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Lake Malaren Golf Club: „Eine erstklassige Herausforderung“

23. Okt 2013
Malerisch: Der Lake Malaren Golf Club vor den Toren Shanghais.
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Die Firma von Jack Nicklaus polierte den Platz für hohe Turnier-Ansprüche auf. Viele Löcher sind nach dem Risk-and-Reward-Prinzip.

Die Briten mit ihrer gern hymnisch-markigen Wortwahl! „A Sterling Challenge“, „eine erstklassige Herausforderung“ verspricht Sky Sports seinen Zuschauern für dieses Wochenende, wenn mit dem BMW Masters im Lake Malaren Golf Club das erste „Final-Series“-Turnier beim Race to Dubai 2013 ansteht. Dabei meinen die TV-Kollegen indes nicht allein die Güte des Starterfelds, die Huldigung gilt zuvorderst dem Schauplatz selbst.

Stadtbild und Club-Name nach schwedischem Vorbild

Luodian ist eine der neun Vorstädte des 25 Kilometer entfernten Hafen- und Industrie-Molochs Shanghai. Wie ihre acht Schwestern hat auch das 50.000-Einwohner-Gemeinwesen eine sogenannte „New Town“, deren Bauweise sich in diesem Fall gemäß staatlicher Verordnung am schwedischen Architektur-Stil orientiert. Mittendrin wurde nach dem Vorbild von Schwedens drittgrößtem Binnengewässer, dem Mälaren, eine künstliche Wasserlandschaft errichtet. Halbwegs folgerichtig verlieh das skandinavische Vorbild auch dem Golfclub seinen Namen, wenngleich Luodians See-Kopie eigentlich Meilan heißt.


Von der chinesischen Fünf-Jahresplan-Bürokratie zurück in die bourgeoise Realität. Während das Bau-Soll in Luodian-„New Town“ immer noch nicht erfüllt ist, glänzt der Lake Malaren Golf Club in makelloser Perfektion: Mit einem pompösen Clubhaus, den beiden 18-Loch-Kursen „Masters“ und „North Forest“, einer Akademie sowie zwei Hotels und 249 herrenhausartigen Residenzen samt Seeblick.

Beifall für die Design-Politur des Privatclubs

Maßgeblichen Anteil daran hatte Golfs großer Mann Jack Nicklaus, dessen Design-Firma die beiden Plätze vor drei Jahren für besondere Turnier-Aufhaben umgestaltet hat. Seither firmieren sie als „Nicklaus Legacy Courses“, weil des Goldenen Bären ältester Sohn Jack II dessen „Vermächtnis“ (Legacy) unter dieser Marke fortsetzen darf.

Im Lake Malaren Golf Club polierte der Junior vor drei Jahren das ursprüngliche Peter-Thompson-Konzept von 2003 bzw. 2005 grundlegend auf und erhielt dafür 2011 beim Shanghai Masters ordentlich Beifall. „Naturbelassener Parkland-Stil“ nennt Nicklaus den Design-Charakter im Lake Malaren Golf Club, „herausfordernd, unterhaltsam und fair“ für Spieler jeden golferischen Kalibers.

Vorausgesetzt allerdings, man ist Mitglied oder in entsprechender Begleitung. Denn Lake Malaren ist ein reiner Privatclub, kostet happige Beiträge und nimmt für die Runde trotzdem Greenfees zwischen 57,50 Dollar für Club-Angehörige und 252 Dollar für deren Gäste.

Viele Löcher im Risk-and-Reward-Prinzip

Dafür gibt‘s draußen rund um drei große Seen insgesamt 6.957 Meter „Masters“-Kurs (von den Turnier-Tees) in einem üppig gewellten Layout von „natürlicher Schönheit und mit einer großen Vielfalt dramatischer Löcher“ (Nicklaus), die oft nach dem auch optisch gefälligen Risk-and-Reward-Prinzip gebaut sind. Will heißen: Je mehr man sich vom Abschlag traut, desto moderater ergibt sich der folgende Schlag an die Fahne.

Ein schönes Beispiel ist die Par-vier-16, 384 Meter lang und mit einem von Bunkern zweigeteilten Fairway. Trifft einer den entfernteren oberen Teil, wird er mit freier Bahn aufs Grün belohnt; wer sich mit der einfacher zu erreichenden unteren Fairway-Seite begnügt, muss die Fahne bergauf und über ein ausgedehntes Sandhindernis anspielen.

Das Design operiert zudem geschickt mit Konturen und belohnt mutige Schläge durch abschüssige Landezonen, die dem Ball zusätzlichen „Roll“ mitgeben. Am Ende warten dann gut verteidigte und ausgiebig ondulierte Grüns. Hier fordert Nicklaus Kurs-Management und strategisches Spiel: „Der gute Schlag an die richtige Stelle bringt den optimalen Winkel für die Annäherung aufs Grün.“ So soll‘s sein.


Loch für Loch: Lake Malaren Golf Club in Shanghai

Bilder Hier geht's zur Fotostrecke

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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