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Golfen in der Normandie: Die drei kulinarischen C und das große G

Cidre, Calvados, Camembert und ein großartiges Golfangebot warten im "Garten am Meer". Jürgen Linnenbürger hat die Normandie erkundet.

Reisebericht Golfreise Frankreich Normandie
Ein Golfurlaub in der Normandie lohnt sich in vielerlei Hinsicht. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Die Normandie hat eine etwa 700 Kilometer lange Küste. Der Einfluss des Golfstroms und das milde Klima tragen dazu bei, dass in deren Hinterland eine großartige Flora gedeihen kann. Deshalb trägt sie auch die Bezeichnung "Garten am Meer".

Die drei kulinarischen C der Normandie

Etwa zehn Millionen Apfelbäume tauchen die Normandie im April und Mai in ein weißes Blütenmeer. Im Herbst werden dann die reifen Äpfel geerntet. Circa 60 Prozent werden zu Cidre, dem leichten Sommerwein, verarbeitet. Sein Aroma resultiert aus der Größe der Frucht: je kleiner, desto intensiver. Das Herstellen des Calvados dauert einige Jahre. Die Basis für ihn bildet der Cidre, der in hölzernen Fässern reift. Der bernsteinfarbene, hochprozentige Calavados (40 bis 45 Prozent) erfreut sich weltweiter Beliebtheit. Seinen Namen hat er von dem gleichnamigen Département. Nur derjenige Schnaps darf sich so nennen, der in einem der insgesamt elf festgelegen Gebiete der Normandie gebrannt wird.

Reisebericht Golfreise Frankreich Normandie

In voller Blüte sind die normannischen Apfelbäume eine wahre Augenweide. (Foto: Rémie Hondier)

Das dritte "C", für das die normannische Küche bekannt ist, steht für den Camembert. Was für den Calvados gilt, trifft auch auf den nussig schmeckenden Rohmilchkäse zu. Nur derjenige, der hier hergestellt wird, darf die Bezeichnung "Camembert de Normandie AOC" tragen. Doch auch weitere aus dieser Region stammende, bekannte Käsesorten werden ebenso geschätzt wie die Butter und Sahne, Milch und Wurst sowie das Fleisch von Salzlämmern, Rindern und Schweinen. Und natürlich auch die Meeresfrüchte von der naheliegenden Küste. Die Austern und Jakobsmuscheln begeistern nicht nur unsere Nachbarn.

Dieser Teil Frankreichs verwöhnt aber nicht nur den Gaumen. Er hat weitaus mehr zu bieten. So zum Beispiel die circa 60 edlen Landschlösser und Herrenhäuser mit ihren wunderschönen Gärten und Parks. Einige sind noch ein Geheimtipp, wie die "Jardins du Château du Champ de Bataille" in Le Neubourg. Der Ort liegt etwa auf halber Strecke zwischen Paris und der Küste. Die Statuen, Brunnen, Säulen und prächtig geschnittenen Hecken des weiten Parks sind schon allein einen Besuch wert. Unter Frankreichs schönsten Parks nimmt er eine Top-Position ein.



Das Schloss steht dem Garten in nichts nach. Erbaut wurde es Mitte des 17. Jahrhunderts. Nachdem der Schlossherr hoch verschuldet starb, verfiel es. Der Star-Innenarchiktekt und Antiquitätensammler Jacques Garcia hat es 1992 gekauft und seitdem umfassend renoviert. Jedes Stück hat er selbst erworben.

Ungestörtes Golfen in absoluter Ruhe

Gleich nebenan befindet sich der großartige Parkland-Golfplatz Golf du Champ de Bataille. Er zählt zu den schönsten Plätzen in ganz Frankreich. Einen besonderen opti-schen Reiz hat er im späten Frühjahr zur Blüte des Rhododendrons. Das satte Grün der Fairways wird dann durch die prächtigen Farben der angrenzenden Sträucher bereichert. Doch auch andere Pflanzen findet man hier zahlreich. Anders als es die Übersetzung seines Namens vermuten lässt, handelt es sich nicht ein Schlachtfeld. Ganz im Gegenteil. Es ist ein 18 Loch-, Par 72-Platz mit einer Länge von 5.615 Metern von den gelben und 4.465 Metern von den roten Abschlägen. Eröffnet wurde er 1988. Mitten im Wald befindet er sich in absoluter Ruhe.

