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Marcel Siem: „Mir hat es am wenigsten Spaß bereitet“

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17. Nov 2015
Ehrliche Selbstkritik: Marcel Siem macht Haken unter die Saison 2015 und hofft auf Steigerung. (Foto: Getty)
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Marcel Siem zieht ein ehrliches Saisonfazit für 2015. Doch der Blick richtet sich vorwärts auf das Olympia-Jahr 2016.

Marcel Siem erklärt seine Saison 2015 via Facebook offiziell für beendet und zieht ein nüchternes Fazit. Tatsächlich war es ein deprimierendes Jahr für den Deutschen mit vielen verpassten Cuts, verpassten Qualifikationen und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, mit sehr viel Pech.

Der 35-Jährige hatte sich vor der Saison hohe Ziele gesetzt. Es sollte Richtung US-Tour gehen, er wollte seine wenigen Chancen nutzen, um die PGA-Tour-Karte für 2016 zu lösen. Doch gleich von Beginn gab es Rückschlag um Rückschlag und am Ende bleibt die Einsicht: Meilenweit am Ziel vorbei geschossen. Doch Siem ist ein Kämpfer. Er kündigt hartes Training und eine Steigerung in 2016 an, die er in Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio auch braucht.


Marcel Siem hat sich verkalkuliert

Marcel Siem beginnt sein Facebook-Statement mit einem Dank an Sponsoren und Fans. Dann übt er sachliche Kritik an sich selbst. „Verkalkuliert“ habe er sich, durch verpasste Cuts nicht so viele Chancen bekommen wie erhofft. Dabei hatte der Mettmanner mit seinem Überraschungssieg beim BMW Masters 2014 die Voraussetzungen für einen schwungvollen Start in die neue Saison gelegt, ging aber bei seiner Turnierplanung viele Risiken ein.

Er wolle unbedingt auf die PGA Tour, sagte Siem Anfang der Saison. „Ich mache in Deutschland morgens mein Gym-Programm, aber wenn ich damit durch bin, habe ich schon keine Lust mehr“, so der 35-Jährige im Mai 2015, wobei er speziell auf die Trainingsbedingungen in Deutschland abzielte. Er fühlte den richtigen Zeitpunkt für den Sprung über den großen Teich gekommen, auch wenn sein Vater den sportlich bedingten Umzug für “Quatsch” halte.

Erst kein Glück, dann kam noch Pech dazu

Daher hatte Siem ein Haus in den USA gemietet und auf Turniereinladungen und Monday-Qualifiers spekuliert. Aber es lief von Anfang an holprig. Auf der European Tour verpasste er fünf Cuts in seinen ersten sechs Turnieren, im Februar spielte er zum ersten Mal Pebble Beach auf der PGA Tour und holte einen per se guten geteilten 18 Rang. Wermutstropfen: Ein Schlag weniger und er wäre sofort für das folgende Turnier qualifiziert gewesen. Im Monday-Qualifier, in denen die letzten Startplätze ausgespielt werden, schaffte er es nicht.

In diesem Stil ging es leider weiter, hier eine Qualifikation um einen Schlag verpasst, da knapp den Sprung ins Teilnehmerfeld. Bei der Qualifikation zur St. Judes Classic im Juni spielte er eine 66, was in der Geschichte des Turniers immer für einen Platz im Starterfeld gereicht hat – 2015 nicht. Er bekam keine Konstanz in sein Spiel und keinen roten Faden in seine Turnierplanung. Daraus ergaben sich weitere verpasste Cuts bei den großen Turnieren, wie etwa der US Open und der Open Championship.

Olympia 2016: Marcel Siem hat Alex Cejka im Nacken

Alles in allem stellt die Saison 2015 für Marcel Siem nach drei guten Jahren mit Siegen wieder einen Rückfall dar. Schuld daran war sicherlich das erfolglose Bemühen um die US-Tour, und daraus resultierend die schlechten Ergebnisse auch in Europa. Er will sich im Winter „perfekt auf die ersten Turniere in Südafrika vorbereiten, um uns allen wieder Freude zu bereiten“, ließ er verlauten. Und dann? Wieder alles auf die PGA Tour setzten? Heinz Siem, Vater und Manager des Deutschen, gab Golf Post dazu eine eindeutige Antwort: „Marcel wird sich wieder voll auf die European Tour konzentrieren.“

Das ist sinnvoll, denn im Olympia-Jahr ist noch ein weiterer Faktor von Bedeutung: Noch wäre Marcel Siem der zweite deutsche Olympionike des Golf-Teams, doch durch die guten Ergebnisse zuletzt sitzt ihm Alex Cejka im Nacken. Die beiden trennen nur noch 20 Plätze in der Weltrangliste, die Grundlage für das Olympic Golf Ranking ist.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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