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Martin Kaymer – der große Medien-Rückblick 2013

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28. Dez 2013
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Das vergangene Jahr war ein ereignisreiches für Martin Kaymer, auch wenn es sportlich nicht rund lief. Doch er ist sicher: „2014 wird besser!“

Nach dem gigantischen Ryder-Cup-Sieg am Ende der Saison 2012, an dem Martin Kaymer entscheidend mitwirkte, und der gewonnenen Nedbank Golf Challenge ein paar Wochen später, waren alle Zeichen auf Vollgas gestellt für Martin Kaymers Saison 2013. Doch nach einem ordentlichen Start flaute die Leistungskurve wieder ab. Zwischen Schwungumstellung, medialen Verpflichtungen und Seelen-Striptease: Das Jahr 2013 war ein lehrreiches für Deutschlands Ausnahmegolfer.

Die Schwungumstellung oder die Suche nach dem Limit

Mit zehn Jahren hat er mit dem Golf angefangen, mit 25 stand er an der Spitze der Welt – und hatte das Gefühl, noch lange nicht alles rausgeholt zu haben. Was folgte war eine Phase in der steilen Karriere Martin Kaymers, die er so noch nicht kannte. Er wollte sein Schlagrepertoire erweitern, den Draw in sein Spiel aufnehmen, vollkommener golfen. Doch als die Resultate nach der Schwungumstellung ausblieben, hagelte es Kritik. Aus der Suche nach dem richtigen Schwung wurde eine Suche nach dem verlorenen Selbstvertrauen.


Auch noch 2013 hatte der Mettmanner damit zu kämpfen. Im Laufe der Saison jedoch wurde sein Schwung immer konstanter, obwohl noch zu oft eine mäßige Runde der Chance auf den Sieg in die Quere kam. Und noch wichtiger: Das Selbstvertrauen war zurück, wie Martin Kaymer kürzlich gegenüber den Kollegen von Golf Magazin versicherte. „Ich habe nach schlechten Schlägen intensiv darüber nachgedacht, was gerade falsch gelaufen war. Ob ich im Training vielleicht zu viel oder zu wenig gemacht habe? Jetzt fühle ich mich fast wieder wie 2010, als alles wie von selbst lief.“ Im Spox-Interview erläuterte Kaymer weiter, was für ihn die Haupterkenntnis 2013 war: „Es muss nicht immer die superschöne Flugkurve sein. Zurück zu den Basics, das ist so die Message des Jahres für mich.“

Ein Blick in das Innerste des Martin Kaymer

Was war das für eine Woche in München, beim einzigen „Erste Klasse“ Golfturnier auf deutschem Boden. Traumhaftes Wetter, Stars die im Englischen Garten eine Challenge ausspielen und dann war da noch diese Pressekonferenz. Martin Kaymer lud ein paar Dutzend Journalisten zum intimen Beisammensein und schaufelte sich einiges von der Seele. Ein Verhalten, dass man von dem 28-Jährigen nicht gewohnt war. Kaymer hielt sich lange fern vom großen Mediengetummel, brauchte lange um sich an die Aufmerksamkeit nach seinen Erfolgen 2010 zu gewöhnen. „Es gibt Sportler, die sind schneller mit der Anpassung, andere brauchen länger“, sagte er, und gewährte der Öffentlichkeit ungewohnt offen Einblicke in seine Gefühlswelt.

Kaymer sprach von seinem Leben in Amerika, wo ihm die „Kleinigkeiten“ fehlen, die er in Deutschland schätzt. „Es sind halt wirklich so Sachen, wie Wäsche waschen mit Persil, die gut riecht. Erdbeeren sammeln auf dem Feld, guten Cappuccino trinken.“ Doch das sind Erfahrungen, aus denen er gelernt hat. Für nächstes Jahr will Kaymer seinen „Plan ein bisschen umstellen“ und nicht mehr so eine lange Zeit am Stück fern von Zuhause sein.

