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Unendliche Weiten? Studie zur Schlagweite im Profi-Golf

09. Jun 2016
Hau weg das Ding! - Wie entwickeln sich die Schlagweite der Profis? (Foto: Getty)
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Es scheint keine Grenzen mehr für Longhitter zu geben. Eine Studie bringt Licht ins Dunkel der Schlagweite und zeigt, wie weit Profis tatsächlich schlagen.

Die Profis scheinen die Bälle weiter und weiter über den Platz zu fegen. In Augusta wird sogar ein Umbau des 13. Lochs geplant, um es an die Schlagweiten von Bubba Watson und Co. anzupassen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der USGA und der R&A zeigt nun, dass die Längen der Pros nicht so stark gestiegen sind, wie es allgemein wahrgenommen wird.

Eine Untersuchung der Schlagweiten zwischen 2003 und 2015 auf sieben professionellen Touren zeigt, dass die Schlagdistanz durchschnittlich um nur ein Prozent pro Jahr auf der PGA Tour, der European Tour, der Web.com Tour und der Champions Tour angestiegen ist. Das sind ungefähr 18 Zentimeter. Auf der LPGA Tour, der Ladies European Tour und der Japan Golf Tour verringerte sich die Schlagweite im gleichen Zeitraum um etwa ein Prozent.


Wie wird die Schlagweite gemessen?

Erhoben werden die Daten an zwei Löchern in jedem Turnier. Dabei wird die Länge des Abschlags vom Tee bis zum Ruheplatz des Balls gemessen, unabhängig davon, ob der Ball auf dem Fairway, im Rough oder im Bunker landet. 94 Prozent der PGA-Tour-Spieler und 97 Prozent der European-Tour-Spieler nutzen einen Driver an den gemessenen Löchern, wodurch die Ergebnisse vergleichbar werden.

Auch das Längenverhältnis der Spieler untereinander ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren annähernd gleich geblieben. Die zehn Spieler mit der weitesten Länge schlagen sieben Prozent weiter als der Durchschnitt, die zehn Spieler mit dem kürzesten Abschlag schlagen sechs Prozent kürzer als der Durchschnitt. Auf der PGA Tour, für die auch Schlägerkopfgeschwindigkeit, Abschlagswinkel, Ballgeschwindigkeit und Backspin des Balls zeigen sich dort keine großen Veränderungen.

Eine Frage des Equipments

Die Studie wurde gemeinsam von USGA und der R&A in Auftrag gegeben, um die Entwicklung der Schlagweite genauer beobachten und gegebenenfalls durch Absprache mit den Equipmentherstellern und neue Regularien einschreiten zu können. „Die einfachste Lösung ist, den verdammten Golfball zu ändern. Die fliegen einfach zu weit“, sagte Jack Nicklaus beim diesjährigen Masters. Diese Abbildung aus der Studie zeigt, dass mit der Einführung neuer Bälle zwischen 2000 und 2003 die Schlagdistanzen in der Tat große Sprünge gemacht haben. Seitdem blieb die Entwicklung jedoch stabil und steigt nur noch langsam an:

Durchschnittliche Schlagdistanz, bedeutende Innovationen sind eingezeichnet. (Quelle: USGA)

Durchschnittliche Schlagdistanz, bedeutende Innovationen sind eingezeichnet. (Quelle: USGA)

Einzelne Schwankungen in den Daten sind nicht ungewöhnlich. Dreieinhalb Meter und mehr kann die Schlagdistanz von Saison zu Saison variieren. So gab es auf der Web.com Tour 2015 61 Spieler, die eine Weite über 274 Meter erreichten – das wird sich natürlich auch in den PGA-Tour-Daten der nächsten Jahre niederschlagen, wenn die Longhitter sich die Tourkarte erspielen.

Bis hier hin und nicht weiter

Für die USGA und die R&A bedeutet das momentan aber keinen Grund zur Sorge. Die Studie wird jedoch weitergeführt, um die Entwicklung im Blick zu haben. „Wenn wir 30 Zentimeter mehr im Jahr haben, über 20 Jahre, dann reden wir über mehr als sechs Meter und früher oder später summiert sich das und könnte möglicherweise schädlich sein“, sagte John Spitzer, der geschäftsführende Direktor für Equipment Standards bei der USGA. Deutlich weitere Schläge sind von der USGA und der R&A nicht erwünscht. Dann sähen sich beide Organisationen gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen und möglicherweise das Equipment zu regulieren. Das soll aber möglichst vermieden werden, um ein einheitliches Regelwerk im Amateur- und Profisport beizubehalten.

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Alexandra Caspers

Alexandra Caspers - Freie Autorin bei Golf Post

Als sich ihre Familie und ihr Bekanntenkreis nach und nach mit Golffieber infizierte, gab es für Alexandra auf lange Sicht kein Entkommen. Jetzt taucht sie neben ihrem Germanistik-Studium selbst in die Welt des Golfsports ein.

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