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Marcel Siem im Interview: „Es liegt nicht nur an uns Spielern“

20. Jun 2014
Marcel Siem im Golf-Post-Interview bei der Irish Open. (Foto: Getty)
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Am Rande der Irish Open stellt sich Marcel Siem den Fragen von Golf Post. Er bewertet Kaymers Triumph und spricht über persönliche Ziele.

Marcel Siem blickt nach überstandener Verletzung in den vergangenen Wochen auf eine sehr positive Entwicklung zurück. Zuletzt glänzte er in Pinehurst mit einem geteilten zwölften Platz bei der US Open, auch wenn dieser durch Martin Kaymers Triumph etwas in den Schatten geriet. Bei der Irish Open versucht der 33-Jährige nun die Qualifikation zur Open Championship zu meistern.

Mit Golf Post sprach er exklusiv über seine Ziele, die Motivation nach den deutschen Erfolgen und natürlich über die Bedeutung von Kaymers Sieg für den deutschen Golfsport.


Marcel Siem stellt sich den Fragen von Golf Post

Golf Post: Marcel Siem, wie wichtig ist es mit Blick auf die kommenden Wochen, dass Sie hier bei der Irish Open die Möglichkeit haben, sich für die British Open zu qualifizieren?

Marcel Siem: Sehr wichtig! Es geht immer darum, Majors zu spielen. Die Chance muss ich jetzt aber erstmal nutzen. Ich hätte diese Woche sogar vielleicht eine Pause gemacht, wenn es diese Möglichkeit zur Open-Quali nicht gegeben hätte. Ich hab ja letzte Woche (bei der US Open, Anm. d. Red.) leider knapp die Qualifikation für alle Majors im nächsten Jahr verpasst. Das möchte ich dann jetzt irgendwie über die Open schaffen.

Golf Post: Was nehmen Sie aus solch einer großartigen Leistung wie dem zwölften Platz bei der US Open mit,  auch wenn er wegen Martin Kaymers Sieg ein bisschen untergegangen ist? 

Siem: Ich habe gemerkt, dass auf der großen Bühne unter Druck mein Schwung funktioniert, was sehr wichtig ist und früher nicht unbedingt der Fall war, weil ich zu viele Schnörkel drin hatte und unter Druck dann schneller wurde. Selbst wenn der Schwung jetzt schneller wird, ist er eigentlich immernoch so gut auf dem Plan, dass es trotzdem funktioniert. Das ist natürlich gut fürs Selbstvertrauen. Zur Konzentration, man muss sich bei solch einem Turnier sehr konzentrieren, da aus jedem Schlag, der in die Hose geht, ein Doppelbogey resultieren kann. Es ist aber auch deshalb gut, weil ich merke, dass ich diese Konzentration über vier Runden halten kann.

Golf Post: Gibt es unter den deutschen Spielern eine gewisse Freundschaft?

Siem: Auf jeden Fall! Es wird auch immer besser. Von denen, die früher da waren, wie Sven Strüver und Alex Cejka – gut, Alex ist immer noch da, aber leider meistens in Amerika unterwegs – fällt leider immer mal wieder einer raus, dann kommen Jüngere nach. Max Kieffer und ich verstehen uns super und auch mit Martin verstehe ich mich immer besser. Wir sehen uns halt leider nicht so oft, weil er mehrheitlich in Amerika spielt und ich hauptsächlich in Europa. Ansonsten ist alles sehr fair. Wir gönnen uns alle das Beste und das ist auch richtig so.

Golf Post: Gibt man sich gegenseitig auch Tipps?

Siem: Ein bisschen schon, klar. Man fragt halt ‚Wie siehst du das?‘ oder ‚Wie machst du dies oder jenes?‘.

Golf Post: Wie wichtig ist ein Erfolg wie Martin Kaymers US-Open-Sieg für den Golfsport in Deutschland?

Siem: Super wichtig! Es kommt aber drauf an, wie die Deutschen damit umgehen. Wenn ARD und ZDF vielleicht mal eine Kamera rausschickt und die Medien etwas anders damit umgehen, dann kann sich vielleicht etwas ändern. Wenn das aber weiter keinen interessiert, dann wird leider nichts passieren. Es ist das Gleiche wie mit Bernhard Langer: Bernhard spielt unglaubliches Golf und ist nicht einmal auf der Titelseite der BILD-Zeitung. Ich würde gerne mehr machen, aber es liegt nicht nur an uns Spielern, dass mehr passiert. Es müsste jemand in Deutschland mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen und das anders promoten. Man sieht ja, wieviele Zuschauer hier selbst am Donnerstag in Irland sind. Ich hoffe, dass es nächste Woche in Pulheim ähnlich sein wird.

Golf Post: Bei der BMW International Open in Köln sind die ersten zwei Turniertage ja sogar frei.

Siem: Richtig, der Eintritt ist an den ersten beiden Tagen kostenfrei. Wie gesagt, da müssen die Verantwortlichen und Golfclubs anders agieren. Wir brauchen einfach mehr Golfturniere in Deutschland. Es kann nicht sein, dass BMW das einzige Turnier veranstaltet.

Golf Post: Motiviert Sie so ein Sieg wie der von Martin persönlich oder brauchen Sie solche Motivation nicht mehr?

Siem: Ich finde das einfach super fürs deutsche Golf. Es hat bestimmt auch ein bisschen Einfluss auf mich gehabt, so dass ich da hinterher möchte. Ich bin jemand, der den Wettkampf irgendwie liebt und möchte natürlich schon mit Martin Kaymer zusammen in Deutschland glänzen. Klar, war sein Sieg auf jeden Fall auch Motivation für mich. Ich glaube es motiviert aber jeden Spieler, egal ob man Deutscher ist oder Amerikaner. Was er da abgeliefert hat, war wirklich faszinierend.

Das Interview führte Peter Auf der Heyde in Cork / Irland.

Zum LIVESCORING der Irish Open


Marcel Siem und Max Kieffer bei der Irish Open 2014

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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