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Maximilian Kieffer gibt Gas: „Ich will in die Top 100“

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10. Jun 2016
Die BMW International Open ist ein Highlight für Maximilian Kieffer. Worauf er sich in diesem Jahr noch freut, erzählt er Golf Post im Interview. (Foto: Getty)
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Maximilian Kieffer ist froh, wieder in Europa zu spielen. Im Interview mit Golf Post redet er über chinesisches Essen, schnelle Autos und seinen Gameplan.

Seit 2013 spielt Maximilian Kieffer nun bereits fest auf der European Tour. Bei der BMW International Open im Juni feiert der Düsseldorfer seinen 26. Geburtstag. Im Golf Post Interview erzählt er, warum er gerne auf seinen Ehrentag verzichten würde, warum er am liebsten in Europa spielt und welche Ziele er sich für dieses Jahr noch gesetzt hat.

Golf Post: Max, Du warst ein halbes Jahr in China, Indien und am persischen Golf unterwegs. Jetzt bist Du mal wieder im Rheinland. Ist es schön, wieder in der Heimat zu sein?


Maximilian Kieffer: Ich war zwar zwischen den Turnieren auch immer wieder zu Hause, doch die viele Reiserei inkl. der zahlreichen Langstreckenflügen ist natürlich aufgrund der ständigen Klimawechsel und verschiedenen Zeitzonen sehr anstrengend. Vom deutschen Winter in über 30 Grad und wieder zurück. Mit dem Essen in Asien komme ich zu allem Überfluss auch nicht besonders gut klar. 😉 Dazu dann noch Jetlag, Luftfeuchtigkeit, anderes Gras… Es ist schöner, dass die Turniere nun in Europa sind, das macht das Reisen einfacher. Auch das Wetter ist nun hier so ordentlich, dass man auch wieder besser trainieren kann. Es beginnt auf jeden Fall der schönere Teil der Saison.

Golf Post: Einige Spieler auf der PGA Tour vermissen gerade das Reisen. Jordan Spieth hat in diesem Jahr weite Wege auf sich genommen, um ein paar Ecken der Welt zu sehen. Magst Du es, golferisch die ganze Welt kennenzulernen oder reichen Dir kurze Wege?

Maximilian Kieffer: Ich hätte lieber kürzere Distanzen. Der Desert Swing am Anfang des Jahres ist ganz cool – Abu Dhabi, Qatar, Dubai, das sind schon tolle Turniere. Aber auf manche andere könnte ich auch verzichten.

Golf Post: Fehlt es einfach an der nötigen Zeit vor Ort?

Maximilian Kieffer: Wir sind nur eine Woche da und dann kommt noch der Jetlag dazu. Sowohl in Thailand als auch in China hatte ich damit sehr zu kämpfen und dementsprechend anfangs auch sehr schlecht gespielt.

Golf Post: Die kulinarischen Besonderheiten halten zusätzliche Überraschungen bereit. Bei Dir auch?

Maximilian Kieffer: Wenn man aus Deutschland kommt, ist man das Essen betreffend einen ziemlich hohen Standard gewohnt. In anderen Ländern ist die Qualität oft nicht vergleichbar. Das hat dieses Jahr zu einer lustigen Geschichte geführt: Ich war schon eine Woche lang in China, als Christian [Reimbold, Max Kieffers Manager, Anm. d. Red.] erst zur zweiten hinzukam. Nachdem wir eine Woche lang nur chinesisch gegessen hatten sind wir Spieler in einen deutschen Biergarten gefahren, um ein ordentliches Schnitzel zu bestellen. Es war das Beste, was uns passieren konnte. Für Christian, gerade erst aus Deutschland eingetroffen, war unsere Begeisterung etwas unverständlich. Da sieht man, wie sich die Wahrnehmung verändert. Extrem schlechte Luft kam dann auch noch dazu. Als ich dann wieder in Deutschland war, bin ich erst mal durch die Stadt gegangen, hab die frische Luft aufgesaugt und beim Italiener einen Stopp eingelegt. Das war ein schöner Tag. 😉

Golf Post: Zwei Top-15-Platzierungen und zwei verpasste Cuts standen in der Anfangsphase der Saison für Dich zu Buche. Wie fällt Dein Zwischenfazit nach der Welttournee aus?

Maximilian Kieffer: Es war eigentlich ganz solide. Ich hätte lieber ein bisschen besser gespielt, aber es war auch keine Katastrophe. Wenn ich gut gespielt habe und die Chance hatte vorne mitzuspielen, habe ich ziemlich schlecht geputtet. Das muss ich in den Griff bekommen.

Golf Post: Arbeitest Du im Moment verstärkt daran?

Maximilian Kieffer: Um ehrlich zu sein arbeite ich gerade eigentlich an allem, aber auch viel am Putten.

