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Golfball – der Kaufratgeber mit allen Informationen

18. Jul 2014
Normalerweise fliegt der Golfball nicht mehr so weit, sobald es draußen kalt wird. Ein neuer Ball soll gerade hier zu Höchstleistungen aufkommen. (Foto: Getty)
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Für viele Golfer sind sie nur Verbrauchsmittel, tatsächlich gibt es jedoch große Unterschiede bei Golfbällen. Wir klären auf.

Golfbälle sind bei der Diskussion um umweltfreundliche und ethische Bedingungen sicher ganz vorn dabei. Einige Golfer befürchten dabei, dass durch die Fortschritte der Industrie das traditionelle Golf verloren geht (obwohl sich wohl kaum jemand bisher über ein paar extra Meter beschwert hat). Doch so eine extreme Umwandlung gibt es gar nicht: St. Andrews beispielsweise unterhält und fordert Golfer seit Jahrhunderten heraus. Nach all den Fortschritten, ob der Golfball nun mit Federn, Flüssigkeiten oder Gummi gefüllt ist, kommt es im Golf doch immer noch auf Genauigkeit und Beständigkeit an, nicht allein auf die Weite. Nur, weil Golfbälle nun weiter fliegen, heißt es nicht, dass sie auch gerader fliegen.


Golfbälle im Überblick – was muss ich wissen als Golfer?

Während die Entwicklung der Golftechnologie von Schlägern rapide zunahm, glaubten viele, dass die Fortschritte des Golfballs stagnierten. Dieser allgemeine Glaube ist jedoch weit entfernt von der Wahrheit. Die Golfballtechnologie hat sich nämlich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, sodass die Auswahl des persönlichen Golfballs nun fast so wichtig ist wie der passende Schläger.

Der Golfball als bedeutendes Marktprodukt

Die Rolle eines Golfballs auf dem Markt ist dabei sehr erstaunlich: allein die Menge an Geld, die für die Forschung und Entwicklung eines Golfballs aufgewendet wird, ist unglaublich, ebenso wie die Zeit, um einen Golfball mit gerade mal 42,67 mm Durchmesser zu füllen. Vorbei sind die Zeiten, als die Bälle noch mit Balata, einem kautschukähnlichem Naturprodukt, oder einem Zentrum aus Flüssigkeit gefüllt waren. Die neue Generation verwendet Mehrschichtkerne. Ein Callaway-Experte ist der Meinung, dass 50% der Golfer, die sich fitten lassen, zuvor mit einem unpassenden Golfball gespielt haben.

Allerdings stellt sich dabei nicht nur die Frage nach der Marke, die man bevorzugt, sondern sollten auch unterschiedliche Golfballtypen herangezogen werden, um den passenden Ball zu finden. In diesem Ratgeber sollen die vielen Begriffe rund um den Golfball erklärt und veranschaulicht werden.

Der Aufbau

Der Aufbau eines Golfballs ist für die Art und Weise des Kontakts mit dem Schläger von entscheidender Bedeutung. Die Hersteller sehen sich daher animiert, die Grenzen eines Golfballs immer weiter auszuloten. Golfbälle unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihren Kompressionsgrad und durch die Anzahl der verwendeten Schalen. Der Kompressionsgrad ist auf der Packung angegeben und reicht von 80 oder 90 (weich) über 100 bis zu 110 (sehr hart).

Im Folgenden werden die vier Grundkonstruktionen dargestellt.

1-Piece-Golfball

1-Piece Golfbälle - Driving Range Bälle

1-Piece Golfbälle sind typische Driving-Range Bälle

Ein 1-Piece-Golfball ist der einfachste Ball, der vor allem für Anfänger konzipiert ist und meist als Driving Range Ball verwendet wird, selten findet man ihn auf dem Golfplatz. In der Regel besteht der 1-Piece-Golfball aus härteren Materialen wie Surlyn. Dieser Golfball ist zwar sehr kostengünstig und langlebig, doch durch eine starke Verformung geht auch sehr viel Energie verloren, was sich in einer geringeren Weite niederschlägt.

