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Hologramm: DGV schlägt „ersatzlose“ Abschaffung vor

29. Okt 2014
Das Hologramm (am linken Bildrand) steht seit Jahren in der Kritik. Wird es beim Verbandstag am 29. November 2014 abgeschafft? (Foto: Golf Post)
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Das Hologramm steht auf der Kippe. Den Clubs liegt ein Antrag vor, der eine „ersatzlose Streichung“ des Hologramms vorsieht.

Am Samstag, 29. November 2014, wird beim großen Verbandstag in Frankfurt/Main über zum Teil weitreichende Neuerungen im Golfsport abgestimmt. Um die Golfclubs über die zur Abstimmung stehenden Antragsentwürfe zu informieren, waren die DGV-Vorderen in den vergangenen Wochen auf einer „Herbst-Info-Tour“ durch sieben Städte unterwegs: Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, München und Stuttgart.

Im Vorfeld haben sich in den vergangenen sechs Monaten drei Arbeitsgruppen Änderungsanträge zu den Themen


  • verbessertes Golfimage
  • gezielte Golfergewinnung und Golferbindung
  • gestärktes Management vor Ort
  • Anpassung von Verbandsservices und -regularien und
  • der Integration nicht clubgebundenen Golfs

entworfen. So auch zum weiteren Vorgehen mit dem Hologramm. Diesem besonders strittigen und emotional diskutierten Thema hat sich Arbeitsgruppe 3 (Regularien etc.) angenommen.

2) „Ersatzlose“ Abschaffung des Hologramms

Das Hologramm, die „freiwillige Ausweiskennzeichung“ der Golfclubs, die in Form eines goldenen oder silbernen Plättchens auf dem DGV-Ausweis die Golfergemeinde in zwei Kategorien aufteilt, soll laut Antrag der Arbeitsgruppe 3 „ab 2016 ersatzlos“ gestrichen werden.

Beim Verbandstag im April 2014 war der Antrag zuletzt abgelehnt worden, das Hologramm ab 2015, also schnellstmöglich, abzuschaffen. Arbeitsgruppe 3 schlägt nun „eine ersatzlose Abschaffung ab 2016“ vor, da einige Clubs ihr Vertriebsmodell auf den Hologrammen aufgebaut haben und diese Clubs Zeit bräuchten, sich umzustellen. Ab der Saison 2016 würden dann jedoch, wenn der Antrag durchgeht, alle DGV-Ausweise ohne Hologramm gedruckt.

Was sich für den Golfer ändern würde

Das Hologramm teilt die Golfer zurzeit in zwei Klassen von Golfern ein. Diese Kategorisierung würde ab 2016 wegfallen. Ggf. fördert die Abschaffung der Hologramme günstigere Mitgliedschaftsmodelle (auch Fernmitgliedschaften), da diese zukünftig nicht mehr als solche ‚erkannt‘ würden… Wenn da nicht der Entwurf zur „flexgolfCard“ wäre, auf den wir am Donnerstag eingehen werden.

Rückmeldung der Clubs

Keine (!) Rückmeldung der anwesenden Clubvertreter zum Antragsentwurf – das ist erstaunlich, nachdem es beim Verbandstag im April eine hitzige Diskussion zu diesem Thema gegeben hatte. Wir deuten die nicht geäußerte Kritik an der Präsentation des Vorschlages als breiten Konsens für den Entwurf.

Allerdings ist das natürlich nur eine regionale Momentaufnahme. In Düsseldorf waren ausschließlich die Clubs des Rheinlandes anwesend. Kontroverser wird das Thema grundsätzlich im Süden Deutschland gesehen und diskutiert – und von denen war in Düsseldorf niemand zugegen. Es bleibt also bis zum Verbandstag am 29. November 2014 spannend, wenn dann auch die Gegner dieses Vorschlages zusammen kommen um über diesen Vorschlag abzustimmen.

Was denken Sie: Sollte das Hologramm abgeschafft werden?

