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Marcel Siem: Statt Urlaub jetzt das Race to Dubai

03. Nov 2014
Marcel Siem vor der größten Chance seiner Karriere: Statt Urlaub steht jetzt das Finale des Race to Dubai vor der Tür. (Foto: Getty)
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Der Urlaub mit Ehefrau Laura muss warten: Statt Thailand wartet nun das Race to Dubai auf Herrn und Frau Siem.

Wenn einer statt trauter Urlaubs-Zweisamkeit mit der Gattin sehr kurzfristig für eine unvorhergesehene Dienstreise umbuchen muss, dann hängt vielerorts erst mal der Haussegen schief: Nicht so bei den Siems. Statt im thailändischen Phuket am Strand auf ihren Marcel zu warten, hat Laura Siem ihre Siebensachen wieder eingepackt und ist hoffentlich in einen Flieger nach Shanghai gestiegen. Der einzige Sand, den das Ehepaar nämlich fürs Erste sieht, sind die Bunker beim HSBC Champions im Sheshan International Golf Club, in dieser Woche zweiter Schauplatz der „Final Four“ auf der European Tour und gleichzeitig letztes WGC-Turnier des Jahres. Mit Marcel Siem.

Siegerscheck über 933.000 Euro

Der Triumph beim BMW Masters hat nicht nur im Terminplan des 34-Jährigen etliches durcheinander gewirbelt, auch Siems kurz- und mittelfristige Perspektiven haben sich gehörig geändert. Der Zopfträger aus Ratingen katapultierte sich mit dem 933.000-Euro-Siegercheck von Platz 53 auf Rang vier des Race to Dubai und spielt plötzlich um den Gesamtsieg und den Bonustopf von vier Millionen Euro mit, der bei der World Tour Championship zusätzlich verteilt wird.


Siem rutschte mit seinem vierten Erfolg im 331. European-Tour-Start nicht nur als zweiter Deutscher neben Martin Kaymer ins Feld der World Golf Championships von Sheshan, sondern darf nächsten August auch beim WGC-Bridgestone Invitational in Akron/Ohio mitspielen. Mit der Verbesserung um 82 Positionen auf Platz 70 der Weltrangliste rückt er zudem seinem großen Traum, der Teilnahme am Masters in Augusta, ein ordentliches Stück näher. Aktive Arbeitsplatzsicherung war‘s ohnehin: Die Tourkarte gilt jetzt bis 2016 inklusive.

„Der Platz war ein Monster“

Und alles nur, weil er seinen verwackelten 1,8-Meter-Putt am 72. Loch am ersten Extraloch des Stechens mit einem großartigen Chip-in vom Vorgrün wettmachte. „Bei diesen windigen Bedingungen habe ich mir durchaus gute Chancen ausgerechnet, das Turnier zu gewinnen“, sagte Siem über die reguläre Schlussrunde, die er mit drei Birdies auf der ersten Schleife eröffnete. „Die zweiten Neun aber waren wirklich hart. Der Platz war ein Monster.“

Im Playoff hatten der Franzose Alexander Levy, der am Sonntag bei starkem Wind einen Vorsprung von vier Schlägen verspielte, und der Engländer Ross Fisher deutlich bessere Birdie-Chancen, aber letztlich das Nachsehen. Nach einer zu kurzen Annäherung mit dem Eisen fünf war Siem klar, „dass ich den Chip auf jeden Fall lochen muss, um im Spiel zu bleiben, weil einer der beiden anderen seinen Putt bestimmt verwandelt“: „Ich war noch nie in einer solchen Situation bei einem so großen Turnier. Du versuchst, nicht an das Preisgeld zu denken. Aber das Preisgeld hier ist echt ,crazy‘.“

Pro mit Stern gewinnt Turnier mit bayerischer Raute

Am Ende war‘s sein zweiter Sieg im zweiten Stechen der Karriere nach dem Gewinn der Dunhill Championship 2004. Hernach konnte der zweifache Vater es für Stunden „nicht glauben“: „I‘m over the moon!“ Will heißen: aus dem Häuschen.

Lange durfte Siem dort nicht verweilen. Es wartete jede Menge Organisationsarbeit auf ihn. In Sachen Visum für Ehefrau Laura. Für eine weitere Woche im Raum Shanghai, für die Turkish Open, für Dubai. Aber bei derlei Aussichten legt man gerne ein paar Extraschichten ein; auch „der erste Urlaub ohne Kinder seit fünf Jahren“ (Siem) kann in solchen Ausnahmefällen warten.

Apropos Ausnahmefall, eine Pikanterie des Siem‘schen Siegs sei noch erwähnt: Am Lake Malaren gewann der Markenbotschafter eines Autoherstellers mit Stern das Turnier eines Autobauers mit bayerischer Raute im Logo. Lustig.


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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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3 LESER-KOMMENTARE

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  1. Ludwig Albrecht

    wer immer noch so Sprüche macht wie „no risk no fun“ wird nie ein ernsthafter Profi.
    Aber so ist er nunmal…….

    Antworten

  2. Rainer Tornow

    Das war ein typischer „Siem“ – verpasst ein paar wirklich gute Chancen (Putts) und macht zum Schluss einen Klasse-Chip! Bei ihm weiss man nie, von Cut verpasst bis zum grandiosen Finale…

    Antworten

  3. Ich kenne den Marcel noch, als er Ende der ’90iger Jahre noch als Kader Spieler
    mit Günther Kessler, GC Hummelbachaue, trainierte. Hatte zwischenzeitlich einige
    Rückschläge, aber er ist ein grundsolider Spieler, mit viel Potential ausgestattet ist und man
    kann noch einiges von ihm erwarten. Wünsche ihm auf jeden Fall noch alles Gute für die Race to Dubai

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