Um einen Golfball mit besseren Spieleigenschaften zu erhalten, hat es sich als sinnvoll herausgestellt, für Schale und Kern unterschiedliche Materialien zu verwenden.

2-Piece-Golfball

2-Piece Golfball

2-Piece Golfbälle haben eine harte Schale, sind daher langlebig, aber auch preiswert und richten sich an Spieler mit einem hohen bis mittlerem Handicap. 2-Piece Golfbälle führen zu einer großen Weite bei einer geringen Kontrolle

Ein 2-Piece-Golfball wird von den meisten Freizeit-Golfern bevorzugt, weil diese mehr Länge vom Abschlag mit maximaler Haltbarkeit kombinieren. Diese Bälle verfügen über einen festen Kern, in der Regel aus Kunstharz und einer dickeren, haltbaren Schale aus Surlyn.

3-Piece-Golfball

3-Piece Golfball

3-Piece Golfbälle sind mittel- bis hochpreisig und richten sich an fortgeschrittene Spieler mit niedrigem bis mittlerem Handicap. Die 3-Piece Bälle haben eine weichere Schale und sind damit anfälliger und nicht so langlebig, generieren aber auch deutlich mehr Spin und ermöglichen so eine hohe Kontrolle über den Ballflug.

Der 3-Piece-Ball kombiniert entweder einen Dualkern aus zwei Kunstharzarten mit einer beständigeren Surlyn-Schale oder hat zwischen einer dünneren Weichgummischale und einem Kunstharzkern eine Pufferschicht aus Hartgummi. Diese Bälle sind weicher und nehmen mehr Spin an, sodass ein geübter Golfer mehr Kontrolle über den Ballflug hat.

4-Piece-Golfball

Multilayer Golfball

Multilayer Golfbälle haben eine sehr weiche Schale und sind auch die teuersten Golfbälle. Auch wenn sie sehr anfällig sind, versprechen sie eine gute Distanz bei maximaler Kontrolle und Spin. Diese Golfbälle richten sich ausschließlich an sehr gute Golfspieler und Profis.

Der 4-Piece- oder Multilayer-Golfball ist eine Weiterentwicklung des 3-Piece-Golballs. Die Multi-Layer Technologie ist noch nicht weit verbreitet, könnte aber die Zukunft der Golfbälle darstellen. Die Multilayer-Golfbälle sind tendenziell hochpreisig. Jede Schicht und jedes Stück von einem Golfball hat einen spezifischen und unterschiedlichen Zweck. All diese Schichten arbeiten zusammen und greifen ineinander über, um maximale Weiten und ein sanftes Gefühl zu erzeugen. Der Multi-Layer-Ball kombiniert die dünne Schalen-Variante der 3-Piece Golfbälle mit einem aus zwei unterschiedlich Kunstharz-Arten bestehenden Kern, der zum einen für die Power sorgt und zum anderen die Energie auf den inneren Kern übertragen soll.

Die oberste Hülle ermöglicht dann das typische Golfball-Layout. Üblicherweise enthält diese zwischen 300 und 500 Dimples. Die oberste Hülle ist gleichzeitig auch die dünnste Hülle mit einer sehr weichen Schale, obwohl sie natürlich langlebig sein soll. Trotzdem sind die Multilayer-Golfbälle natürlich besonders anfällig. Kein Wunder, dass die Golfprofis, die fast alle Multilayer-Golfbälle spielen, im Durchschnitt alle drei Löcher neue Bälle schlagen. Ernie Els z.B. spielt nach jedem Birdie einen neuen Ball. Sein Motto ist: „Immer nur ein Birdie pro Ball“.

Der Spin

Golfbälle mit wenig Spin

Golfbälle mit weniger Spin verringern den seitlichen Spin bei Schlägen und erlauben einen geradlinigeren Flug. Dieser Ball zeichnet sich zwar nicht durch eine hohe Weite aus, jedoch rollt er dafür mehr aus. Geeignet ist dieser für Spieler, die oft Slice spielen und Probleme in der Schlaglänge haben. Es sind viele Golfbälle mit weniger Spin auf dem Markt erhältlich, die für Spieler mit einem hohen Handicap geeignet sind, die keine ausreichend hohe Schlägergeschwindigkeit für einen 200 Meter-Drive und mehr haben.

