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Jon Rahm in Torrey Pines: Sternstunde eines neuen Golfstars

Day bricht Lanze für Woods, ein Twitter-Stalker als Caddie für Garcia und Trump will vor der Queen im Golf glänzen. Die Back Nine.

Jon Rahm gewinnt bei der Farmers Insurance Open seinen ersten Titel auf der PGA Tour. (Foto: Getty)
Jon Rahm gewinnt bei der Farmers Insurance Open seinen ersten Titel auf der PGA Tour. (Foto: Getty)

Nervenstärke, „keine Schwächen im Spiel“ (Phil Mickelson), „Touch“ auf den Grüns: Mit dem Gewinn der Farmers Insurance Open hat sich Jon Rahm zu Spielern wie Justin Thomas, Daniel Berger oder Jordan Spieth vor seinen Majors gesellt, allesamt Professionals knapp über 20, die nächsten Stars des Golfsports hinter Rory McIlroy oder Jason Day. Rahm galt schon als potenzieller Himmelsstürmer, nachdem er vergangenen Sommer vom Platz des weltbesten Amateurs ins Profilager wechselte. In Torrey Pines erlebte der 22-jährige Spanier jetzt seine Sternstunde, die er mit einem Birdie auf der 17 und einem 18-Meter-Eagle-Putt auf dem Schlussloch besiegelte. Es war der Durchbruch bereits im 13. PGA-Tour-Turnier, und Rahm muss seinen Turnierkalender überarbeiten: „Nach der Genesis Open Mitte Februar waren die Seiten eigentlich blank.“ Jetzt kann er alle Majors, die WGC-Events und die Players Championship eintragen.

Das größte Lob kommt aus berufenem Mund. „Jeder Teil von Jons Spiel ist stark. Ich denke, er ist mehr als nur ein guter junger Spieler, sondern einer der besten Spieler der Welt“, sagt Phil Mickelson, und der muss es wissen. Sein Bruder Tim war Rahms Coach an der Arizona State University und ist heute sein Manager.

Day bittet um Geduld mit Woods

Fürsprecher: Tiger Woods hat Jason Day zum Golf gebracht und stets inspiriert, jetzt brach der Weltranglistenerste eine Lanze für sein Idol, nachdem Flightpartner Woods bei der Farmers Insurance Open den Cut verpasste hatte. „Er war 17 Monate weg, das ist eine sehr lange Zeit, da kann man nicht direkt alles so kritisch bewerten“, sagte Day schon nach Woods‘ 76er Auftaktrunde vor einer Rekord-Zuschauerkulisse in Torrey Pines: „Wir sollten geduldig sein, ihn an den Dingen arbeiten lassen, die er braucht, und ihn mal ein Jahr spielen lassen. Dann passt hoffentlich wieder alles.“ Derweil hat Harold Varner III ein Video von dem Fan veröffentlicht, der es am Freitag trotz aller Sicherheitskräfte und Ordner schaffte, in den Teich am 18. Grün zu springen:



Bald weibliche Golfer für Muirfield und Tokio?

Damenwahl für Golf-Events: Acht Monate nach dem letzten Mitgliederentscheid hat die Honourable Company of Edinburgh Golfers eine erneute Befragung über die Aufnahme weiblicher Mitglieder angekündigt. 14 Stimmen hatten damals gefehlt, anschließend hatte der R&A das Geläuf von Muirfield aus der Open-Championship-Rota gestrichen, Clubkapitän Henry Fairweather sprach von einer „beschädigten Reputation“. Ähnlich ergeht es gerade dem Kasumigaseki Country Club in Japan, Schauplatz des olympischen Golfturniers 2020, auf dem Frauen ebenfalls als Vollmitglieder nicht zugelassen sind und zudem sonntags selbst als Gäste nicht spielen dürfen. Die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, hat Kasumigaseki jetzt öffentlich aufgefordert, die Mitgliedspolitik im Hinblick auf die Spiele zu ändern. Dem Vernehmen nach sollen auch das IOC und der Golfweltverband IGF den Club bereits diesbezüglich kontaktiert haben.

