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HSBC Champions – Auf Favoritensuche im Fernen Osten

29. Okt 2013
Zauberer Ian Poulter und seine Hexen. (Foto: Getty)
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Bei der HSBC Champions in China geben sich diese Woche die Stars der Szene die Ehre und kämpfen um ein beachtliches Preisgeld.


Chinas Millionen-Metropole Shanghai ist in dieser Woche zum zweiten Mal in Folge Gastgeber eines der größten Profi-Turniere der Welt. Die World Golf Championship – HSBC Champions, ausgetragen im Sheshan International Golf Club, bietet 78 Weltklassespielern von allen großen Touren gleichermaßen sportliche und finanzielle Anreize. Für die Akteure der European Tour geht es im zweiten von vier Events der Final Series um wichtige Euro in der „Race to Dubai“. Die PGA Tour Pros kämpfen um Fed Ex Cup Punkte und alle zusammen überdies um ein Gesamtpreisgeld von 8,5 Millionen US-Dollar. Das wiederum ist ein Vielfaches von dem was die Teilnehmer der kleineren teilnehmenden Asian Tour, Japan Golf Tour, PGA Tour of Australasia und Sunshine Tour bei sich gewöhnt sind.
Aus diesem Stelldichein von und anderen 18 Major-Siegern und 40 Stars aus den Top-50 der Weltrangliste Favoriten herauszusuchen, fällt wie immer schwer. Zu eng ist die Leistungsdichte und zu entscheidend sowohl Tagesform als auch ein wenig Glück beim Putten. Dennoch haben wir sieben Kandidaten herausgesucht, die aufgrund der jüngsten Form oder anderer Faktoren zum Kreis der Titelkandidaten hinzuzuzählen sind:

Stenson – Der Iceman lebt von seiner Konstanz

Wenig überraschend geht es los mit dem amtierenden Fed Ex Cup Champion und Führendem im Race To Dubai Henrik Stenson. Der Schwede gewann zwei Playoff Turniere um den Fed Ex Cup, inkl. der Tour Championship und wurde in den letzten drei Monaten Dritter bei der PGA Championship, Zweiter bei der Open und dazwischen noch geteilter Zweiter beim World Golf Championships-Bridgestone Invitational. Wie man mit einer beeindruckenden Konstanz in kürzester Zeit bei den besten Turnieren sein Können unter Beweis stellt hat Stenson jüngst gezeigt. Und nach einem etwas holprigen Start beim BMW Masters in der vergangenen Woche ging es dann letztlich mit der 65er Schlussrunde auch wieder in gewohnte Score-Regionen.


Molinari – Steigende Form und gute Erfahrung mit China

Der Italiener Francesco Molinari befindet sich auf gewohntem Terrain. Im Sheshan konnte er das HSBC Champions 2010 für sich entscheiden und zeigte zuletzt weiter ansteigende Form mit einem 17. Platz in Portugal und einem geteilten Zweiten am Sonntag beim BMW Masters. Als Elfter im R2D und einer der ganz konstanten Performer auf der European Tour könnte es in dieser Woche durchaus Sieg Nr.5 in der Karriere des 30-Jährigen Turiners werden.

Rose – Ausgeruht und Selbstbewusst

Justin Rose gewann in diesem Jahr nicht nur die US Open, er landete auch bei den vier Playoff Turnieren konstant zwischen Position 2 und 33 und wurde letztlich Siebter im Fed Ex Cup. Der Engländer ist Fünfter in der Weltrangliste, Dritter im Race To Dubai und möglicherweise einer der Fitteren im Starterfeld nach einer mehrwöchigen Pause.


