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Harter Kampf um LPGA-Masters in Augusta

24. Jun 2013
Eine Frau mit einem grünen Jacket und dem Masters-Emblem darauf prangend? "Warum nicht?", sagt Bernhard Langer.
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Augusta ist eigentlich eine Bastion der Männer. Jetzt will auch die LPGA mit ihren Proetten dorthin.

Augusta war lange Zeit ein reiner Männerclub. Frauen durften nur in Begleitung die heiligen Grüns betreten, Mitglieder konnten sie nicht werden. Jahreslang wurde der Club dafür kritisiert und im vergangenen Jahr hat Augusta schließlich zwei weibliche Mitglieder aufgenommen, eine ehemalige Außenministerin von George Bush Jr. und eine Unternehmerin. Doch die Mini-Öffnung hin zur Geschlechtervielfalt auf dem heiligen Rasen bedeutet noch lange nicht, dass den Damen dort Tür und Tor geöffnet wird.

Mike Whan fordert das LPGA-Masters in Augusta. (Foto: Getty)


Jetzt ist etwas passiert, dass den Männern in Augusta wieder die Nackenhaare aufstellt: Kürzlich hat der Chef der LPGA Tour, Mike Whan, medienwirksam ein Damen-Masters in Augusta gefordert. Er frage dort regelmäßig an, bisher gaben sich die Verantwortlichen des Augusta National aber zurückhaltend. Vielleicht finde eine Anfrage über die Medien mehr Aufmerksamkeit.

Masters-Sieger sind für Damen-Turnier

In der Golfwelt ist eine heiße Diskussion entbrannt. Einige ehemalige Masters-Champions sind dafür, andere dagegen. Der deutsche Sieger von 1985 und 1993, Bernhard Langer, ist für die Gleichberechtigung auf dem berühmtesten Platz der Welt: „Warum nicht? Es wäre interessant, die Damen hier spielen zu sehen“, befand er ganz unkompliziert.

Auch Ian Woosnam, Titelträger 1991, spricht sich für ein Damen-Masters in Augusta aus. „Sowohl für den Augusta National als auch für das Damengolf wäre es eine sehr gute Sache.“ Gary Player wird da etwas genauer: „Ich habe mir schon des Öfteren Gedanken über ein Masters der Damen oder auch der Senioren auf der Champions Tour gemacht. Es wäre etwas Besonderes und ein Spiegel der anderen Grand-Slam-Turniere, die ja auch auf der LPGA- und Champions Tour ausgetragen werden.“

Gleichberechtigung im Sport ist hier das Argument für ein Turnier auf dem Augusta National. Es wäre auf jeden Fall ein enormes Plus an Aufmerksamkeit für den Damensport, da „Augusta“ praktisch ein Zauberwort in der Golfwelt ist. Und die Damentour, die stets im Schatten der PGA steht, giert nacht medialer Aufmerksamkeit.

„Zerstört das Prestige“

Die Gegner eines Masters haben dagegen Angst um die Aura des Platzes. „Das Masters, als das wichtigste Turnier des Jahres, würde an Prestige verlieren. Ich habe nichts gegen ein Masters der Damen, allerdings sollte es nicht in Augusta stattfinden“, sperrt sich Billy Caspers gegen den Vorstoß der LPGA-Offiziellen. Das Argument, dass auch andere Plätze, wie der Old Course von St. Andrews, durch die Austragung eines Damen-Turniers nicht an Prestige verloren haben, lassen sie nicht gelten. Augusta ist schließlich einzigartig.

Terminfindung ist ein Problem

Sie haben auch die sachlichen Argumente auf ihrer Seite. Denn schon allein die Terminfindung könnte ein echtes Problem werden, wenn doch ein Damen-Masters in Augusta stattfinden soll. Der Club ist nur von Oktober bis Mai geöffnet. Das Herren-Masters findet im April statt. Vorher könnten die Damen also kaum spielen, da der Platz vorbereitet werden muss. Danach wäre es schwierig, da dann der Status des Herren-Turniers verringert würde. Im Oktober wird es wiederum eng, da dann gleichzeitig die Football- und Baseball-Saison läuft.

Außerdem ist fraglich, ob die Mitglieder des Augusta Clubs, allesamt schwerreich und sehr konservativ, noch eine weitere ihrer wenigen Öffnungswochen abgeben würden.

Mike Whan bleibt hartnäckig

LPGA-Chef Whan, der seit seinem Amtsantritt 2010 viel für die Tour erreicht hat, ist selbst nicht allzu optimistisch, dass die Damen in nächster Zeit auf dem Augusta National aufteen können. Dennoch gibt er nicht auf und wird weiter nachfragen. „Ich kenne keinen Golf-Liebhaber, der Augusta National nicht als vielleicht beste Golf-Plattform auf der Welt ansieht. (…) Würde ich die besten Golferinnen der Welt gerne auf dieser Bühne sehen? Natürlich!“ Vielleicht hat er irgendwann Erfolg mit seinem Werben. Fraglich ist nur, wann.

Augusta National – Jedes Loch eine Attraktion


Der Augusta National Golf Club

Annika Krempel

Annika Krempel - Freie Autorin für Golf Post

hat sich ganz frisch mit dem Golf-Fieber infiziert und als 14.093. Freundin "Gefällt mir" zu Golf Post gesagt. Um sich in der Redaktion den nötigen Respekt zu verschaffen, wird eifrig am Abschlag gefeilt. Sie finden mich auch unter Google+
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Es würde dem Damengolf mehr als gut tun und auch für die Medien wäre ey ein goldener Fressnapf.
    Ich drücke den Damen die Daumen, das ey doch noch klappt.

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