Obama hat ‘nen Golfclub

Ende einer „Affäre“: Barack Obama hat endlich eine neue Golfheimat. Trotz der Vorbehalte seitens der stark jüdisch geprägten Clubmitglieder wegen seiner Anti-Israel-Politik hat der Ex-US-Präsident nun eine Einladung erhalten, dem Woodmont Country Club in Maryland beizutreten. „Politische Ansichten gehörten nie zu den Kriterien für eine Mitgliedschaft“, schrieb Clubchef Barry Forman. Haken dran!



Nach 206 täglichen Tweets an Garcias Tasche

Flehen erhört: Eine Twitter-Kampagne der besonderen Art hat der Brite Mark Johnson durchgezogen, weil er unbedingt mal Caddie für Sergio Garcia sein wollte. Seit Juli 2016 bombardierte er den Spanier mit täglichen Tweets. 206 Tage lang pries Johnson sich an, bestätigte seinen Verzicht auf mögliche Preisgeld-Anteile, bekannte sich als Stalker, verglich seine Frau mit Garcias Verlobter Angela Akins und und und, bis Garcia sich endlich erweichen ließ und am 28. Januar antwortete. Mit einer Zusage: Beim Pro-Am des British Masters am 27. September ist Johnson nun an Garcias Tasche, Happy End!

Augusta National kauft weiter Grundstücke auf

Ausdehnung: Augusta National macht sich mächtig breit. Nach dem Aufkauf eines Musikgeschäfts im vergangenen Oktober für 5,35 Millionen Dollar schlägt der Masters Club jetzt erneut zu und will für 6,9 Millionen Dollar das Grundstück der Filiale einer Autozubehör-Kette an der Washington Road in Augusta kaufen. Damit liegen in der nordöstlichen Parzelle zwischen Golfplatz-Gelände, Washington Road und Berckmans Road nur noch drei Geschäfte, deren Areale noch nicht dem Club gehören.

Das Runde muss ins Große

Vier-Putt: Auch das zur Golf-Erleichterung viel gepriesene 15-Inch-Loch löst nicht alle Probleme auf dem Grün, jedenfalls nicht bei diesem Knirps. Aber vielleicht sind es auch die negativen „Vibes“ des filmenden und offenbar ziemlich genervten Vaters:





Die Queen soll Trump beim Golf bewundern

Der wöchentliche Trump: Im Sommer besucht der US-Präsident Großbritannien und will laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ auf Balmoral Castle, der Privatresidenz von Queen Elizabeth II. in Schottland, Golf spielen. Und die Königin solle ihm dabei zuschauen, heißt es. Zum Anwesen, das unweit von Trumps Linkskurs in Aberdeen liegt, gehört auch ein Neun-Loch-Platz. Nachdem Vorgänger Ronald Reagan 1982 beim Ausritt mit der Queen fotografiert wurde, wünscht sich „The Donald“ laut „Telegraph“ nun ein ähnlich prestigeträchtiges Foto.

Zum Golfschlag schlittern

Zum Schluss: Vorsicht auf Seen und Teichen, Eisflächen sind trügerisch. Aber wenn sie halten, dann taugen sie auch als, freilich ziemlich glattes, „Fairway“:

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2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Thomas Lüders

    Lieber Herr Basche,
    Golfstar Jon Rahm? Da ist eher einer, der sich nicht benehmen kann, der jeden seiner Schläge lautstark kommentiert, Schläger wirft und sich ähnlich daneben benimmt. Der ist eher ein besonders abschreckendes Beispiel für einen Profi-Golfer!
    In diesem Sinne, viele Grüße
    Thomas Lüders

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    • Michael F. Basche

      Lieber Herr Lüders,

      vielen Dank für Ihren fraglos zutreffenden Hinweis. Indes ging es nicht um die „Geburtsstunde“ eines neuen sportlichen Vorbilds oder Publikumslieblings, sondern ausschließlich um das golferische Potenzial von Jon Rahm und die Perspektiven, die sich ihm durch diesen Sieg eröffnen. Im Übrigen werfen auch andere Profis/Golfstars Schläger, fluchen oder kommentieren ihre Schläge lautstark, verhalten sich abweisend gegenüber Fans etc. – wenn auch vielleicht weniger gehäuft–, was so oder so keinesfalls gutzuheißen ist, diejenigen aber dennoch nicht vom Gewinn von Majors „abgehalten“ hat.

      In diesem Sinne viele Grüße
      Michael F. Basche

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