Golf du Champ du Bataille. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Golf du Champ du Bataille. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Diese wird lediglich durch das Zwitschern der Vögel unterbrochen. Mit etwas Glück kann man Hirsche und Rehe beobachten. Er ist sehr gepflegt, seine Bahnen sind äußerst abwechslungsreich. Die Fairways sind von hohen Bäumen umgeben und teilweise recht eng. In der Normandie weist er mit 139 von den weißen Abschlägen den höchsten Slope auf. Er ist sportlich sehr anspruchsvoll. Strategisches Spiel ist zu empfehlen. Berücksichtigt man dies, wird einem dieser großartige Platz viel Freude bereiten. Bei einem Besuch der Normandie ist er ein absolutes Must-Play. Auch das sportlich-elegante Clubhaus lädt zum Verweilen nach der Runde ein. Seine Gastronomie ist vom Feinsten.



Von hier aus ist es nur noch gut eine Stunde mit dem Pkw bis ans Meer, an die Côte Fleurie. Einer der bekanntesten Orte der Blumenküste ist das mondäne Seebad Deauville mit seinen typischen, traditionellen Hotelpalästen und einem Kasino. Vor gut 150 Jahren wurde es gegründet. Es sollte der Oberklasse in Paris als zweite Hauptstadt dienen. Heute genießt es weiterhin weltweites Renommée. Bekannt ist es auch für das Festival des amerikanischen Films. Seit 1975 wird es jedes Jahr hier ausgerichtet.

Die bunten Sonnenschirme am Strand sind charakteristisch für den Ort. Auch sein Hippodrom und die seit 1864 hier stattfindenden Pferderennen. Doch sie sind nicht nur Aushängeschilder dieses Seebades. Die Normandie gilt mit unzähligen Rennbahnen als Pferderegion Nummer eins in Frankreich.

Der Strand von Deauville. (Foto: Maeggie McNulty)

Der Strand von Deauville. (Foto: Maeggie McNulty)

Idealer Ausgangspunkt zur Erkundung der Golfregion Normandie

Übernachten kann man bestens im 4-Sterne Hôtel Barrière L’Hôtel du Golf Deauville im Anglo-Normannischen Stil. Typisch hierfür sind die Fachwerkfassade, die steilen Dächer und die roten Tonziegel. Es stammt aus der Zeit der Belle Époque und wurde in den letzten Jahren umfangreich renoviert. Es gehört zur Barrière-Kette. Dies ist die einzige Hotel-Gruppe in Frankreich, die in Familienbesitz und führend im Betreiben von Kasinos ist.





Nur circa vier Kilometer vom Zentrum entfernt, ist es eine Oase der Ruhe. Es bietet sich als Ausgangspunkt zur Erkundung der normannischen Golfregion an. Am Hang des Mont Canisy liegend ist es umgeben von Wäldern. Auf einem 70 Hektar großen Areal befindet es sich inmitten des gleichnamigen Golfplatzes. Die 170 Zimmer und Suiten haben Chic und wie das gesamte Hotel eine dezente, elegante Atmosphäre. Teilweise schaut man von ihnen direkt auf den Platz. Sie sind ebenso komfortabel wie die Bäder. Die Regendusche ist in der Badewanne integriert.

Riesige Skulpturen von Äpfeln und Pferden zieren seine einladende Lobby. Das Gastronomie-Angebot ist hervorragend. Man speist entweder im gegenüber liegenden Club House mit seiner großen Terrasse oder im eleganten, zeitgenössischen Restaurant Le Lassay. Hier wird eine gehobene, geschmackvolle regionale Küche serviert. Durch seine raumhohen Fenster hat man einen großartigen Blick bis auf die in der Ferne liegende Bucht und das Meer und die sehr gemütliche Bar drängt sich für einen Absacker geradezu auf.

Lobby des Hôtel le Barrière. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Lobby des Hôtel le Barrière. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Das Hotel verfügt über ein exklusives Spa, eine Sauna, ein Dampfbad und einen Fitness-Raum. Um den beheizten Außenpool im ruhigen Garten laden Liegen zum Sonnenbaden ein. Der Service ist im gesamten Haus dezent und sehr aufmerksam.

