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Horst Rahe über den Ryder Cup 2022: „Rein egoistische Motive“

15. Jul 2015
A-Rosa-Chef Horst Rahe vor dem Berliner Bär in Ryder-Cup-Design. (Foto: Golf Post)
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Er spielt eine tragende Rolle bei der Bewerbung um den Ryder Cup 2022: der millionenschwere Unternehmer Horst Rahe im Interview.

Wieviele Golfplätze in Deutschland könnten einen Ryder Cup ausrichten? Nicht viele, das weiß Bewerbungsleiter Marco Kaussler spätestens seit der Sichtung potenzieller Golfplätze für 2022: „Unser größtes Problem war, dass wir keinen Course finden konnten, der genügend Platz bietet“, so Kaussler über die Sichtungsphase. Hinzu kommt: Die finanzielle Belastung für den gastgebenden Club ist enorm und „eher ein Mäzenatentum„, wie es Wolfgang Mych, Geschäftsführer der Hamburger Golfanlage Gut Kaden beschreibt. Gut Kaden hatte sich deshalb vor der Vergabe aus dem Bewerbungsverfahren für 2022 zurückgezogen.

Unternehmer Horst Rahe – Erfinder der AIDA-Kreuzfahrten

Bad Saarow hingegen hat die finanzielle ‚Herausforderung‘ nicht gescheut; dort kann man für den Ryder Cup ganz andere Geschütze auffahren – dank des millionenschweren Finanziers der Anlage, Horst Rahe, der gleichzeitig geschäftsführender Gesellschafter der gesamten A-ROSA Unternehmensgruppe ist.


Bekannt ist den meisten der 76-jährige Rahe als Erfinder der AIDA Kreuzfahrten. In den 1990er Jahren hatte Rahe zusammen mit einem Kollegen die Deutsche Seereederei von der Treuhand gekauft und daraufhin mehrere Kreuzfahrtschiffe bauen lassen, die seit 1996 als AIDA-Cruises die Weltmeere befahren. Das Konzept hatte Erfolg; Rahe bertreibt und baut seither auf dem Festland mehrere Hotels.

Horst Rahe über die Ryder-Cup-Bewerbung 2022

Das für die Ryder-Cup-Bewerbung ausgewählte A-Rosa-Resort in Bad Saarow gibt es seit 1992. 2009 hatte es sich schon einmal um die Austragung beworben, damals entschied sich die Bewerbungsgesellschaft um Bernhard und Erwin Langer jedoch wegen der schwierigen Anbindung gegen das Resort in Brandenburg.

Für die Bewerbung um den 2022er Ryder Cup hat man das Risiko in Kauf genommen, genauso wie den Platzumbau und weitere Anpassungen, die die Ryder Cup Europe fordert. Rahe macht es möglich.

Golf Post: Herr Rahe, Sie haben in Immobilien investiert, in Schiffahrt, Öl und Kunst – warum wollen Sie nun den Ryder Cup 2022?

Horst Rahe: Für uns ist das eine große Chance, internationalen Tourismus nach Bad Saarow zu holen. Bisher kommen vorwiegend Deutsche hierher, internationales Publikum ist aber sehr viel freudiger, mehr Geld auszugeben. Das ist also eine rein egoistische Motiviation.

Golf Post: Sie sind Verfechter der Haltung, dass jedes Geschäft sich rechnen muss. Der Golfplatzumbau wird geschätzte sechs Millionen Euro kosten – nur für den Platz. Auf welche Investitionssumme haben Sie sich insgesamt für die Ryder-Cup-Bewerbung eingestellt?

Horst Rahe: Noch kann ich es nicht beziffern. Es sind wieder viele Dinge an der Planung geändert worden, die müssen wir nun erstmal durchkalkulieren.

Golf Post: Ihre Hotelanlage würde während eines Ryder Cup hauptsächlich den Spielern samt Entourage vorbehalten sein. Wie schätzen Sie die sonstige Hotelsituation im Umkreis ein – wird man hier täglich 50.000 Zuschauer und 2000 Presseleute beherbergen können?

Horst Rahe: Das interessiert auch die Ryder-Cup-Delegation sehr; sie sind aktuell in der Gegend unterwegs und schauen sich die Hotels an. Ich sag’s mal so: Die Hotels rund um den Scharmützelsee werden sicher ausgebucht sein. Viele Zuschauer werden aber auch lieber in Berlin unterkommen.

Golf Post: Wo sehen Sie in der Vorbereitung auf den Ryder Cup den größten Workload kommen?

Horst Rahe: Beim Verkehr. Dafür werden aktuell Konzepte erarbeitet, etwa eine extra Autobahnabfahrt, die dann auch über den Ryder Cup hinaus bestehen bleiben würde. Außerdem wird am Dreieck Spreeau ein Park’n’Ride-System geben. Überlegt wird auch, ob man einige Straßen zum Einbahnstraßensystem macht; morgens in die eine, abends in die andere Richtung.

Golf-Post-Chefredakteurin Juliane Bender und Horst Rahe in Bad Saarow. (Foto: Golf Post)

Juliane Bender und Horst Rahe in Bad Saarow. (Foto: Golf Post)

Golf Post: Was, denken Sie, sind die Vorteile Bad Saarows im Vergleich zu den Bewerbern aus Spanien, Italien und Österreich?

Horst Rahe: Wir haben ein bestens ausgestattetes Resort, einen tollen Golfplatz von Nick Faldo und nicht zu vergessen: Dieser Ort ist auch klimatisch mit seinen unendlich vielen Sonnenstunden sehr gut geeignet. Eine Zusage für den Ryder Cup 2022 würde einen enormen Aufschwung für die gesamte Region bedeuten. Daran ist ja auch die Ryder Cup Europe interessiert. Und im Endeffekt ist unser Standort vor den Toren Berlins und im Herzen Europas wie geschaffen für eine transatlantische Begegnung wie den Ryder Cup.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rahe!


Vier Bewerberplätze, ein Ziel! - Der Ryder Cup 2022

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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3 LESER-KOMMENTARE

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  1. Meier Elisabeth

    Schade, dass so viele Tatsachen immer wieder verdreht werden. Die Finanzierung liegt nicht bei der Rahe Gruppe, sie sollten besser recherchieren.

    Antworten

  2. Heiko Fischer

    Schade. Die wichtigste Frage nicht gestellt. Wie kann es sein, dass ein Platz, der sich eigentlich gar nicht beworben hat, die deutsche Bewerbung trägt? Wie ist das abgelaufen? War der ganze Bewerbungsprozess nicht nur eine Farce und rausgeworfenes Geld?

    Antworten

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