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Wie wird Golf in Zukunft aussehen? „Hack Golf“ sucht nach neuen Ideen

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29. Jan 2014
Quo vadis, Golf? Hackgolf.org ist ein Projekt, dass die zukunft des Golfsports gestalten soll. (Foto: Getty)
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„Hack Golf“ heißt die Initiative aus den USA, die Golf neu erfinden will. Ihre Ideen reichen von größeren Löchern bis zu „Ehefrauen-Specials.“

Größere Löcher, fehlerverzeihende Leihschläger für Einsteiger, andere Spielregeln, Ehefrauen-Specials: Wie kann Golf auch in hundert Jahren noch attraktiv sein? – Das fragt sich der CEO von TaylorMade, Mark King. Um Antworten zu finden, hat er die Initiative „Hack Golf“ gegründet.

„Hack Golf ist eine Pionieraktion, die zum Ziel hat, Golf für alle spaßiger zu machen. Die Prämisse: Wir müssen dem Golfspiel neues Leben einhauchen, damit es auch im 21. Jahrhundert noch wächst und gedeiht“, schreibt Mark King über seine Initiative auf dem eigens eingerichteten Blog unter hackgolf.org. Hier ruft er andere Golfer dazu auf, Ideen zu liefern, konstruktive Gedanken zu spenden, sich zum Thema zu äußern.


Hintergrund sind Zahlen, die die National Golf Foundation (NGF) in den USA präsentiert hat: Demnach haben sich in den USA in den vergangenen zehn Jahren rund fünf Millionen Golfer vom Golfsport abgewandt. Insgesamt verringerte sich die Zahl der „Core Golfer“, also Spieler die mindestens acht Runden pro Jahr spielen, um 25 Prozent. Alarmierende Werte, deren Entwicklung auch gewisse Parallelen auf der anderen Seite des großen Teiches hat. Dass der große Boom vergangener Tage längst vorbei ist, ist offensichtlich. Und aus allen Ecken des Sports hagelt es Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Forderungen. Leider viel zu selten finden sich konstruktive Ansätze darunter. Deshalb hat King seinen Blog gegründet, mit dem er nun alle Golfer erreichen will.

Jeder soll sich einbringen, um die Zukunft von Golf zu gestalten

„Wie können wir es schaffen, dass Golf jedem Spaß bereitet?“ Das Motto des Projekts packt das Problem am Schopf. Golf wird sich nur dann im stetig wachsenden Markt der freizeitlichen Gestaltungsmöglichkeiten behaupten können, wenn es Spannung bietet und Spaß macht. Andersherum gefragt: Was sind die Dinge, die den Spaß beim Golfen hemmen? Jeder kann sich bei Hack Golf beteiligen (nach einer Registrierung), seine Antwort geben, konstruktive Vorschläge zur Verbesserung machen und sich an der Diskussion um die Zukunft des Sportes beteiligen, den „wir alle lieben“, schreibt King und macht das Projekt somit zur Angelegenheit für alle Golfer.

King selbst geht mit gutem Beispiel voran. Er schreibt, am meisten frustriere ihn das „langsame, steife, unbeständige Tempo des Spiels“. Sein Vorschlag: Größere Löcher. Etwa die Hälfte der Zeit, die ein Golfspieler auf der Runde braucht, verbringe er rund ums und auf dem Grün – zuviel, findet King. Größere Löcher seien daher besonders für Einsteiger und Kinder eine Möglichkeit, das Spiel schneller und dadurch attraktiver zu machen.

Auch Chris Piniarski bemängelt die Schwierigkeit des Spiels, sieht das Problem aber eher beim Equipment. Es sei „absurd zu denken, dass wir Freizeitgolfer an die gleichen Beschränkungen gekoppelt sein sollten wie Spieler, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen.“ Auf Hack Golf lassen sich bereits einige interessante, und sicherlich auch diskussionswürdige, Ansätze finden, die die Zukunftsperspektive für den Golfsport erweitern.

Hack Golf – ein übertragbares Konzept

Vorgestellt wurde dieses Konzept von Hack Golf auf der PGA Merchandise Show in Orlando, Florida. Demzufolge ist die Webseite auch auf englisch und primär auf den amerikanischen Markt ausgelegt. Die Idee allerdings wäre ohne Weiteres auch auf den europäischen oder deutschen Markt übertragbar.

Es handelt sich um eine Community, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Golfsport in ein neues Jahrhundert zu führen. Ob das unter der Schirmherrschaft eines der global führenden Golfunternehmen sein muss, sei einmal dahingestellt. Wenn TaylorMade aber, wie Firmenchef Mark King ausführt, in den kommenden Jahren fünf Millionen Dollar in das Experimentieren mit erfolgsversprechenden Konzepten investiert, hätte ein Zusammenschluss von Golfern, Funktionären und Industrie die Chance, wirklich einmal fruchtbare Ergebnisse hervorzubringen.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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