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Fabian Bünker
PGA Coach und Trainingsexperte bei Golf Post

Fabian Bünker ist als PGA-Professional mit DOSB-Lizenz sportlicher Leiter im Club zur Vahr und betreut die Mannschaftsspieler im Training und beim Wettkampf. Als Amateur war er fünf Jahre lang Mitglied der DGV-Nationalmannschaft. Auf seinem Blog „Up & Down“ stellt er seine Tipps und Tricks für Ihr Golftraining zur Verfügung. Als Experte für Kindergolf bloggt er auf „Golfmaniacs“ über Kindergolf und gibt Tipps für die richtige Ausrüstung.

Die Ballreihe – So trainieren Sie die Längenkontrolle im langen Spiel

Alles Zielen hilft nicht, wenn man die Länge nicht kontrollieren kann. Der Winter eignet sich perfekt, um das in den Griff zu bekommen.

15. Nov 2017
Ballreihen auf der Driving Range helfen beim Training der Längenkontrolle. (Foto: Getty)


Wenn Sie wirklich das Golf Ihrer Träume spielen möchten, dann müssen Sie wissen, wie weit Sie zum Beispiel ein Eisen 7 carry schlagen. Nur dann sind Sie in der Lage, Ihr Golfspiel auch wirklich zu kontrollieren. Daher möchte ich Ihnen eine Übung vorstellen, mit der Sie die Längenkontrolle für Ihr Golfspiel auf der Range üben können.

Gleichzeitig werden Sie merken, dass sich dieses Training sehr abwechslungsreich gestaltet und eine Menge Spaß macht. Das tolle daran ist, dass jeder Golfer, egal welcher Spielstärke, sie durchführen kann. Die Wiederholbarkeit mit einem Schläger oder Ihrem gesamten Schlägersatz wird geübt. Wobei Sie Ihren Platz auf der Range nicht verlassen müssen, da das Ziel und die Richtung nach jedem Schlag verändert werden.

Aufbau der Übung

Alles, was Sie brauchen sind eine Menge Bälle, eine Driving Range und zwei Ziele, die auf einer Höhe liegen. Diese beiden Ziele können beliebig weit voneinander entfernt sein, sollten aber auf einer ebenen Fläche sichtbar sein. Zu Beginn wäre es gut, wenn Sie sich Ziele suchen, die nicht weiter als 50 Meter auseinander liegen. In meinem Beispiel ist es ein Ziel bei 100 Metern am linken Rand der Range und einem am rechten Rand der Range. Jetzt müssen Sie sich eine imaginäre Linie zwischen diesen beiden Punkten vorstellen, die Sie mit jedem Schlag treffen wollen.

Der erste Ball wird so nah wie möglich an das linke Ziel bei 100 Metern gespielt. Jetzt müssen Sie sich den Punkt merken, an dem der Ball aufgekommen ist. Das ist der Referenzpunkt für die carry-Fluglänge Ihrer nächsten Schläge. Der nächste Ball soll jetzt in etwa auf gleicher Höhe wie der vorherige aufkommen, nur ein Stück weiter rechts, der nächste Ball wieder etwas weiter rechts. Bis der letzte Ball so nah wie möglich an dem gewählten Ziel am rechten Rand der Range landet und Sie eine Ballreihe von links nach rechts geschlagen haben. Die Bälle sollten dann wie an einer Schnur gezogen nebeneinanderliegen.

Fliegt ein Ball in diesem Beispiel weiter nach links als der vorherige Ball oder ist deutlich kürzer oder länger als die Referenzlinie, so müssen Sie von vorne beginnen. Etwas Fehlerspielraum sollten Sie sich aber geben. Diesen Spielraum müssen Sie selber für sich festlegen. Zu Beginn sollten Sie etwas großzügiger mit sich sein. Nach und nach können Sie Ihren Spielraum immer mehr einengen. Zählen Sie die Bälle, die Sie in eine Reihe spielen und versuchen Sie beim nächsten Mal mehr Bälle auf dieselbe Länge in eine Ballreihe zu schlagen. Am besten dokumentieren Sie dies auch, um Ihren Fortschritt zu sehen und somit an Selbstvertrauen zu gewinnen.

Golftraining: Ballreihen im kurzen Spiel

Ich weiß, dass es relativ schwierig sein kann, genau zu sehen, wo der Ball nun gelandet ist. Hügel, Gras und andere Dinge können die Sicht beeinträchtigen. Verlassen Sie sich dann einfach auf Ihr Gefühl. Wie gut haben Sie den Ball getroffen? Wie weit könnte er geflogen sein?

Einfacher ist diese Übung natürlich im Bereich des kurzen Spiels. Zum Beispiel beim Chippen oder Pitchen. In der Regel sind Sie in diesen Bereichen sehr nah an dem Landepunkt des Balles dran und können somit sicherer feststellen, ob der Ball in die Reihe passt oder aus der Reihe tanzt.

Variationen auf der Driving Range

Natürlich können Sie diese Übung in allen möglichen Formen variieren.

Zum Beispiel können Sie auf einer Linie von lang nach kurz (oder umgekehrt) spielen. Dabei suchen Sie sich zwei Ziele auf einer Linie und versuchen möglichst viele Bälle auf diese Linie zu spielen. Sollte ein Ball weiter (oder kürzer) als der vorherige Ball fliegen oder weit außerhalb Ihres vorab festgelegten Fehlerspielraumes landen, müssen Sie von vorne beginnen, bis Sie die Reihe einmal von Ziel zu Ziel durchgespielt haben. Auch in diesem Fall sollten Sie Ihr Training dokumentieren.

Sie können total kreativ werden und sich auf der Range richtig „austoben“. Spielen Sie diagonal über die Range, von links nach rechts, oder einmal im Eck um die ganze Range. Das tolle an diesen Variationen ist, dass Sie jetzt neben dem Ziel und der Ausrichtung auch den Schläger wechseln. Sie trainieren also so, wie Sie auf dem Platz spielen.

Egal, was Sie machen: Diese Übung wird Ihr Training verändern. Sie werden konzentrierter sein, mehr Spaß haben und in einem kleinen Wettkampf gegen sich stehen! Und am Ende werden Sie merken, dass Sie auf dem Platz genauer spielen. Und genau das wollen Sie doch, oder? Den Ball häufiger in das von Ihnen vorher festgelegte Ziel schlagen.

Jetzt aber ab auf die Driving Range, einen Eimer Bälle kaufen und loslegen! Ich bin auf Ihre Kommentare zu dem Training und Ihre Rekorde an Ballreihen gespannt!

Viel Spaß beim Training!
Ihr Fabian

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