Der Golfplatz zählt mit zu den schönsten Frankreichs. 1929 wurde er als New Golf Course gegründet. Es ist ein echter Championship-Platz, auf dem 1931 und 1956 die Open de France stattgefunden haben. Entworfen haben ihn die Architekten Tom Simpson und Der Parkland-Kurs ist leicht hügelig und von alten Bäumen umgeben. Auffällig sind seine zahlreichen Bunker. Die Abschläge einiger Bahnen auf einem der 9-Loch-Kurse werden derzeit neu gestaltet. Dessen Bunker sollen einen neuen, feineren Sand erhalten.

Hotel und Golfplatz Le Barrière. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Hotel und Golfplatz Le Barrière. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Golf Pass Normandy: Ein Angebot "exceptionelle"

Er ist einer von mehr als 30 Golfplätzen in der Normandie, der im Rahmen des brandaktuellen Angebots online gebucht werden kann. Die Ersparnis ist eine 15-prozentige Vergünstigung gegenüber des üblichen Greenfees. Oder man bucht den Golf Pass, der 20 Golfplätze einschließt.

Weitere bekannte Plätze sind in einer Stunde von Deauville zu erreichen und lohnen einen Tagesausflug. Der zuvor beschriebene Champ du Bataille gehört ebenso dazu wie der Golf d’Étretat an der Alabasterküste. Es ist ein Platz hoch auf den Klippen mit Blick auf die bekannten Kreidefelsen von Étretat. Ebenso beeindruckend ist Omaha Beach, der über zwei 18-Loch-Plätze verfügt. Er liegt zwischen Le Touquet und La Baule.

Hier trifft man auf Spuren, die der Zweite Weltkrieg in dieser Region zahlreich hinterlassen hat. Am 6. Juni 1944, dem D-day, landeten die Alliierten an der französischen Küste des Kanals. Zigtausende Menschen starben bei der Invasion gegen die deutsche Besatzungsmacht. Es war der Anfang vom Ende des Dritten Reiches und der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. 2019 wird anlässlich des 75. Jahrestages diesem Ereignis in großem Maße gedacht.

In die Normandie gelangt man auf den schnellsten Weg über Paris. Von Düsseldorf dauert der Flug mit der HOP!Air France bis zum Flughafen Charles-de-Gaulle 75 Minuten. Das auf dieser Strecke eingesetzte Flugzeug "Embraer 190" verfügt über 100 Plätze und ist mit zwei mal zwei Sitzen pro Reihe ausgestattet. In Paris landet und startet man am kleineren Terminal 2G, an dem man in kürzester Zeit sein Gepäck erhält und auch wieder eincheckt. Ein Shuttle bringt einen zum Terminal 2F, wo man den Mietwagen erhält. Für Golfer hat Air France ein unschlagbares Angebot: Registriert man sich vor Flugbeginn in deren Vielfliegerprogramm "Flying Blue", kann man sich einen Voucher ausdrucken, bei dessen Vorlage man das Golfgepäck kostenfrei mitnehmen kann. Die Abfertigung erfolgt schnell. Der Service ist aufmerksam und freundlich.

Auch Kunstliebhaber kommen nicht zu kurz

Die Normandie gilt als Wiege des Impressionismus. Viele Maler haben sich von dem besonderen Licht anziehen lassen. Einer seiner bedeutendsten Vertreter ist Claude Monet. Von 1883 bis 1926 hat er in Giverny, dem hübschen Ort am rechten Ufer der Seine, gelebt. Sein Haus und der berühmte Garten mit Seerosenteich und japanischer Brücke sind der Öffentlichkeit zugänglich. In dem angeschlossenen Museum gewinnt man einen hervorragenden Einblick über das Leben dieses großen Künstlers. Das hübsche Dorf liegt eine Stunde nordwestlich von Paris, direkt auf dem Weg vom Flughafen an die Küste. So kann man einen Besuch bequem mit der An- oder Abreise verbinden.

Monets Garten in Giverny. (Foto: E.Tessier)

Monets Garten in Giverny. (Foto: E.Tessier)

Die Vielseitigkeit ist einer der großen Reize dieses Teils unseres Nachbarlandes. Wer die normannische Küche genießen möchte, Freude an gepflegten Parks und Gärten hat, den Charme kleiner Dörfer und eleganter Seebäder kennenlernen sowie beeindruckende Schlösser besuchen möchte, ist hier goldrichtig. Das ausgezeichnete Golf-Angebot rundet eine Reise in Frankreichs attraktiven Norden perfekt ab.

Bon voyage et amusez-vous en jouant au golf!

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