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Tutti bene im verträumten Südosten Sardiniens

Golf Post Reisereporter Jürgen Linnenbürger hat auf Sardinien Tanka Golf erkundet, ein Geheimtipp unter den Golfplätzen Europas mit fantastischem Blick aufs Meer.

Wie in der Karibik: Villasimius im Südosten Sardiniens. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Denkt man an Sardinien, kommt den meisten die Costa Smeralda mit ihrem smaragdgrünen Meer, Aga Khan und die High Society in den Sinn. Doch wer kennt schon die ruhige Gegend um Villasimius im Südosten der Insel, deren Strände jeden Vergleich mit denen der Karibik standhalten? Und die über einen Golfplatz verfügt, der noch zu den Geheimtipps in Europa zählt.

Auf dem Hin- oder Rückweg sollte man sich für die Küstenstraße von Cagliari nach Villasimius entscheiden. Die Blicke auf die wilde Küste und die weißen Sandstrände lohnen sich. Wer es eilig hat, kann die Strecke über die gut ausgebaute Schnellstraße nehmen.

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

Der kleine Ort Villasimius, ca. 60 km östlich von Cagliari, hat weniger als 3.000 Einwohner. Er wurde 1812 gegründet und weist noch etliche Turmreste und Teile von Befestigungsanlagen auf. Heute zählt er, insbesondere bei Italienern, zu den beliebtesten in dieser Region. In den netten Cafés, Restaurants und Bars links und rechts der Hauptstraße trifft man auf die typische sardische Lebensweise.

Golfen vor beeindruckender Szenerie

Der Golfplatz Tanka Golf wurde 2006 gegründet. 2007 wurde er von dem Magazin "The World of Golf" zum besten neuen Platz Italiens ausgezeichnet. Er liegt hoch über dem Meer und bietet faszinierende Ausblicke über den Platz bis hin zum Meer.



Es ist ein Par 70 Kurs mit einer Länge von 5.418 Metern. Seine 18 Löcher verlaufen durch das teilweise extrem hügelige Gelände. Sie bieten alles, was das Golferherz begehrt. Aufgrund seiner besonderen Topographie und der platzspezifischen Herausforderungen beträgt sein Slope 140. Der CR-Wert ist 71,5. Er verfügt über vier Par 5- und sechs Par 3-Löcher. Ein Elektrocart ist zu empfehlen.

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

Das Clublogo beinhaltet ein Gebäude, das aus einer Zeit weit vor Christi stammt. Diese kegelförmige Steinhäuser, genannt Nuraghen, sind die typisch die Insel. Entstanden sind sie zwischen 1800 und 535 vor Christi. Die Nuraghe von Is Traias ist nur einen Steinwurf entfernt. Die größte und besterhaltene Anlage ihrer Art "Su Naraxi" befindet sich im Landesinneren bei Barumini. Sie bietet einen hervorragenden Einblick in die Lebensweise dieser antiken Kultur. Von Villasimius ist sie gut 1,5 Stunden entfernt.

Tanka Golf auf Sardinien: Ein Geheimtipp

Richard, der äußerst sympathische Club-Manager mit britisch-sardischen Wurzeln, erklärt, dass der Platz im Besitz eines Versicherungskonsortiums ist. Derzeit hat er 50 Mitglieder. Die meisten Greenfee-Spieler kommen aus Deutschland und Österreich. 2017 hat Richard die Verantwortung für den Platz übernommen und ihn renovieren lassen. Heute sind die mit Bermudagras bepflanzten Fairways in einem gutem Zustand, die Grüns sind sehr gepflegt.



Dies sicherzustellen, ist für das Greenkeeper-Team eine echte Herausforderung. Die Gegend um Villasimius ist die sonnenreichste und trockenste ganz Italiens. Der Bewässerung kommt somit eine besondere Bedeutung zu. Bei den gerade stattgefunden Italian Open wurde Tanka Golf mit einem Preis für die besonders umweltbewusste Bewässerung ausgezeichnet. Den insgesamt sechs Teichen wird neben dem wenigen Regenwasser das Brauchwasser der Hotels zugeführt, mit dem dann die Fairways bewässert werden.

Auf den ersten neun Löchern sind die Fairways zum Teil recht schmal. Sie grenzen häufig an Felsen, Büsche und Bäume der für die Region typischen Pflanzenformation Macchie. Schon auf der Eins sollte man sich überlegen, ob man den Driver ins Spiel bringt. Es ist ein Par-4, bei dem der Abschlag nicht viel Abweichung nach links oder rechts zulässt. Dies geht auf den nächsten Löchern so weiter, bei denen es zusätzlich noch ständig bergauf und -ab geht. Immer wieder kann man die faszinierende Aussicht genießen.

Die Back Nine spielt sich entspannter und kann das Ergebnis der Front Nine korrigieren. Ab der Zwölf öffnen sich die Fairways und der Driver kann sich insbesondere bei den drei Par 5-Löchern auf seinen Einsatz freuen. Das Signature Hole ist die 15: ein Par 3 mit einer Länge von 120 Metern und einem Höhenunterschied von ca. 40 Metern. Vom Abschlag genießt man den sensationellen Ausblick über den Platz bis auf das in der Ferne liegende Thyrinnische Meer. Das Grün ist mit einem Pitching Wedge problemlos anzuspielen, so dass ein Par oder Birdie möglich sind.