Kritiker monieren, es teile die Golfgemeine in ‚gute‘ und ’schlechte‘ Golfer ein und sende ein falsches Signal an Neuzugänge. Befürworter halten dagegen, dass man billige Mitgliedschaften (z.B. Fernmitgliedschaften) und volle Mitgliedschaften unterscheiden können muss.

Was denken Sie? Sind Sie für eine Abschaffung oder nicht?

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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12 LESER-KOMMENTARE

Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Torben Hermans

    Als ob das Hologramm da einen Unterschied macht … es ist die Einstellungssache der Mitglieder, die geändert werden muss und wie sie sich ggü. ihren Vereinen offenbaren bzw. zu ihnen stehen.

    Antworten

  2. Ludwig Albrecht

    ich glaube nicht , dass das Holligramm entscheidend ist.Wenn sich in den Köpfen, sprich Vorständen in den Vereinen nichts ändert, dann gute Nacht „deutsches Golf“.
    Siehe die Zahlen der Golf-Mitglieder……

    Antworten

  3. ganz klar – weg mit dem Hologramm. Wozu es eine 2 Klassengesellschaft auf dem Ausweis geben muss, versteht außerhalb Deutschlands eh keiner. Innerhalb Deutschlands gibt es diese sowieso – ich z.B. spiele sicher in keinem Club, der im Prinzip keine Greenfeespieler braucht, weil er genug Mitglieder hat. Dieser Club wird mir sowohl was das Greenfee angeht als auch was dei „Eintrittsgebühr“ angeht, zu teuer sein. Die können auch gern unter sich bleiben und tun das wahrscheinlich auch.
    Ich spiele lieber auf einem Platz, den ich mir leisten kann, der gerade in meiner Nähe ist wenn ich Zeit habe und wo ich ein gern gesehener (zahlender) Gast bin.
    In erster Linie wollen wir doch alle gerecht behandelt werden oder?

    Antworten

  4. Hans Schneider

    „Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Es wäre zu schön um wahr zu sein, dass die Herren Funktionäre den „normalen Golfern“ etwas näher kommen.
    Sollen doch die „Nobelclubs“ ihren Zaun etwas höher ziehen und wieder mit Schildern zieren wie früher in England: „No dogs, no women“ , nun: „mir wolle unter uns bleibe“.

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  5. das deutsche vereinswesen ist überholt.
    Golfspielen muss auch ohne vereinsmitgliedschaft zu wirtschaftlich vernünftigen preisen möglich sein.
    Die momentane regelung bevorzugt rentner, die immer zeit haben.
    Die arbeitende bevölkerung hat weinig zeit, will flexibel sein und will sich nicht langfristig festlegen.
    Das ist die zukunft.
    Golf muss sich in die breite öffnen.

    Antworten

  6. Business Golfer Europe

    Das Hologramm sollte definitiv abgeschafft werden. Die Clubs sollten dazu übergehen angebotene Marketingkonzepte (die sie kein Geld kosten) anzunehmen. „Fernmitgliedschaften“ werden immer als negativ betrachtet, die Clubs sollten verstehen das, bei vernünftigen Angeboten, diese ihnen neue „normale“ Mitgliedschaften bringen. Die neuen Golfer Spieler haben auf dieses Weise die Möglichkeit sich einen Club in der Nähe auszusuchen.
    Warum also die Diskriminierung?? Hier sind zu viele althergebrachte, verstaubte Vostandsmeinungen vorhanden welche vernünftige, moderne Mitgliedschaften verhindern.
    Der GDV und die Clubs haben da noch sehr viel Arbeit vor sich.