Golf Post: In den kommenden Wochen warten viele Highlights. Welche Ziele bringt der Sommer für Dich?

Maximilian Kieffer: Da kommen so viele Turniere auf der European Tour: die BMW International Open, Open de France, Schottland. Im Endeffekt haben wir aber immer die gleichen Ziele: Man muss fleißig weiterarbeiten, man muss geduldig bleiben und dann im Turnier seinen Gameplan durchziehen.

Golf Post: Dieses Jahr ist ja schon speziell: Olympia, Ryder Cup. Hat man da vielleicht höhere Ziele als in anderen Jahren?

Maximilian Kieffer: Ich würde sehr gerne ein Turnier gewinnen und zumindest unter die Top 100 der Welt kommen, damit ich auch ein paar Majors mitspielen kann. Über Olympia habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht, weil man es nicht unbedingt in der eigenen Hand hat. Es kommt auch darauf an, wie die anderen spielen. Ich wäre natürlich sehr gerne dabei. Aber meine Ziele sind im Grunde eher golfspezifisch: Wo will ich mit meinem Schwung hin, wie kann ich mein Putten verbessern, Mentaltraining und so weiter. Ich glaube, es ist wichtiger, solche Ziele zu haben und sich in den entsprechenden Punkten zu verbessern. Ergebnisbezogene Ziele sind eh nicht immer voll und ganz zu beeinflussen.

Golf Post: Du hast die Majors angesprochen. Für die US Open hast du dich erfolgreich qualifiziert. Wirst Du die British-Open-Qualifikation spielen?

Maximilian Kieffer: Die Final Local British-Open-Qualifikation spiele ich nicht, weil dies der Dienstag vor der Open de France ist. Das ist dann einfach zu viel und in Paris gibt es ja auch noch ein Ticket für Royal Troon. Ich kann leider nicht alles spielen und es gibt noch genug Chancen, sich zu qualifizieren.

Golf Post: Letztes Jahr hattet Ihr im Rahmen der BMW International Open ja eine ganz interessante Aktion, als du mit ein paar Kollegen im Rahmen eines Pressetermins schnelle Autos fahren durftet. Hilft das, zwischen dem ganzen Turnier- und Reisestress etwas entspannen?

Maximilian Kieffer: Wir haben ein Fahrertraining gemacht, das war natürlich sehr cool. Bei Sponsorenterminen oder Presseterminen kommt es immer darauf an, was für ein Termin das ist. So etwas wie mit BMW macht natürlich riesigen Spaß. Sind Kunden nicht ganz so entspannt, kann es gelegenlich auch mal ein bisschen anstrengend werden.

Golf Post: Hast Du privat ebenso Interesse an Motorsport und schnellen Autos?

Maximilian Kieffer: Ja. Ich habe von BMW ein cooles Auto bekommen. Leider ist zur Zeit ein bisschen viel Verkehr im Rheinland. (lacht)

Golf Post: So eine Golfrunde kann sich ja in die Länge ziehen. Sind schnelle Auto dann ein Kontrastprogramm und ein Ausgleich zu einer langen Runde Golf?

Maximilian Kieffer: Nennen wir es eine willkommene Abwechslung. 😉 Ich habe mit Ted [Long, Kieffers Trainer, Anm. d. Red.] in Mannheim trainiert und bin erst spät abends zurückgefahren. Ohne Verkehr sehr angenehm. Meine Mutter war überrascht, dass ich so schnell wieder in Düsseldorf angekommen bin. (lacht) Aber es ist schon schön, dass man hier in Deutschland auch ab und zu mal Gas geben kann.

Golf Post: Du hast, wie jedes Jahr, in der BMW-International-Open-Woche Geburtstag. In diesem Jahr fällt Dein Ehrentag auf den Samstag. Was ist Dein sportlicher Wunsch für den Moving Day?

Maximilian Kieffer: Natürlich erstmal am Wochenende dabei zu sein! Den Cut gilt es erstmal zu schaffen. Und dann wäre das Ziel, eine gute Runde zu spielen. Eigentlich ist es aber ein Tag wie jeder andere.

Golf Post: Am Samstag Geburtstag feiern, Sonntag dann ein Top-Ergebnis einfahren und es richtig krachen lassen. Wäre das die perfekte Konstellation?

Maximilian Kieffer: Ich bin nicht so der Geburtstags- oder Feiertagsmensch. Ein schönes Ergebnis wäre für mich auf jeden Fall mehr Wert als eine Geburtstagsfeier. Um ehrlich zu sein hätte ich lieber nicht in der Woche der BMW International Open Geburtstag, weil es zusätzlicher Stress ist, wenn alle zum Gratulieren kommen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich den Geburtstag streichen. 😉

Golf Post: Vielen Dank für das Gespräch, Max.

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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