furore.

26. Jul 2017
Nike Golf stieg erst 1998 mit Golfbällen in den Equipmentmarkt ein. (Foto: Twitter.com/@4golfonline)

Nike Golf stieg im Jahr 1984 mit den ersten Golfschuhen in den Markt ein. Lange konzentrierte sich das Unternehmen aus Beaverton im US-Bundeststaat Oregon auf Kleidung und Schuhe. Es dauerte bis 1998, dass Nike die erste Hardware in Form von Golfbällen zum Verkauf anbot.
2002 kamen mit Eisen, Wedges und einem Titan-Driver dann die ersten Schläger hinzu. Nike Golf konnte sich allerdings nie im Hardware Bereich etablieren. Die enormen Kosten für die Verträge mit den Spitzensportlern verschlechterten die finanzielle Lage und es wurden kaum Gewinne eingefahren. Die Golfsparte blieb immer das Sorgenkind von Nike. Die Probleme wurden im Schlägerbereich ermittelt, wohingegen der Bekleidungssektor florierte.


Nike Golf: Unprofitabel aber weltberühmt

Gegen die Schwäche im Equipmentsektor half es Nike Golf auch nicht, dass man immer darauf bedacht war, mit den besten und bekanntesten Sportlern einer jeden Sportart zu arbeiten. Schon im Jahr 1985 wurden mit Seve Ballesteros und Curtis Strange zwei der beliebtesten Golfer als Testimonials unter Vertrag genommen.

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Der bekannteste Golfspieler aller Zeiten, Tiger Woods, ist seit 1996 Vertragspartner von Nike und diente als Markenbotschafter und Werbefigur. Viele weitere Stars folgten Tiger, spielten Nike Golfschläger und trugen zudem das Apparel über die Fairways. Rory McIlroy, der 2013 als Nummer eins der Weltrangliste zu Nike wechselte, unterschrieb einen 200-Millionen-Dollar Vertrag über 10 Jahre.



Am 03. August 2016 gab Nike Golf dann den Ausstieg aus dem Hardwaregeschäft bekannt. Das Unternehmen wolle sich nun wieder auf sein Kerngeschäft mit Golfkleidung und -schuhen konzentrieren und dafür noch mehr Golfstars unter Vertrag nehmen, hieß es damals. Dafür allerdings müsse die Equipment-Sparte weichen.

Nike Golf verpflichtet Jason Day

Es dauerte nicht lang, bis Nike Golf seine Ankündigung in die Tat umsetzte. Nur wenige Wochen nach der Trennung von der Equipmentsparte, verpflichtete Nike Golf Jason Day, der jahrelang unter Vertrag beim Konkurrenten Adidas stand. In seinen Jahren als Amateur war er bereits mit dem Swoosh aufgelaufen. Der Australier zeigt sich seit Anfang 2017 mit Schuhen, Hosen, Polohemden, Pullovern und Mützen des US-amerikanischen Sportartikelherstellers. Trotz der Verschlankung des Angebots von Nike Golf wird der Sportartikelriese also ein „Big Player“ im Golfgeschäft bleiben.

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Johannes Gärtner

Johannes Gärtner - Autor für Golf Post

Johannes studiert Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Mittelhessen und unterstützt Golf Post als leidenschaftlicher Golfer. Auf dem Platz mutiert er dank Handicap -4,1 zum Wettkämpfer und fällt nicht nur durch seine bunten Schläger auf.

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2 LESER-KOMMENTARE

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  1. Aigner Werner

    War nur eine Frage der Zeit, daß es soweit kommen wird.
    Nike hat es nie geschaft, Nachfrage für seine Schläger zu generieren.
    Die Überflutung mit neuen Produkten und die daraus resultierenden starken Reduzierungen über Jahre hinweg haben sein Übriges getan.
    Nur die Besten Spieler unter Vertrag zu haben bringt es halt auch nicht.
    Ich hoffe die Schlägerfirmen kapieren es endlich und bringen nicht alle paar Monate was neues auf den Markt, dann würde sich der auch wieder beruhigen.

    Antworten

  2. Thomas Lueders

    zu: Nike stellt Schläger-Produktion ein

    Das ist doch eine sehr gute Nachricht! Wer spielt schon Nike – Schläger? Und vor allem, wie lange hat Rory gebraucht, um diese Schläger einigermaßen zu beherrschen. Also: Weg damit!

    Antworten