    LG B. Eckert

    Antworten

  7. Bravo, es gibt doch Hoffnung für Golf in Deutschland.

    Antworten

  8. Ds Hologramm ist doch nicht das Problem, sondern eine Ungleichbehandlung verschiedener Golfergruppen. Die für Greenfee spielenden und die , die mit einer Jahresgebühr in einem Club dort ohne Greenfee spielen dürfen. Das Hologramm soll nun diejenigen die mit einem Jahresbeitrag den eigenen Club finanzieren auch in fremden Clubs besser stellen als diejenigen, die nur für ihre Golfrunde zahlen möchten . Das kann man Ok finden oder nicht. Das Greenfee kommt ja noch aus einer Zeit ,wo es keine VCG oder Fernmitgliedschaften in Deutschland gab , sondern nur klassische Mitgliedschaften in horrender Höhe . Daher die ,von Ausnahmen abgesehen, eher moderaten Greenfeekosten in D . Wenn man sich mal die Mühe machen würde, das Greenfee seines Clubs wirtschaftlich zu berechnen. (Kosten für Platz und Clubhaus ohne Restaurant geteilt durch die Anzahl der gespielten Runden pro Jahr )würde man ganz schön schlucken denn diese Kosten werden in den meisten Clubs nicht für ein Greenfee verlangt. Wenn also keine Bevorzugung mehr für Clubgolfer, dann fairerweise auch eine Anhebung der Greenfeepreise auf ein wirtschaftliches Niveau.
    Dann bitte aber auch keine Greenfeeermäßigungen für benachbarte Golfclubs mehr oder solche Angebote wie Hansegolfcard , Leisurebreaks etc. Alle Golfer sind gleich und jeder zahlt das gleiche Greenfee. Jeder, der dann 10 Runden Golf pro Jahr spielt, hat dann auch seine 1000 Euro für den Golfsport in Deutschland gelöhnt , Alles prima.

    Antworten

  9. Hallo, ich bin auch der Meinung, dass man das Hologramm abschaffen sollte. Die Clubs sollten Ihre Mitglieder binden und neu Mitglieder bekommen nicht durch ein goldenes Hologramm, sondern durch eine gepflegte Anlage, vernünftige Beiträge und ein freundliche Atmosphäre. Dies wird sich dann auch positiv auf Greenfeespieler auswirken (sofern man welche will).

    Antworten

  10. Die Praxis der Hologramme war noch nie nachvollziehbar. Hier werden doch die Golfer bestraft, die eigentlich von den meisten Clubs als liebste Gäste (nämlich Greenfeespieler) angesehen sein müssten. Die weniger Clubs die sich eine so rigerose Politik leisten können/wollen, dürfen doch nicht die Richtung für alle bestimmen. Oder ?

    Antworten

  11. Rainer Tornow

    Na endlich scheint sich etwas in die richtige Richtung zu bewegen. Wenn wir nicht das elitäre Image des Golfsportes wandeln, werden wir alle verlieren (Betreiber, Verband und Spieler).
    Ich spiele seit über 20 Jahren und habe auf allen Kontinenten diesen wundervolle Sport ausgeübt, und immer habe ich fasziniert auf das Miteinander in Neuseeland und Australien der Golfer auf und neben dem Platz geschaut. Es geht wirklich anders als bei uns! Und wenn es keinen Spass macht, wozu das Ganze? Die Freude auf dem Platz sollte nicht abhängig sein von Handicap oder vom Preis des geparkten Fahrzeuges…

    Antworten

  12. Hallo, zu diesem Thema möchte ich mich wie folgt äüßern:
    Meine Golferkariere begann beim VCG, wo ich 5 Jahre war, bis ich in einen nahen
    Golfclub wechselte.
    Damals hatte ich beruflich sehr wenig Zeit, war 1x im Monat zum golfen, wenn überhaupt.
    Mich ärgerte das „Strafgreenfee“ immer besonders, da mein Zeitkontigent begrenzt war,
    ich nur hin und wieder spielen konnte zu verteuertem Greenfee-Preis.
    Der Aufwand, einen Sport zu betreiben, sollte nicht an eine Clubmitgliedschaft gebunden sein, wo sich Preis/Leistung nicht rechnet.
    Diese Entscheidung, sich in einem Verein einzubinden, sollte jeder selbst entscheiden und dafür nicht bestraft werden.
    Die Prosecco-Trinkern in elegantem Outfit (die teils nicht mal richtig spielen können),
    sollen sich Clubs suchen, wo sie beachtet werden.
    Das wäre der erste richtige Schritt in Richtung Volkssport!

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