Golfbälle mit mittlerem Spin

Wie der Name schon verrät, ist der Golfball mit mittlerem Spin eine Mischung zwischen Bällen mit wenig und hohem Spin, um das Beste von Weite und Gefühl zu erzielen. Geeignet ist dieser Golfball für den Großteil der Spieler, da dieser stabile Weiten mit verschiedenen Ballgefühleigenschaften, je nach Marke, vereint. Nahezu alle großen Golfballhersteller produzieren Golfbälle mit mittlerem Spin.

Golfbälle mit viel Spin

Zuletzt folgt der Golfball mit viel Spin, der dazu dient, den Ballspin im Flug zu erhöhen. Wenn ein Golfball geschlagen wird, wird er jedes Mal mit einem gewissen Maß an Backspin in die Luft katapultiert. Golfbälle mit einer höheren Spinrate unterstützen diese Eigenschaft und steigern die Flughöhe. Wenn man zu einem Draw neigt, könnte dieser Golfball das Richtige sein. Unberechenbare Hook-Schläge werden durch den Drawspin, der den Backspin übersteigt, erzeugt; ein Erhöhen des Backspins führt demnach zu weniger Hook/Draw.

Die Golfbälle mit viel Spin werden nicht so weit rollen, wie Bälle mit geringem oder mittlerem Spin, dennoch liegt ihr Vorteil in der Ballkontrolle im Bereich der Grüns. Generell gilt für alle Spieler:

  • Bei langen Schlägen, insb. Drives sollte man versuchen dem Ball möglichst wenig Spin mitzugeben (ansonsten würde der Golfball sich in die Luft bohren) für eine möglichst lange Flugbahn und viel Rolldistanz.
  • Bei kurzen Schlägen ist mehr Spin sinnvoller, um den Ball auf dem Grün halten zu können.

Die Härte des Golfballes

Harte Golfbälle

Harte Golfbälle fühlen sich naturgemäß sehr hart auf der Schlägerfläche an. Sie produzieren mehr Weite durch Explosivität, man verliert jedoch einen gewissen Teil an Gefühl rund um die Grüns. Diese Ballart ist für Spieler mit einem hohen Handicap geeignet, die Wert auf eine hohe Schlagweite und das Eisenspiel legen, als auf kurze Spinbälle. Es ist mit Abstand der Langlebigste der drei Ballarten.

Mittelweiche bis harte Golfbälle

Ähnlich wie bei dem Golfball mit mittlerem Spin gilt der mittelweiche Ball als eine Mischung aus der Explosivität des härteren und dem Gefühlsverhalten eines weiches Balls. Dieser Golfball ist für Spieler mit einem mittleren Handicap geeignet, die ihre Weite und Kontrolle verbessern wollen. Golfbälle mit diesen Eigenschaften sind auf dem Golfmarkt sehr beliebt.

Weiche Golfbälle

Weiche Golfbälle sind die Wahl vieler Spieler mit einem niedrigen Handicap und Golf-Professionals. Der weiche Golfball befähigt einen Spieler, Spin in das Spiel zu bringen und beim Kurzspiel zu punkten. Die Bälle erreichen zwar nicht die Weiten von härteren Golfbällen, verbessern dennoch das allgemeine Spiel von Spielern, die eh nicht gerade kurz schlagen. Obwohl die Mehrheit der Pros diesen Ball spielt, ist er nicht für den typischen Amateurgolfer geeignet. Die weiche Schale nutzt sich sehr schnell ab und hält nicht so lang wie bei einem härteren Ball.