Auch im Golf-Post-Interview betonte Martin Kaymer, wie wichtig ihm familiäre Werte sind. Nach der Alfred Dunhill Links Championship, die er mit Bruder und Vater absolvierte, unterstrich er gegenüber Golf Post: „Du bist einfach sehr entspannt, wenn deine Familie dabei ist. Auch gerade dann, wenn schwere Schläge bevorstehen. Du kommst einfach besser runter, wenn du dich in einer komfortablen Zone mit deinem Vater und deinem Bruder bewegst.“  Martin Kaymer redete frei von der Seele, er beschrieb seine Welt und gewährte der Öffentlichkeit einen intimen Blick in sein Leben. Am Ende des Turniers in München wurde er Vierter, stand auf dem 18. Grün und grinste: „Das hat Spaß gemacht!“


Martin Kaymer - Der Jahresrückblick 2013

Abseits des Platzes wurde viel verändert

Im Jahr 2012 fand die BMW Inernational Open das erste Mal in Köln statt, nahe der Heimat des Deutschen. Der Erwartungsdruck war entsprechend hoch, sowohl von außen, wie auch der eigene Anspruch. Doch zwischen Werbe- und Sponsorenterminen, öffentlichen Auftritten und anderen medialen Verpflichtungen verlor das Zugpferd des Turniers das Wesentliche aus den Augen: Den Sport. Kaymer verpasste den Cut und beschloss, eine solche Odyssee fortan zu vermeiden. 2013 setzte er sich mit seinem Team zusammen und strich alle überflüssigen Termine im Vorfeld des Turniers, er wollte sich voll und ganz auf Golf konzentrieren. Der vierte Platz sollte ihm Recht geben.

Ob das der Auslöser für seinen Bruch mit BMW war, bleibt unklar. Über seine Homepage gab Kaymer im September bekannt, dass das Gespräch mit dem bayrischen Automobilhersteller über die Zukunft der Partnerschaft keinen postiven Ausgang fand. „Hierbei haben wir festgestellt, dass unsere langfristigen Interessen in unterschiedliche Richtungen laufen. Ich möchte in allen Dingen authentisch handeln und habe BMW somit um Auflösung des bis Ende 2014 laufenden Vertrages gebeten.“ BMW stimmte dem Wunsch des 28-Jährigen zu. Inzwischen ließ Kaymer verlauten, dass er mit SAP einen neuen Sponsor an seiner Seite hat. Die beiden Parteien haben sich „auf eine mehrjährige Zusammenarbeit geeinigt“, ohne dass bis jetzt Details bekannt gemacht wurden.

Martin Kaymer ist für 2014 gewappnet

Auf dem Platz ging es für Martin Kaymer auf und ab in der Saison 2013. Er konnte einige gute Resultate einfahren, doch seinem Anspruch wurde er nicht gerecht. Gegenüber Golf Magazin bilanzierte er die Spielzeit so: „Ich habe kein Turnier gewonnen. Dabei würde ich alle meine neun oder zehn Top-Ten-Platzierungen für diesen einen Sieg tauschen.“ Denn nur das ist, was zählt, als ehemalige Nummer eins der Welt: Siege. Bei Spox bekräftigte Kaymer: „Ich will kein One-Hit-Major-Wonder sein, ich will mehr Majors gewinnen, das ist ganz klar. Wenn deine Karriere eines Tages vorbei ist, erinnerst du dich an ein paar besondere Erfolge, aber eine Karriere definiert sich über die Majors und den Ryder Cup.“ Und zu Beginn des Jahres sah es gar nicht schlecht aus für den deutschen Ryder-Cup-Helden.

Den Desert-Swing beendete Kaymer mit einem geteilten sechsten Platz in Abu Dhabi und dem geteilten neunten Platz in Quatar, ein paar Wochen später erreichte er erneut den geteilten neunten Rang bei der WGC Accenture Matchplay Championship. Doch der vielversprechende Start flaute ab, die nächste Top-Ten-Platzierung gab es erst fast vier Monate später in München. Beim Masters wurde er 35., bei der US Open 59. und auch bei der British Open und der PGA Championship sprangen nur Platzierungen jenseits der Top 30 raus. Dabei sind es gerade die großen Turniere, die es zu gewinnen gilt. Doch Kaymer blickt optimistisch in die Zukunft und betonte bei Golf Magazin weiter: „Es ist ermutigend zu sehen, dass jetzt alles gut ausgehen kann. 2014 wird wieder ein besseres Jahr für mich.“ So wollen wir das hören, Martin!

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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