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Mit Nachtgolf die Dunkelheit bekämpfen

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08. Okt 2015
Wenn die Nächte länger werden und man trotzdem golfen möchte: Nachtgolf (Foto: flickr)
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Der Winter steht bevor und die Golfsaison nähert sich dem Ende. Doch wie flüchtet man vor der Dunkelheit?

Die Tage werden kürzer und die Nächte länger: Jedes Jahr leidet der Golfsport als Outdoor-Veranstaltung unter den Bedingungen die der Winter mit sich bringt.  Da man die kleinen weißen Golfbälle im Dunkeln schlecht erkennen kann, geben viele Golfer früh auf und warten auf den Frühling. Doch eine Lösung gibt es dafür: „Nachtgolf ist etwas Besonderes“, findet Horst Rosenkranz, der schon einige Turniere gespielt und organisiert hat.

Wenn die Sonne untergeht

Populärer als in Deutschland ist Nachtgolf in Skandinavien, wo die Dunkelheit eine große Rolle spielt. Im Sommer erhellt die Mitternachtssonne die Nächte in Skandinavien und es kann gegolft werden, solange die Kraft reicht. Doch ab November geht die Sonne im Norden Europas schon nachmittags unter und es wird früh stockdunkel. Da in den Ländern wie Norwegen, Schweden und Finnland gleichzeitig auch eisige Temperaturen herrschen und es oft schneit, ist es nicht so einfach, den eigenen Golfball nach dem Abschlag wieder zu finden. Deshalb spielen die Golfer dort schon früh mit kleinen bunten Bällen und der Platz wird mit Leuchtstäben erhellt. Nachtgolf ermöglicht ganz neue Möglichkeiten im hohen Norden.


Nachtgolf mit Spezialbällen

Damit die Bälle auch spät in der Nacht noch sichtbar sind, haben sich verschiedene Golfballhersteller mit Nachtgolf auseinandergesetzt und verschiedene Arten von Bällen auf den Markt gebracht: Die selbstleuchtenden Lumibälle, Bälle, die mit einem Knicklicht erhellt werden und LED-Bälle. Die Bälle haben verschiedene Farben, damit sie auf dem Platz auseinandergehalten werden können.

Beim Lumiball handelt es sich um einen Ball, der ganz einfach mit einer Lampe aufgeladen wird. Er hat somit eine Leuchtkraft, die einige Stunden andauern kann. Die Aufladung kann beliebig oft wiederholt werden und erfolgt per Taschenlampe. Hierbei gibt es auch Bälle, die blinken, was viele Golfer allerdings als störend empfinden.

Die Knicklichter werden in die Bälle hineingeschoben. (Foto: flickr/Todd Lappin)

Die Knicklichter werden in die Bälle hineingeschoben. (Foto: flickr/Todd Lappin)

Im Gegensatz dazu stehen die Bälle, die mit einem Knicklicht „gefüttert“ werden. Diese Bälle enthalten Löcher, die entweder schon beim Kauf vorhanden sind, oder nachträglich gebohrt werden können. Das Knicklicht wird in den Ball eingeschoben und erleuchtet ihn so. Wenn das Licht erloschen ist, kann es einfach durch ein Neues ersetzt werden. „Das Problem bei diesen Bällen ist, dass das Knicklicht beim Abschlag aus dem Ball herausfallen kann und man diesen somit nicht wiederfindet“, kritisiert Golf-Post-Puttingexperte Horst Rosenkranz.

Geteilte Meinungen

Am Besten geeignet sind wohl die LED-Bälle. Die LEDs werden durch einen Schlag aktiviert und leuchten so bis zu zehn Minuten. Danach schaltet sich das Licht automatisch aus, solange kein neuer Schlag erfolgt. Die meisten Golfer werfen den Ball schon vor dem Abschlag einmal auf den Boden, damit sie ihn direkt gut sehen können. Die Batterie eines Balls hält für etwa 40 Stunden.

Die Meinungen zu den Nachtgolf-Spezialbällen ist allerdings geteilt. Einige Golfer meinen, dass die Leuchtbälle zu hart sind und sogar Schläger zerstören können, außerdem fliegen sie nicht so weit wie die klassischen Golfbälle. Andere hingegen sind begeistert von den neuen Möglichkeiten, die die hellen Bälle mit sich bringen. Fakt ist, dass die Bälle wesentlich teurer sind als die normalen Golfbälle und Wasser gemieden werden sollte, da sie dadurch schneller kaputt gehen können.