Sinn der „Dimples“

Der Hintergrund für die sogenannten „Dimples“, die kleinen Dellen an der Oberfläche des Golfballs, liegt im Luftwiderstand. Sobald ein Ball geschlagen wird, wird dieser langsamer. Gut getroffen Golfschläge treiben den Ball bei etwa 190 km/h durch die Luft, Feuchtigkeit und Luftdruck bremsen ihn jedoch ab. Je weniger Angriffsfläche ein Golfball an der Oberfläche hat, desto weniger anfällig für Luft ist jener. Die Vertiefungen am Golfball haben Einfluss auf die Luftmoleküle, die den Flug des Golfballs lenken. Die Moleküle werden durch die Dellen zur Bewegung angeregt, was zu einer Wirbelströmung an der Oberfläche des Golfballs und somit zu Auftrieb führt. Ein glatter Golfball würde mit einem Driver nur etwa 90-130 Meter fliegen, da die Oberfläche anfälliger für Luftdruck ist.

Sind Lakeballs so gut wie neu?

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sogenannte Lakeballs, wiedergefundene Bälle aus dem See, eine attraktive Investition zu sein scheinen. Aber sind sie auch so gut wie neue Bälle? Die Antwort lautet nein. Durchgeführte Tests mit den Lakeballs zeigten, dass schon Unterschiede in der Flugweite gegenüber trockenen oder neuen Bällen vorhanden sind. Folgende Beispiele zeigen das anschaulich:

  • Golfbälle, die acht Tage im Wasser lagen, haben durchschnittlich eine um fünf Meter reduzierte Flugweite
  • Golfbälle, die drei Monaten im Wasser lagen, fliegen durchschnittlich rund 10 Meter kürzer
  • Golfbälle, die sechs Monate im Wasser lagen, fliegen durchschnittlich rund 13 Meter kürzer

Dies mag zwar eine beträchtliche Differenz sein, die Lakeballs sind für den Amateurgolfer dennoch eine lohnenswerte Investition. In Anbetracht der Preise von neuen Golfbällen ist der Kauf von Lakeballs eine preiswerte Möglichkeit, das Spiel zu genießen. Viele Lakeball-Unternehmen werten diese sogar mit einem neuen glänzenden Überzug wieder neu auf.

Was sind X-Out Golfbälle und warum sind diese unterschiedlich?

X-Out Bälle sind Fabrik-Überschüsse oder Fehlproduktionen mit minimalen, kosmetischen Fehlern. Mit einem „X“ vor dem eigentlichen Ballnamen wird dies häufig gekennzeichnet. Solange die zugrundeliegenden Bälle im Wettspiel erlaubt sind, sind auch die jeweiligen X-Out Bälle im Turnier erlaubt. Ein „X-Out“ des Titleist Pro-V1 Balles kann also bedenkenlos auch im Turnier eingesetzt werden. Es handelt sich bei den X-Out Bällen auch immer um ganz, neue Golfbälle (im Gegensatz zu Lakeballs).

X-Out Bälle sind meist mit deutlichem Rabatt im Vergleich zu den „richtigen“ Bällen erhältlich. Einige Golfer sind allerdings der Meinung, dass der reduzierte Preis auf irgendein Problem mit dem Ball hinweisen muss und spielen den Ball deshalb nicht. Für den Durchschnittsspieler ist ein X-Out Ball aber eine gute Alternative zu den regulären Bällen, da sich die minimalen Fehler im X-Out Ball nicht auf seine Weite und Genauigkeit auswirken werden.

Wenn Sie noch das richtige Werkzeug brauchen, um die Bälle über das Fairway zu treiben, finden Sie hier die passenden Ratgeber für ihre Schläger.

Matthias Gräf

Matthias Gräf - Gründer und Geschäftsführer von Golf Post

Er spielt seit 15 Jahren leidenschaftlich Golf und bewegt sich seit Jahren um die Single-Hcp-Marke. Er ist der Initiator hinter dem Golf Post Onlinemagazin und verfolgt damit das Ziel den Golfsport in Deutschland voranzubringen. Sie finden Matthias Gräf auch auf Google+.
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Generell ist das eine interessante Sache. Die Jungs hier zeigen, mit welcher „Hardware Lösung“ ein Spieler etwas „nachhelfen“ kann – http://www.morespin.de

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