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Kurzes Spiel? – Wird überschätzt, Sie brauchen GIR!

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13. Aug 2016
Alles Statistik-Füchse, diese Amerikaner. Aber an der Sache mit den GIR ist was dran. (Foto: Getty)
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Was sind GIR und was macht sie so wichtig, für manchen gar wichtiger als das kurze Spiel? Sie sind die Basis für jeden Score.

Man hört es immer wieder auf den Golfplätzen dieser Welt: Drive for the show, putt (and chip) for the money! Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Ist der Drive wirklich so unwichtig? Und vor allem: Ist das kurze Spiel tatsächlich von einer so hohen Bedeutung für den Score? Die Kollegen von golfWRX haben an einem Fallbeispiel aufgezeigt, dass in diesem zementierten Grundsatz im Golf ein wichtiger Faktor fehlt, zumindest für Bogey-Golfer (Rund um Handicap 18) – die getroffenen Grüns.

Die Anzahl der „Greens In Regulation“ (GIR) beschreibt prozentual den Anteil an Schlägen, mit dem ein Golfer das Grün trifft, wenn er es treffen sollte. Bei einem Par 3 also mit dem ersten Schlag, ein Par-4-Grün sollte nach Platzstandard mit dem zweiten Schlag getroffen werden, ein Par-5-Grün mit dem dritten. Der in dieser Statistik aktuell führende Spieler auf der PGA Tour, Stewart Cink, hat eine GIR-Quote von 73,17 Prozent – er trifft also im Durchschnitt knapp drei von vier Grüns mit dem dafür vorgesehenen Schlag.

Die Annäherung macht’s

Die Amerikaner lieben ihre Statistiken, sie werden erfasst, verrechnet, ausgewertet, verglichen und dann am liebsten nochmal von vorne. Eine dieser Statistik-Studien hat nun gezeigt, dass Golfer im Bogey-Bereich viel mehr Wert auf ihre Annäherungen legen sollten, als nur auf das kurze Spiel. In folgender Tabelle ist aufgeführt, wie viele Grüns Spieler im Schnitt treffen, die einen bestimmten Score spielen.

Greens In Regulation (GIR) Durchschnittlicher Score
 12  69 – 73
 11  71 – 75
 10  73 – 77
 9  75 – 79
 8  77 – 81
 7  79 – 83
 6  81 – 85
 5  83 – 87
 4  85 – 89
 3  87 – 91
 2  89 – 93
 1  91 – 95

Laut golfWRX sind die GIR statistisch so eng mit dem Score verknüpft, dass diese Tabelle den jeweils anderen Wert fast immer vorhersagen kann, zumindest wenn mehr als 20 Runden in den Durchschnitt einfließen. Auch wenn es einzelne Abweichungen gibt, etwa jemand 15 Grüns trifft aber nur eine 80 spielt, werden sich die Werte auf lange Sicht angleichen. Die Tabelle bezieht sich auf einen Par-72-Platz.

GIR vs. Scrambling: Das Fallbeispiel

Nehmen wir mal an, Sie spielen im Schnitt eine 85 (Handicap 13), was laut Tabelle etwa fünf Greens In Regulation wären. Nun wollen Sie endlich die 80 knacken. Nehmen wir weiter an, Sie spielen an allen fünf Löchern, wo Sie das GIR treffen, Par – das würde bedeuten, Sie spielen an den 13 anderen Löchern 13 über Par. Natürlich spielen Sie nicht jedes Loch Bogey. Wahrscheinlich ist eher, Sie kommen etwa an drei Löchern mit nur einem Putt aus – schaffen also ein „up and down“ (auf das Grün und rein ins Loch) um das Par zu retten – und spielen an drei anderen Löchern ein Doppelbogey.

Um nur über das kurze Spiel nun fünf Schläge gut zu machen, hieße es, sie müssten acht von 13 Malen „up and down“ gehen. Dann hätten Sie eine „Scrambling“-Quote, also die Fähigkeit, trotz verfehltem Grün das Par zu retten, von 61,5 Prozent. Zum Vergleich: Damit lägen Sie auf der PGA Tour auf Platz 53, Patrick Reed, als PGA-Tour-Führender in dieser Statistik, hat aktuell eine Quote von 70,33 Prozent.

GIR wird zum Muss

Es ist unrealistisch, als Handicap-13 Spieler eine solche Quote zu spielen. Tatsächlich ist es im Golf eher so, dass sich ihr Können relativ gleich durch das gesamte Bag spielt. Sie werden als 13-Handicapper also auch ein 13-Handicapper-Kurzspiel haben, plus minus ein paar Schläge, und im täglich Durchschnitt nicht in 61,5 Prozent der Fälle das Par retten können. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie fünf Schläge einsparen wollen, gar nicht drumherum kommen, im Schnitt mehr GIR treffen zu müssen. Es sind die Schläge auf das Grün, die das Fundament für einen besseren Score legen, denn verfehlen Sie das Grün, brauchen Sie ein kurzes Spiel wie ein Profi, um trotzdem Schläge einzusparen.

Aber Vorsicht! – Bevor jetzt keiner mehr am Chipping-Grün steht: Selbst wenn Sie statistisch gesehen allein durch das kurze Spiel keine Riesensprünge nach vorne machen können – Sie können bei einem schlechten Kurzspiel viel verlieren. Am besten halten Sie sich an Ben Hogan und Gary Player, die in Bezug auf Training generell immer sagten: „Verdoppeln Sie es!“

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Alexandra Caspers

Alexandra Caspers - Freie Autorin bei Golf Post

Als sich ihre Familie und ihr Bekanntenkreis nach und nach mit Golffieber infizierte, gab es für Alexandra auf lange Sicht kein Entkommen. Jetzt taucht sie neben ihrem Germanistik-Studium selbst in die Welt des Golfsports ein.

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