Unterschiede zum „richtigen“ Golf

Beim Nachtgolf gibt es einige Unterschiede zum Golf am Tag, die vor allem durch die Dunkelheit bedingt sind. Die Bälle sind zwar beleuchtet, aber trotzdem kann man sie nicht sehen, wenn sie zu weit fliegen. Daher wird überwiegend nur mit Eisen gespielt, um dies zu verhindern. Ein weiterer Unterschied ist, dass auch die Männer größtenteils vom Damenabschlag spielen, da die Bahnen hier kürzer sind und bei Dunkelheit einfacher zu spielen.

Die Anzahl der Bahnen wird ebenfalls gekürzt: Es werden überwiegend fünf bis höchstens neun Löcher gespielt, wobei die Reihenfolge der Löcher nicht zwingend eingehalten werden muss. Nach dem ersten Loch kann beispielsweise das vierte Loch folgen, wenn die anderen Löcher schwieriger zu spielen sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Nachtgolf ist die Sicherheit. Die Spieler machen sich meistens selber kenntlich, damit sie nicht von den Bällen getroffen werden. Horst Rosenkranz erklärt: „Die meisten benutzen Knicklichter, in einem Club haben wir auch gelbe Warnwesten bekommen.“

Das Beispiel Deutschland

Auch in Deutschland findet Nachtgolf immer mehr Zuspruch. Einige Golfclubs organisieren zum Ende des Jahres hin Turniere, bei denen sich Golfer gekonnt bei Nacht messen können. Und das, obwohl die Organisation eines solchen Turniers gar nicht so einfach ist. Neben den speziellen Bällen muss man sich auch über die Beleuchtung des Platzes Gedanken machen. Dazu werden die Fahnen, die Tees und die Greens ebenfalls mit LED-Leuchten ausgestattet – das ist nicht nur zeit-, sondern auch kostenaufwändig. Auf einigen Golfplätzen werden auch Fackeln verwendet, die entweder in der Mitte des Fairways oder rechts und links ausgerichtet werden.

Viele Golfclubs haben große Probleme mit der Organisation eines Nachtgolfturniers. Oft werden die falschen Bälle genommen oder der Platz wird nicht ausreichend beleuchtet. Die LED-Stäbe haben keine große Reichweite, weshalb man sehr viele braucht, um den ganzen Platz zu erhellen. Das verursacht wiederum sehr viel Müll und ist nicht besonders umweltschonend.

Horst Rosenkranz hat selbst schon Nachtgolfturniere ausgerichtet und erklärt, welche Schwierigkeiten damit einhergehen: „So ein Turnier richten die Golfclubs maximal einmal im Jahr aus. Der Einkauf ist sehr aufwändig und man kann sie eigentlich nur im Herbst ausrichten, damit es dunkel genug ist. Deshalb kann einem auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen.“

Ein besonderes Erlebnis

Bei einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Nachtgolf ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Die Atmosphäre, die nachts auf dem Golfplatz herrscht, ist nur schwer zu beschreiben. Im Mondschein golft mit Sicherheit jeder gerne und die eigene Leistung kann sich unter veränderten Bedingungen auch verbessern. Außerdem bietet Nachtgolf hervorragende Möglichkeiten, im Winter den Schläger zu schwingen ohne dabei weit wegfahren zu müssen. Da die Organisation so aufwändig und schwierig ist, wird Nachtgolf wohl zunächst noch eine Nebenrolle spielen.

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Sina Engler

Sina Engler - Freie Autorin für Golf Post

Sina zeigt den Kollegen regelmäßig, wer auf den Grüns das Sagen hat. Mit ihrer lockeren, sorglosen Art hat sie keinerlei sichtbaren Respekt vor dem viel zu kleinen Loch und stopft einen Cup nach dem anderen. Überhaupt beeindruckt sie so schnell nichts, weshalb sie unsere wertvolle Feuerprobe für jeden Gag ist.

Alle Artikel von Sina Engler

1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Martin Suchanek

    Es gibt eine absolut neue Möglichkeit Nachtgolf zu spielen! Und das jeden Tag!
    Es gibt Equpiments die das ermöglichen. Ohne Müll und nur mit einmaligem Aufwand.
    Moonlight Golfing ist die Zukunft vom Nachtgolfen!
    Es ist ein patentiertes System, welches einmalig auf der Welt ist!
    Längere Spielzeiten bringen mehr Greenfee-Einnahmen, ohne grosse Zusatzkosten.

    Antworten

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