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

(Foto: Jürgen Linnenbürger)





Die 18 hat es mit ihrem Dog Leg noch einmal in sich. Sie erfordert einen präzisen Drive durch eine schmale Gasse tief bergab. Auf der linken Seite warten dichte Büsche, in denen Hunderte von Bällen liegen müssen. Der See auf der rechten Seite zieht die Abschläge ebenfalls magisch an. Trifft man die Landezone, kann man mit dem zweiten Schlag das Grün erreichen und die Runde mit einem Par beenden.

Das Spielen des Platzes macht, auch wegen seiner Herausforderungen, große Freude. Je häufiger man ihn spielt, umso besser wird man mit ihm klar kommen. Startzeiten benötigt man nicht, da sich der Golf-Tourismus in diesem Teil Sardiniens zur Zeit noch in Grenzen hält. Der Platz hat eine mit einer Holzkonstruktion überdachte Driving Range mit acht Plätzen. Insbesondere im Sommer ist das Training von diesen angenehmer als von denen übrigen, die im Freien liegen. Es gibt ein kleines Office, in dem man das Greenfee (50 bis 90 Euro) lösen und Schläger leihen kann. Das Elektrocart kostet je nach Jahreszeit 20 bis 40 Euro für zwei Personen. Richard bietet außerdem diverse Packages an.

Eine Albergo mit Tradition und Flair

Da der Platz über kein Clubhaus verfügt, nimmt man die Drinks nach der Runde am besten in einem der Hotels ein. Diese liegen nur fünf bis zehn Minuten entfernt und bieten Golfern ein 15 Prozent ermäßigtes Greenfee.

Empfehlenswert ist das 4-Sterne Hotel Stella Maris, das direkt am Meer liegt und von Wald umgeben ist. Das ehemalige Jesuiten-Kloster verfügt über 53 geschmackvolle Zimmer, die alle mit einem Balkon ausgestattet sind. In dem terrassenförmig angelegten, sehr gepflegten Garten blühen verschiedene Blumen- und Pflanzenarten. Etliche Liegen und Sitzmöbel bieten die Möglichkeit zum Sonnen und Speisen unter großen Sonnenschirmen. Die Oleander- und Wacholderbäume, die Kiefern und riesigen Kokospalmen runden das Ganze perfekt ab. Im Pool-Bereich mit dem kleinem Wasserfall befinden sich einige Cabanas, in denen man wunderbar relaxen kann. Die im Hotel ausgestellten Kunstobjekte und kunstgewerblichen Gegenstände verleihen ihm eine sehr individuelle Note.

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

Der Service ist aufmerksam und das Essen großartig. Auf das täglich wechselnde 4-Gang-Menü kann man sich bereits nach dem umfangreichen Frühstücksbuffet freuen. Beides wird auf der Terrasse serviert, von der man einen tollen Blick durch den Garten auf das türkisfarbene Meer genießt. Allein schon am Vorspeisen-Buffet mit Meeresfrüchten könnte man sich satt essen. Mehrmals in der Woche treten im Garten Künstler live auf einer kleinen Bühne auf und lassen den Tag angenehm ausklingen.

Die Strände: fantastico

Durch den Garten erreicht man den unmittelbar angrenzenden, großartigen Strand. Der Abschnitt des öffentlichen Strandes Campulongu vor dem Hotel ist ausschließlich den Hotelgästen vorbehalten. Diese können kostenfrei in zwei Reihen Sonnenschirme und -liegen sowie große Badetücher nutzen. Oder sich bei den wenigen Strandverkäuferinnen neu einkleiden.

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

(Foto: Jürgen Linnenbürger)

Dieser Teil Sardiniens bietet ein wunderbares Klima mit einer traumhaften, abwechslungsreichen Landschaft. Tanka Golf beschreibt die Region als Polynesien des Mittelmeerraumes. Der Platz trägt zu der Attraktivität dieser Destination bei und stellt eine interessante Alternative zu anderen Golf-Zielen im Süden Europas dar. Er wird aufgrund seiner Herausforderungen auch bei mehrmaligem Spielen nicht langweilig. Die kurze Anreise mit Direktflügen nach Cagliari ist ein weiteres Plus.

Wer einen entschleunigten Urlaub in einer Gegend mit insgesamt sechs verschiedenen Stränden in der Nähe und Golfen auf einem herausfordernden Platz sucht, ist in Villasimius bestens aufgehoben. Und wer dazu gern gepflegt und gut italienisch isst, bucht am besten sofort. Die besseren Hotels sind über die gesamte Saison schon früh ausgebucht.

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Wieso kann ich diesen Artikel nicht auf FB teilen/posten? Tanka ist mein Hausplatz, wunderschön zu spielen und Richard ist eine Wucht!

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