WGC-HSBC Champions in Shanghai

Bradley – Angekommen im Reich der Mitte

Keegan Bradley hat zwar nach drei Jahren seine erste Saison ohne Sieg hinter sich, dennoch wurde er am Ende 10. im Fed Ex Cup dank sieben Top-10 Platzierungen und mehreren knapp verpassten Turniersiegen. Bei der CIMB Classic in Kuala Lumpur letzte Woche führte er nach zwei Tagen noch mit vier Schlägen Vorsprung, doch erwischten ihn dann am Wochenende der 12-Stunden-Jet Lag und die drückenden 40 Grad bei 90% Luftfeuchtigkeit. Mittlerweile völlig akklimatisiert, ist in China mit dem Weltranglistenfünfzehnten zu rechnen.

McIlroy – Mit einem Sieg gegen Tiger Woods im Rücken zum Erfolg

Ohne Sieg unterwegs war bislang 2013 auch Rory McIlroy, nachdem er im letzten Jahr noch vier PGA Turniere inklusive der PGA Championship gewann. Ein zweiter Platz in Texas war seine Saisonbestleistung, in der Weltrangliste ist er auf Platz 6 abgerutscht. Doch bei so viel Talent kann es beim Nordiren ganz schnell gehen bis er wieder von sich reden macht. Insbesondere wenn der 24-Jährige die zahlreichen Nebenschauplätze, wie seinen Wechsel zu Nike, die damit verbundene,  vermeintlich schwierige Materialumstellung und seine Boulevard-Beziehung zu Freundin Caroline Wozniacki hinter sich lassen kann. Seinem Selbstvertrauen auf die Beine helfen konnte vielleicht auch die 67er Runde beim Showkampf „Match at Mission Hills“ am Montag gegen Tiger Woods (68) und der damit verbundene knappe Sieg. Im Anschluss sagte er, er wolle „gerne immer in China spielen“, zumindest solange es mit „einem Sieg gegen Tiger verbunden“ sei.

Uihlein – Rookie als Überraschungssieger?

Was das Überraschungspotenzial von Jordan Spieth in den USA angeht, steht ihm Landsmann Peter Uihlein auf der European Tour nicht in viel nach. Auch der 24-Jährige aus Orlando hatte keinen ET-Tour-Status 2013 bis zu seinem Überraschungssieg auf Madeira. In Wales und Schottland wurde er im Folgenden noch zweimal Zweiter und am Sonntag geteilter Fünfter hier in Shanghai, wodurch er sich auf Rang 9 im R2D verbesserte. Uihlein ist auf bestem Wege Rookie des Jahres zu werden. Vielleicht vereinfacht er diese Entscheidung ja noch mit Sieg Nummer zwei am Sonntag?

Kaymer – Beste Erinnerungen an Shanghai

Und warum sollte eigentlich nicht Martin Kaymer an der Stätte seines letzten Tour-Sieges in Shanghai zu alter Stärke zurückfinden? Lassen wir seine Verschlechterung in der Weltrangliste auf Rang 41 einmal außen vor, genauso wie Platz 103 im Fed Ex Cup der vergangenen Saison und den aktuell 32. Rang im R2D. Kaymer hat in seiner bislang schon äußerst erfolgreichen Karriere ein Major gewonnen und weitere neun Titel auf der European Tour geholt. Er schaffte die meisten Cuts in diesem Jahr und ist mit 28 Jahren im besten Golfalter. Es sind also offensichtlich nur Nuancen die noch zum nächsten Triumph fehlen, der Putt, der mal mehr fällt als sonst, das nötige Schwunggefühl und richtige Timing. Dann ist sicherlich alles möglich im Sheshan International Golf Club, auf dem Platz, auf dem Martin Kaymer vor zwei Jahren die Golf-Elite geschlossen hinter sich ließ.

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Gregor Biernath

Gregor Biernath - Freier Autor für Golf Post

Er hat einen ganz normalen Beruf und sieht vom Profigolfgeschehen doch mehr als die meisten: Gregor Biernath, selbst seit 30 Jahren Golfer, kommentiert für Sky live internationale Golf-Turniere und hat bei Golf Post eine eigene Ecke: die "Sprecher-Box".

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