Aktuell. Unabhängig. Nah.
Adventskalender 2016 Türchen 9: Drei Schlägerhauben-Sets für drei Gewinner - 100% handmade, 100% individuell, stylisch und funktional! Mehr Informationen

Line it up! Golfbälle markieren wie die Profis – Was steckt dahinter?

Autor:

19. Sep 2016
Den Golfball mittels Line Up markieren für eine höhere Putt-Garantie. Hilft das wirklich? (Foto: Getty)
Artikel teilen:

Line up von Golfbällen ist eine Technik, die zum besseren Putten verhelfen soll. Doch bringt das Markieren wirklich etwas?

Die Pros auf den großen Touren machen es schon lange, doch auch in den unteren Ligen wird es immer bekannter: Das Markieren der Golfbälle. Wer kennt es nicht: Der Ball liegt in annehmbarer Nähe zum Loch auf dem Grün und der nächste Putt soll sitzen. Damit dies gelingt, gibt es immer wieder Tipps von Experten, die jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Technik der Profis soll her, schließlich lochen diese die Bälle aus fast jeder Distanz ein. Die vermeindliche Lösung lautet: Line up.

Line up – was ist das eigentlich?

Viele Spieler haben mittlerweile Linien auf ihren Bällen. Ein einfacher dünner Strich, der mit wenig Aufwand in kleinster Fingerarbeit auf den Ball gemalt wird und helfen soll, mit dem nächsten Schlag einzulochen. Einige Firmen haben auch bereits Hilfen hergestellt, damit die Linie gerade wird. Eine Plastikhaube beispielsweise, die auf den Ball gelegt wird und einen Strich in der Mitte hat, durch den durchgezeichnet werden kann.


Nach dem Bemalen wird der Ball der Linie nach ausgerichtet und zeigt so dem Spieler, wo hingeputtet werden muss, damit der Ball ins Loch geht. Doch bringt das Line Up wirklich Vorteile? Und wo müssen beim Spiel Einschnitte gemacht werden? Das Online-Magazin MyGolfSpy hat zu diesem Thema eine Studie durchgeführt und interessante Ergebnisse veröffentlicht.

Pro und Contra – Was bringt das Markieren?

Ganz klar: Was die Profis machen, muss gut sein und deshalb auch Anfängern helfen. Das war schon immer so, weshalb viele Spieler auch mit dem Line Up begonnen haben. Insider-Tipps versprechen eine höhere Putt-Garantie, was gerade bei den Anfängern für eine große Motivation sorgt.

Doch welche Nachteile ergeben sich durch das Markieren zwangsläufig? Der wohl entscheidenste ist, dass es viel Zeit in Anspruch nimmt. Ist man der einzige, der den Ball markiert und Loch für Loch auf den Zentimeter genau ausrichtet, müssen alle anderen warten, denn eine exakte Linie zu zeichnen und immer wieder genauestens auszurichten, ist nicht einfach. Sind es sogar noch mehr Leute in einem Flight, die ihre Bälle markieren, kann es zu Verzögerungen auf dem ganzen Platz kommen. Ohne das Line Up würde das Spiel also auf jedenfall schneller gehen, was gerade in der heutigen Zeit oft diskutiert wird.

Die Studie von MyGolfSpy

Gerade das sorgt für Unmut bei den Line-Up-Gegnern. Diesem Problem ist MyGolfSpy auf den Grund gegangen und hat getestet, wie viel Einfluss die Linien auf den Bällen wirklich auf den Putt-Erfolg haben. Zehn Tester sollten dazu jeweils 20 Putts aus drei verschiedenen Distanzen (1,5 m, 3m und 6 m) spielen, zehn mit und zehn ohne Linie. Die Putter und Bälle waren bei allen Testversuchen gleich.

Am Ende der Studie wurden die 600 Putts ausgewertet und verglichen, mit welcher Technik weniger Schläge gebraucht wurden. Bei der kurzen Distanz brauchten die Tester mit Linie zwei Putts weniger, die längeren Distanzen zeigten jedoch: Eine Linie auf dem Ball ist nicht hilfreich. Sowohl aus drei, als auch aus sechs Metern brauchten die Tester ohne Line Up weniger Putts und konnten dies auch im Anschluss begründen. Aus größerer Distanz lag die Konzentration der Spieler zu stark auf der Linie und sie haben die Grüns nicht richtig oder nicht ausführlich genug gelesen. Dadurch sind einige Putts trotz Markierung und langwieriger Ausrichtung daneben gegangen.

Die Ergebnisse der Line/No Line Studie. (Foto: Mygolfspy.com)

Die Ergebnisse der Line/No Line Studie. (Foto: Mygolfspy.com)

Alternativen?

Die Studie beweist also: Lieber Zeit sparen und die Markierungsstifte im Bag lassen, es bringt schließlich nicht den großen Mehrwert. Doch was tun, wenn es trotzdem Probleme mit dem Putten gibt? Welche Alternativen gibt es? Eine einfache und schnelle Variante ist die Aim-Point-Express-Methode, mit der Adam Scott vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht hat. Für diese Methoden werden lediglich die eigenen Finger benötigt, die dabei helfen, die optimale Ausrichtung für den Ball zu finden.

Durchaus gibt es viele weitere Möglichkeiten und immer wieder kommen neue Ideen auf den Markt, welche Methode zum perfekten Putt verhiflt. Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, wie er den Ball am Besten ins Loch bringt. Im Gedanken an das Line Up der Bälle bleibt lediglich die Frage: Lohnt sich der Zeitaufwand für eine minimale Verbesserung der Putt-Statistik aus kurzen Distanzen, oder reichen die Ausrichtungslinien der Hersteller nicht schon aus?

Was ist Ihre Meinung zum Thema Putt-Routine?

Mehr zum Thema Golftraining:

Sina Engler

Sina Engler - Freie Autorin für Golf Post

Sina zeigt den Kollegen regelmäßig, wer auf den Grüns das Sagen hat. Mit ihrer lockeren, sorglosen Art hat sie keinerlei sichtbaren Respekt vor dem viel zu kleinen Loch und stopft einen Cup nach dem anderen. Überhaupt beeindruckt sie so schnell nichts, weshalb sie unsere wertvolle Feuerprobe für jeden Gag ist.

Alle Artikel von Sina Engler

Noch keine Kommentare

Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab

Schlagwörter: , , ,

Aktuelle News