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Justin Rose: „Der lange Traum von Olympia ist wahr geworden“

15. Aug 2016
Justin Rose freut sich über seine Goldmedaille. (Foto: Getty)
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Rio-Allerlei mit „Crocodile Stenson“, seligem Kuchar und „Strohwitwer“ Watson. Dazu ein erneut auffälliger Allenby. Die Back Nine.

Na klar, für Justin Rose ist mit dem Gewinn der Goldmedaille „ein Traum wahr geworden“. Seit langer Zeit habe er an Rio gedacht, sagte der 36-jährige Engländer nach seinem historischen Triumph auf dem Gil-Hanse-Kurs in Rio de Janeiros Vorort Barra da Tijuca, „seit Jahren davon geträumt, hierher zu kommen“. Und diese „wunderbare Atmosphäre bei den Olympischen Spielen“ mit einer Goldmedaille zu krönen, der ersten seit dem Triumph von George S. Lyon 1904, „ist einfach unglaublich“, rang Rose nach Worten: „Das fühlt sich besser an, als alles, was ich je gewonnen habe. Es war das beste Turnier, das ich je gespielt habe.“

Der US-Open-Sieger von Merion 2013 lieferte dem britischen Olympiateam mit seinem Duellsieg über Henrik Stenson zu diesem Zeitpunkt das zwölfte Gold, gesichert durch ein Birdie auf dem Schlussloch, das die Kontrahenten schlaggleich mit -15 angegangen waren und nach Stensons Bogey mit zwei Schlägen Unterschied verließen. Statistiker haben flugs ermittelt, dass Justin Rose nunmehr auf jedem Kontinent, auf dem Profigolf gespielt wird, wenigstens einmal gewonnen hat, und sprechen vom „Continental Career Slam“. Aber vor allem ist er fortan der „goldene Golfer“.


Stenson: Vom Kaiman zum Silber

Henrik Stenson mit Maskottchen "Vinicious" und der Silbermedaille. (Foto: Facebook.com/Henrik Stenson)

Henrik Stenson mit Maskottchen „Vinicious“ und der Silbermedaille. (Foto: Facebook.com/Henrik Stenson)

„Crocodile Stenson“: Nach dem Match mit Phil Mickelson bei der British Open zeigte „Champion Golfer“ Henrik Stenson mit einem echten Finalduell gegen Justin Rose den nächsten packenden Zweikampf. „Natürlich säße ich hier lieber mit einer Goldmedaille“, sagte der 40-jährige Schwede hernach: „Ich habe zwar nicht mein bestes Golf gespielt, aber es ist wunderbar, überhaupt eine Medaille gewonnen zu haben. Mein Land ebenso wie ich können stolz sein.“ Schon am Samstag hatte sich Stenson seines Spitznamens „Iceman“ als würdig erwiesen, als er am Rand des zehnten Fairways einen im Wasser liegenden Kaiman neckte: „Nur ein kleiner Stupser mit dem Lobwedge, er war nicht sehr groß. Sonst hätte ich auch eher ein langes Eisen genommen.“ Witzbold!

Schlägerwechsel und „Free Drop“

Noch ein paar Kuriositäten: Auch Justin Rose griff zu einem längeren Schläger, als er am Auftakttag auf der Par-3-Vier das erste bekannte Hole-in-one der Olympiageschichte erzielte. Eigentlich wollte der Engländer die Fahne mit einem Eisen 8 attackieren, aber Caddie Mark Fulcher drängte ihm für die knapp 173 Meter ein Eisen 7 auf, zu Recht. Gestern dann, auf Loch zwei der Schlussrunde, schnappte sich eine Zuschauerin nach Roses etwas verirrtem Drive den ausrollenden Ball und steckte ihn ein, bevor ihr der Fauxpas aufging. Rose bekam einen „Free Drop“, der Rest ist Geschichte …

Kuchar: Glücklich wie nie

Chronistenpflicht: Über die phänomenale 63er Schlussrunde von Matt Kuchar mit sechs Birdies und einem Eagle wurde schon berichtet, aber diese Aussage der 38-jährigen Nummer vier im US-Team muss nachgetragen werden: „Noch nie in meinem Leben war ich mit einem dritten Platz so glücklich!“

Watson vermisste seinen Caddie

Golf-„Strohwitwer“: Nach zehn gemeinsamen Jahren auf der Tour war Bubba Watson bei Olympia ohne seinen etatmäßigen Caddie unterwegs, Ted Scott („Er nimmt keine Medizin“) war wegen seiner Aversion gegen Impfungen nicht mit in Rio. „Ich vermisse ihn“, sagte Watson, „es ist hart und fühlt sich an wie eine zerbrochene Ehe.“ Scott war dennoch präsent, er analysierte den Platz via Luftaufnahmen und Videos von den Löchern und schickte seine Tipps per Textnachrichten. Die Tasche des zweifachen Master-Siegers trug derweil Watsons Finanzmanager James Randall Wells.

Gal, Masson und Favoritin Ko grüßen aus Rio

Wachwechsel: Diese Woche gehört der olympische Golfplatz in Barra de Tijuca den Damen, Sandra Gal und Caroline Masson sind natürlich längst eingetroffen und senden Grüße von der ersten Platzinspektion. Auch die Favoritin ist da: Lydia Ko hat eine Buchmacherquote von 11:4 auf den Goldgewinn vor Ariya Jutanugarn (7:1) und Brooke Henderson (11:1).

Absager Spieth formuliert Olympia-Ziel

Neidisch? Vielleicht bereut da einer seine Olympiaabsage, auf jeden Fall gehörte Jordan Spieth zu den ersten Gratulanten. Seinen Glückwunsch-Tweet beschließt der Weltranglisten-Dritte so: „Es wird ein Ziel sein, die USA 2020 zu vertreten.“ Dann wird im Kasumigaseki Country Club nahe Tokio gespielt.

Allenby macht schon wieder Ärger

Eingebuchtet: 2015 schon sorgte Robert Allenby (45) mit seiner wirren und dubiosen Entführungsstory auf Hawaii für Negativschlagzeilen, jetzt wurde der Australier am frühen Samstag Morgen verhaftet und für kurze Zeit festgesetzt, weil er sich wohl nach seinem Cut-Aus bei der John Deere Classic im „Jumer‘s Casino“ von Rock Island/Illinois, wo er auch wohnte, daneben benommen hat. Der Polizeibericht spricht von ungebührlichem Benehmen und unbefugtem Betreten in krimineller Absicht, Allenby selbst will mal wieder „keine Ahnung“ haben, was passiert ist.

Die nächste Bühne wird gerichtet

Das Letzte: Die olympische Herrenkonkurrenz ist in den Büchern, und schon wirft an anderer Stelle der nächste Höhepunkt dieses dichten Golfjahrs seinen Schatten voraus. In Hazeltine/Minnesota wird eifrig die Bühne für den Ryder Cup gerichtet:

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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